Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Immissionsmessungen

LÜB - Lufthygienisches Landesüberwachungssystem Bayern

Das Bayerische Landesamt für Umwelt betreibt seit 1974 das Lufthygienische Landesüberwachungssystem Bayern (LÜB) mit derzeit über 50 Messstationen. Sie liegen straßennah in Innenstädten, in Stadtrandzonen und Industriegebieten. Messstationen in ländlichen Bereichen zur Erfassung der großräumigen Hintergrundbelastung und an sehr stark verkehrsbelasteten Innenstadtstraßen mit "schluchtartiger" Randbebauung (sog. hot spots) runden das Messnetz ab.

Messstation zur Ermittlung von Luftschadstoffkonzentrationen Bild vergrößern Bayernkarte mit LÜB-Messstationen

Das LÜB entspricht den EU-Luftqualitätsrichtlinien, die mit der 22. und 33. BImSchV (Bundesimmissionsschutz Verordnung) in nationales Recht umgesetzt wurden. Neben Luftschadstoffen werden auch meteorologische Daten erfasst und Staub im Labor auf Inhaltsstoffe analysiert.

Die LÜB-Messungen werden ergänzt durch mobile Messungen mit Luftmessfahrzeugen und durch Ausbreitungsrechnungen. Unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse lassen sich damit auch Aussagen zur Schadstoffbelastung an anderen Stellen in Bayern ableiten.

Aufgabenschwerpunkte sind:

  • Ermittlung von lokalen und regionalen Immissionsbelastungen,
  • Erkennung von erhöhten Immissionskonzentrationen, vor allem bei länger andauernden Inversionswetterlagen,
  • Feststellung von grenzüberschreitenden Schadstoffverfrachtungen,
  • Verfolgung der Ozonbelastung (33. BImSchV),
  • Auslösung von Luftreinhalte- und Aktionsplänen (§ 47 BImSchG),
  • Sondermessungen und Schadstoffanalysen,
  • Trendbeobachtungen,
  • Bereitstellung von Immissionsdaten für landesplanerische und wissenschaftliche Zwecke,
  • aktuelle Information der Öffentlichkeit durch Internet und Videotext (Seiten 630 - 636) (alle drei Stunden, im Sommer tagsüber jede Stunde).

Jede Messstation ist mit einem Messstationsrechner ausgestattet und mit dem Zentralrechner in Augsburg über das öffentliche Fernsprechnetz verbunden.

Der Zentralrechner ruft die Messwerte jeder Messstation 6 mal pro Tag automatisch ab; in den Nachmittagsstunden des Sommerhalbjahres werden darüber hinaus die Messdaten stündlich abgerufen, um die Ozonbelastung möglichst aktuell verfolgen zu können.

Der Messstationsrechner erkennt erhöhte Schadstoff-Konzentrationen bei Überschreitung vorgegebener Schwellenwerte selbst und leitet in diesen Fällen die Messwerte unmittelbar an die Messnetzzentrale weiter, so dass bei kritischen Situationen das Betriebs- bzw. Bereitschaftspersonal ohne Verzögerungen und zu jeder Tages- und Nachtzeit unterrichtet wird.

In den Messstationen werden folgende Luftschadstoffe automatisch erfasst:

  • Schwefeldioxid (SO2),
  • Kohlenmonoxid (CO),
  • Stickstoffoxide (NOx),
  • Stickstoffmonoxid (NO),Stickstoffdioxid (NO2),
  • Einzelkohlenwasserstoffe Benzol, Toluol, o-Xylol (BTX),
  • Ozon (O3),
  • Schwefelwasserstoff (H2S),
  • Feinstaub (PM10, Partikeldurchmesser kleiner gleich 10 µm)