Branchenspezifische Arbeitshilfen für Altstandorte - Projekt zur Glas- und Porzellanherstellung

Die Herstellung von Glas und Porzellan blickt in Bayern auf eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition zurück. Besonders im Norden und Osten Bayerns haben sich zahlreiche Produktionsbetriebe für Glas und Bleikristallglas sowie für Haushalts- und Zierporzellan angesiedelt. Heute aufgegebene Produktionsstandorte weisen häufig Kontaminationen der Gebäude und des Untergrundes mit branchentypischen Schadstoffen auf. Eine Bearbeitung dieser Altlasten ist erforderlich, u. a. im Zuge von Maßnahmen des Flächenrecyclings.

Blick auf die Kopfseite eines stillgelegten Tunnelofens mit seitlich gelagerten Produktionsresten Bild vergrössern Stillgelegter Tunnelofen in einer ehemaligen Porzellanfabrik

Im Rahmen einer Projektarbeit wurden zwei Arbeitshilfen zur Erkundung und Beurteilung von Altlasten und schädlichen Bodenveränderungen aus der Glas- und Porzellanproduktion im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt erstellt. Dabei wurden Ergebnisse und Erfahrungen bereits durchgeführter Altlastenuntersuchungen und erfolgreich abgeschlossener Altlastensanierungen ausgewertet. Die Arbeitshilfen geben einen Überblick über die Herstellungsprozesse und die damit in Verbindung stehenden Schadstoffe. Als Grundlage für die Erkundung und Bewertung von stillgelegten Standorten werden die Auswirkungen auf den Boden, das Grundwasser und die Bausubstanz beschrieben. Hinweise zur Altlastensanierung und zum Gebäuderückbau runden die detaillierten Erläuterungen ab. Als Kurzinformationen stehen die beiden Informationsblätter "Glas- und Bleikristallglas" und "Zier- und Gebrauchsporzellan" zur Verfügung.

Weitere detaillierte Merkblätter zur Altlastenbehandlung anderer Branchen (u.a. Gaswerke, Tankstellen, Galvaniken, Metallbe- und verarbeitung, Schießplätze und Autoverwertung) werden vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie publiziert. Die Merkblätter enthalten v.a. ausführliche Informationen zu den Produktionsprozessen und den dabei eingesetzten, altlastenrelevanten Schadstoffen.