Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V.

Nr. 19 / Donnerstag, 02. Mai 2013

Naturschutz
Erster Atlas der ‚Tagfalter in Bayern’ vorgestellt

176 Tagfalterarten mit Verbreitungsgebieten, Lebensräumen und Bestandssituationen in einem Werk zusammengefasst

Zitronenfalter bei der Eiablage
Zitronenfalter bei der Eiablage (Quelle: Quelle: Johannes Voith)
+++ Mit dem Atlas ‚Tagfalter in Bayern’ werden erstmals alle 176 bisher in Bayern nachgewiesenen Tagfalterarten, ihre Verbreitung, ihre Lebensräume und ihre Bestandssituation umfassend beschrieben und in Karten dargestellt. Das betonte Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), bei der Vorstellung des Buches in Augsburg. In die rastergenauen Verbreitungskarten wurden über 46.000 Fundpunkte aus ganz Bayern eingetragen. Dr. Gisela Merkel-Wallner, 2. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V. (ABE): „Für den Tagfalteratlas haben mehr als 500 überwiegend Ehrenamtliche insgesamt fast eine halbe Million Nachweise geliefert.“ Ihnen dankt Kumutat ganz besonders: „Die Dokumentation der Verbreitung und Häufigkeit von Tagfaltern ist eine wichtige Grundlage für die tägliche Arbeit der Naturschutzbehörden. Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre eine flächendeckende Erfassung nicht möglich.“ +++

Tagfalter sind überwiegend licht- und sonnenbedürftige Lebewesen. Sie kommen vor allem in extensiv genutzten Lebensräumen der traditionellen Kulturlandschaft vor, z.B. Feuchtwiesen, Wacholderheiden oder lichten Wäldern. Diese wertvollen Lebensräume werden immer seltener. Durch gezielte Schutzmaßnahmen, wie z.B. die Pflege von Biotopen oder die schonende Beweidung im Rahmen des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms, ist es in den vergangen Jahren aber auch gelungen, Populationen zu stabilisieren. So konnte beispielsweise der Apollofalter in der Nördlichen Frankenalb vor dem Aussterben bewahrt werden.
Das Gemeinschaftswerk der ABE und des LfU wendet sich auch an Interessierte, die fundierte Informationen zu ihren Beobachtungen in der Natur suchen. Der reich bebilderte, 784 Seiten umfassende Atlas kann für 49,90 Euro im Buchhandel erworben werden (ISBN 978-3-8001-7985-5).

Weitere Informationen im Internet
Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Entomologen e.V.
Im Internet des LfU



Redaktionelle Hinweise:

Faktenkasten Tagfalter



  • Bei Großschmetterlingen wird zwischen Tag- und Nachtfaltern unterschieden. Wie der Name schon sagt, fliegen Tagfalter hauptsächlich am Tag. Bekannte Vertreter sind u.a. der Zitronenfalter und der Apollofalter.

  • Tagfalter durchlaufen wie alle Schmetterlinge in ihrer Entwicklung eine vollständige Verwandlung von der Larve („Raupe“ genannten) über das Puppenstadium zum erwachsenen Insekt.

  • Das Raupenstadium dauert von ca. drei Wochen bis zu mehreren Monaten bei Arten, die als Raupe überwintern, wie z.B. zahlreiche Mohren-, Perlmutt- oder Scheckenfalter. Bei Tagfalterarten mit zweijährigem Entwicklungszyklus dauert es sogar 22 Monate.

  • Die Lebenszeit eines erwachsenen Falters liegt je nach Art bei 14 bis über 300 Tagen, z.B. beim Kleinen Fuchs, der als Falter überwintert.

  • Bei der Partnersuche kommt es nicht selten zu Luftkämpfen zwischen den Männchen. Nach der erfolgreichen Paarung werden vom Weibchen je nach Art 50 bis über 1.000 Eier abgelegt. Nach wenigen Tagen oder Wochen, bei manchen Arten auch erst nach über 300 Tagen (Überwinterung im Eistadium) entwickelt sich daraus die Raupe.

  • Europaweit sind knapp 450 Tagfalterarten bekannt.


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