PRESSEMITTEILUNG

Nr. 66 / Freitag, 14. September 2007

’Bayerns schönste Geotope’
Unterfranken: Geo-Gütesiegel für den Schwanberg im Steigerwald

Quelle: LfU
(Iphofen) +++ Die Schichtstufen am Schwanberg (Landkreis Kitzingen) wurden heute zum bundesweiten „Tag des Geotops“ in die Bestenliste der 100 schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. „Der Schwanberg ist ein Paradebeispiel für eine Schichtstufenlandschaft und als klassisches Ziel geologischer Exkursionen ein besonderes Geotop“, sagte Ministerialrätin Christina von Seckendorff vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz bei der Übergabe des Geotop-Gütesiegels an die Stadt Iphofen. Ein vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) herausgegebenes Faltblatt mit dem Titel „Wein-Kipper“ erläutert die Entstehung der Geländestufen im westlichen Steigerwald und den Zusammenhang zwischen den dort vorkommenden Gesteinen und der land- bzw. forstwirtschaftlichen Nutzung.+++

Geotope sind bemerkenswerte Werke der Natur, deren Attraktivität es zu erhalten und touristisch sowie naturschutzfachlich zu nutzen gilt. Für jeden Geotop bieten Internet-Informationen und Faltblätter in den Fremdenverkehrsämtern umfassende Erläuterungen. Hinweisschilder an den Wanderwegen leiten die Besucher zu den Naturschätzen und den dortigen Informationstafeln. Einheimische und Touristen haben so die Möglichkeit, alles Wissenswerte über die Geologie unserer steinalten Naturschätze ’mitzunehmen’. Einschließlich der Schichtstufen am Schwanberg wurden bislang insgesamt 61 Objekte mit dem Gütesiegel "Bayerns schönste Geotope" ausgezeichnet, davon sieben in Unterfranken. In die Bestenliste wurden dort bereits der Basaltbruch am Lindenstumpf, der Frickenhäuser See, das Kupferbergwerk Wilhelmine, das Muschelkalkprofil Kalbenstein, die Burgruine Rotenhan und das Schwarze Moor aufgenommen.

Nur wenige „Orte auf der Erdoberfläche“ (Geotope) ermöglichen es, das Wissen über die Entstehung unserer Erde und die Entwicklung des Lebens auf ihr zu gewinnen und zu vermehren. Geotope werden im Freistaat seit 1985 systematisch erfasst. Bisher wurden rund 2.800 vom Geologischen Landesamt (jetzt: Bayerisches Landesamt für Umwelt) detailliert beschrieben und im GEOTOPKATASTER BAYERN aufgenommen. Weitere Informationen hierzu unter: http://www.geotope.bayern.de

Fakten-Kasten zum Geotop Schichtstufen am Schwanberg

  • In der Zeit des Keupers vor etwa 230 bis 200 Millionen Jahren lag das heutige Süddeutschland im Randbereich eines flachen Meeres, in dem abwechselnd Tone und Sande abgesetzt wurden. Die Küstenlinie verlagerte sich dabei ständig, zeitweise wurde das Becken auch vom Weltmeer abgeschnitten und trocknete aus. Durch Eindampfung des Meerwassers entstanden dann Gips- und Steinsalzablagerungen. Viele dieser Gesteine sind sehr verwitterungsanfällig und so wurde die fränkische Bezeichnung „Kipper“ für weiche, bröckelig zerfallende Schichten namensgebend für das Erdzeitalter des „Keuper“.

  • Mit dem markanten Geländeanstieg der „Keuperstufe“ setzt sich der Steigerwald gegen sein westliches Vorland ab. Diese 200 Meter hohe Stufe wird durch mehrere kleine Stufen treppenartig gegliedert. Ihre Ursache hat diese Geländeform in der unterschiedlichen Verwitterungsresistenz der Gesteine. Harte Gesteine bilden Steilstufen, weiche dagegen flachere Hänge.

  • Der geologische Untergrund ist die Basis für die land- und forstwirtschaftliche die Nutzbarkeit des Bodens. Im Gegensatz zu den ideal für den Weinbau geeigneten gipshaltigen Tonstein-Schichten im unteren Teil des Schwanbergs eignen sich die sauren und nährstoffarmen Sandstein-Schichten im oberen Teil eher für die waldwirtschaftliche Nutzung.



Redaktionelle Hinweise:
Weitere Informationen zu den ’Schichtstufen am Schwanberg’ im Internet unter
http://www.lfu.bayern.de/geologie/fachinformationen/geotope_schoensten/index.php

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