PRESSEMITTEILUNG

Nr. 29 / Mittwoch, 21. Juli 2010

Geologie
Eiszeit-Geologen erforschen verschwundenen Rosenheimer See

"Detailgenaue Kartierung fertig: Zwei Jahre lang geologischer Untergrund erfasst"

(Hof) +++ Ein besonderes Augenmerk widmeten die Landesamts-Geologen dem verschwundenen Rosenheimer See. Dieser hatte die Größe des Bodensees und hinterließ bis zu 300 Meter dicke Ablagerungen. Das betonte Roland Eichhorn, Chef-Geologe am Landesamt für Umwelt nach Abschluß der geologischen Kartierarbeiten. Eichhorn: "Vor mehr als 12 000 Jahren am Ende der Eiszeit beherrschte ein See von der Größe des Bodensees die Gegend um Rosenheim. Heute ist er nur noch aus der Geologie zu erkennen." Bereits vor 100 Jahren haben Geoforscher die Relikte dieses eiszeitlichen Sees entdeckt. Jetzt aber ist erstmals eine aktuelle, detaillierte Karte im Maßstab 1:25.000 von den Landesamts-Geologen angefertigt worden. Rund 144 Quadratkilometer wurden erfasst und dafür zu Fuß annähernd 1000 Kilometer zurückgelegt. Ein Jahr lang wurde "jeder Stein umgedreht". Feldcomputer und GPS kamen bei den Geländearbeiten ebenso zum Einsatz wie die traditionellen Arbeitsgeräte Hammer, Lupe und Kompass. Eichhorn: "Geologische Karten sind für regionale Planungsverbände, Planungsbüros und Kommunen wertvolle Hilfen, wenn es zum Beispiel um die Sicherung der Grundwasservorkommen, die Nutzung von Erdwärme und Bodenschätzen sowie den Schutz vor Naturgefahren geht." +++

Der verschundene Rosenheimer See hat eine lange Geschichte: Während der Würm-Eiszeit schürfte der Inn-Gletscher ein riesiges Becken aus. Als es wieder wärmer wurde und der Gletscher abschmolz, füllte sich das frei werdende Becken mit Schmelzwasser. Es entstand der Rosenheimer See. Vor über 12.000 Jahren schnitt sich der Inn durch die Endmoränenwälle nördlich Wasserburg a. Inn – der See lief gänzlich aus. Ausgedehnte Moorgebiete zwischen Raubling, Bad Aibling und Bad Feilnbach sowie der Simssee sind heute noch sichtbare Überbleibsel des großen Sees.

Bayerns Geologie wird in rund 600 geologischen Karten im Maßstab 1:25.000 dargestellt, etwa drei Viertel der Karten sind fertig (www.bis.bayern.de).

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung