Hochwasser ist nicht gleich Hochwasser

Im Alltag wird immer von "Hochwasser" gesprochen. Wir müssen uns allerdings bewusst machen, dass es mehrere verschiedene Hochwassertypen gibt:

Je nach Ursprung des Hochwassers können wir unterscheiden zwischen Flusshochwasser und Hochwasser, das z.B. durch Grundwasser, Starkniederschläge, wild abfließendes Hangwasser oder auch Rückstau aus der Kanalisation entstehen kann. Lediglich der Typ "Flusshochwasser" ist allein von der Lage an einem Fluss abhängig. Alle anderen Hochwassertypen können sogar für ein Haus auf einem Hügel gefährlich werden und können somit grundsätzlich überall auftreten.

Die staatlichen und kommunalen Hochwasserschutzmaßnahmen wie Deiche und Mauern wirken vorrangig beim Typ "Flusshochwasser". Bei allen anderen Typen kommt besonders dem Bauherrn und Hausbesitzer mit einer umsichtigen und angepassten Bauweise eine Hauptverantwortung zu.

Deiche schützen nur bis zu dem Flusshochwasser, für das sie ausgelegt und bemessen wurden. In den dahinter liegenden geschützten Gebieten muss klar sein, dass weiterhin Hochwassergefahren bestehen infolge von:

  • Grundwasser
  • Lokalen Starkniederschlägen und wild abfließendem Wasser
  • Rückstau aus Kanalisation
  • Überströmen des Deiches bei Extremereignissen
Die Grafik zeigt, dass auch hinter einem Deich Hochwassergefahren bestehen, denn die Gefahren gehen nicht nur vom Flusshochwasser aus. Durch hohe Grundwasserstände, Starkniederschläge und wild abfließendes Wasser oder einen Rückstau in der Kanalisation können sich Gefahren ergeben. Bild vergrössern Auch hinter einem Deich bestehen Hochwassergefahren