Risikomanagement - Organisation

Die Management-Pläne werden für Gebiete aufgestellt, in denen ein besonderes Hochwasserrisiko vorliegt. Sie orientieren sich an hydrologischen Einheiten, den sogenannten Flussgebieten, und sind somit grenzübergreifend.

Karte mit den bayerischen Anteilen an den Flussgebieten Donau, Elbe, Rhein und Weser. Für die Managementplanung sind die Flussgebiete in kleinere Planungsräume unterteilt. Die Planungsräume werden teilweise weiter in Planungseinheiten untergliedert, die in der Abbildung nicht namentlich benannt sind.Bild vergrössern Planungsräume und Planungsebenen in Bayern

Bayern hat neben den Teileinzugsgebieten Saale und Eger auch Anteile an den Flussgebieten des Rheins, der Donau und in geringem Umfang der Weser. Über die internationalen und nationalen Flussgebietsgemeinschaften sowie die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) stimmt sich Bayern intensiv mit seinen Nachbarn ab. So wird sichergestellt, dass eine Koordinierung der Ziele und Maßnahmen erfolgt und z.B. keine Maßnahmen geplant werden, die das Hochwasserrisiko für andere Bundesländer und Nachbarstaaten flussauf- oder flussabwärts erhöhen.

Zusätzlich erfolgt eine Koordinierung mit der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) im Hinblick auf Synergieeffekte der beiden Richtlinien. Zur Verbesserung der Effizienz und des Informationsaustauschs wurden für die Umsetzung der HWRM-RL die gleichen Planungsräume und Planungseinheiten verwendet wie für die Umsetzung der WRRL.

Wer ist an der Managementplanung beteiligt?

Die Vorarbeit der Managementplanung, die vorläufige Risikobewertung und die Erstellung der Gefahren- und Risikokarten, wird von der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung geleistet. Bei der darauf folgenden Erarbeitung der Management-Pläne sind verschiedene Akteure auf unterschiedlichen Ebenen beteiligt. Dabei schätzen Betroffene ihr Hochwasserrisiko selbst ein und wählen anschließend Maßnahmen aus, mit denen das Risiko verringert werden kann.

Ablaufschema: Auf Basis der Gefahren- und Risikokarten wird zunächst auf lokaler und regionaler Ebene das Risiko bewertet und Maßnahmen zu dessen Reduzierung ausgewählt. Diese werden im Entwurf des Plans erfasst. Zum Entwurf kann die Öffentlichkeit Stellung nehmen. Erst danach wird der Plan endgültig veröffentlicht.Bild vergrössern Beteiligungsprozess bei der Erarbeitung der Management-Pläne

Auf Basis der Hochwassergefahren- und -risikokarten bewerten zum einen Städte und Gemeinden (= die Akteure der lokalen Ebene) ihr Risiko und wählen Maßnahmen aus. Dabei werden sie von den Wasserwirtschaftsämtern und Kreisverwaltungsbehörden unterstützt. Zum anderen bewerten z.B. Träger überörtlicher Infrastruktur, Verbände, Fachbehörden und Regierungen auf regionaler Ebene das Risiko und wählen regional wirksame Maßnahmen zu dessen Reduzierung aus. Darüber hinaus gibt es noch landesweite Maßnahmen, die für ganz Bayern vorgesehen sind.

Die Ergebnisse der Risikobewertung und Maßnahmenauswahl werden im Entwurf des Plans zusammengefasst. Zusätzlich wird im Rahmen einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) untersucht, welche Auswirkungen durch die Umsetzung der Maßnahmen auf die Umwelt entstehen können. Die Ergebnisse werden in einem Umweltbericht dokumentiert.

Zuletzt hat die Öffentlichkeit und somit jeder einzelne Bürger die Möglichkeit, sich sowohl zum Planentwurf als auch zum Umweltbericht zu äußern. Beide Dokumente werden abschließend unter Berücksichtigung der eingegangenen Hinweise überarbeitet und endgültig veröffentlicht.

Einen genauen Überblick zu den Zuständigkeiten und der Organisation des Hochwasserrisikomanagements in Bayern finden Sie in nachfolgendem Link.

Evaluation

Das übergeordnete Ziel des Risikomanagements ist die Verringerung des Hochwasserrisikos. Daher muss geprüft werden, ob und in welchem Maße die ausgewählten Maßnahmen tatsächlich zur Verringerung des Risikos beigetragen haben. Erstmalig findet ab 2020 eine erneute Risikobewertung im Rahmen des 2. Planungszyklus auf regionaler und lokaler Ebene statt. Der Vergleich der Risikobewertung aus dem ersten Zyklus mit der neuen Risikobewertung wird zeigen, ob die ausgewählten Maßnahmen zu einer Verringerung des Risikos geführt haben.

Je nachdem, wie sich das Risiko entwickelt hat, war der HWRM-Plan mit seinen Zielen und Maßnahmen effektiv. Dies muss bei der Fortschreibung der Maßnahmenplanung berücksichtigt werden. Es ist denkbar, dass Maßnahmen nicht (vollständig) umgesetzt werden konnten und daher im 2. Zyklus weiter verfolgt werden oder dass das Risiko trotz der Umsetzung zahlreicher Maßnahmen gleichgeblieben ist. In dem Fall wäre zu überlegen, ob zusätzlich weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen.