Maßnahmenauswahl - Wie kann das Risiko reduziert werden?

Zur Verringerung bestehender Risiken müssen geeignete Maßnahmen gefunden und umgesetzt werden. Die Bund/Länder - Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat dazu einen deutschlandweiten Maßnahmenkatalog erarbeitet, der Empfehlungen zur Reduzierung des Risikos bereitstellt. In Zusammenarbeit mit betroffenen und beteiligten Akteuren wurde dieser Katalog an die Bedingungen in Bayern angepasst und dient als Grundlage zur Maßnahmenauswahl.

In Bayern haben die Regierungen (Sachgebiete Wasserwirtschaft), die Wasserwirtschaftsämter und die Kreisverwaltungsbehörden jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich Maßnahmen ausgewählt (regionale Ebene). Städte und Gemeinden, die von mindestens einem Risikogewässer betroffen sind, können sich zudem freiwillig an der Maßnahmenauswahl beteiligen (lokale Ebene). Alle Akteure erhalten einen auf sie zugeschnittenen Maßnahmenkatalog. Dort geben sie an, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden oder sich in der Umsetzung befinden und welche zukünftig geplant werden. Einige Maßnahmen sind bereits heute aufgrund bestehender Gesetze verbindlich vorgegeben. Viele Maßnahmen können freiwillig, je nach Situation, gewählt werden.

Die Beschreibung zur genauen Vorgehensweise der Maßnahmenauswahl finden Sie in nachfolgendem Link.

Aspekte des Hochwasserrisikomanagements – in welchem Bereich wird wieviel getan?

Alle Maßnahmen sollen dazu beitragen das Risiko zu verringern, daher wirken sie sich meistens positiv auf mehrere Schutzgüter aus. Darüber hinaus sind die bayerischen Maßnahmen einem EU-Aspekt des Risikomanagements zugeordnet: Vorsorge, Vermeidung, Schutz, Wiederherstellung/Regeneration und Überprüfung (Nachsorge) und Sonstiges.

Kreisdiagramm: 17% Vermeidung, davon 6 Prozentpunkte verpflichtend; 27% Schutz, davon 15 Prozentpunkte verpflichtend; 33% Vorsorge, davon 4 Prozentpunkte verpflichtend; 17% Nachsorge, freiwillig; 6% Sonstige, verpflichtend.Bild vergrössern Verteilung der von den lokalen Akteuren (Städte und Gemeinden) geplanten freiwilligen und verpflichtenden Maßnahmen auf die Aspekte des Hochwasserrisikomanagements

Vorsorgemaßnahmen sind auf lokaler Ebene insgesamt am häufigsten geplant (33%). Maßnahmen dieses Aspektes wurden auch mit Abstand am häufigsten freiwillig gewählt. Den zweitgrößten Anteil verzeichnen Maßnahmen des Aspekts Schutz, wobei über die Hälfte der Schutzmaßnahmen verpflichtend ist. Nachsorge- und Vermeidungsmaßnahmen kommen jeweils auf 17%.


Kreisdiagramm: 32% Vermeidung, davon 17 Prozentpunkte verpflichtend; 25% Schutz, davon 10 Prozentpunkte verpflichtend, 23% Vorsorge, davon 2 Prozentpunkte verpflichtend, 18% Nachsorge, freiwillig; 2% Sonstige, freiwillig.Bild vergrössern Verteilung der von den regionalen Akteuren (Regierungen, Wasserwirtschaftsämter und Kreisverwaltungsbehörden) geplanten freiwilligen und verpflichtenden regionalen Maßnahmen auf die Aspekte des Hochwasserrisikomanagements

Auf regionaler Ebene nehmen die Vermeidungsmaßnahmen mit knapp einem Drittel der Maßnahmen den größten Anteil ein. Dies liegt aber auch an den vielen verpflichtenden Vermeidungsmaßnahmen. Die freiwillig gewählten Maßnahmen verteilen sich etwa gleich auf alle vier Aspekte.

Die 4 Hauptaspekte werden auf den Unterseiten noch genauer mit Maßnahmenbeispielen vorgestellt. Zusätzlich zu den Maßnahmen dieser 4 Aspekte gibt es noch "sonstige Maßnahmen" und "strategisch-konzeptionelle Maßnahmen". Alle im bayerischen Maßnahmenkatalog enthaltenen strategisch-konzeptionellen Maßnahmen werden von staatlicher Seite geplant und in den nächsten Jahren umgesetzt.

Die Ergebnisse der Risikobewertung und Maßnahmenauswahl in den beiden Planungseinheiten des Saale-Eger-Gebiets finden Sie in folgenden beiden Dokumenten.