Maßnahmenauswahl - Wie kann das Risiko reduziert werden?

Zur Verringerung bestehender Risiken müssen geeignete Maßnahmen gefunden und umgesetzt werden. Die Bund/Länder - Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat dazu einen deutschlandweiten Maßnahmenkatalog erarbeitet, der Empfehlungen zur Reduzierung des Risikos bereitstellt. In Zusammenarbeit mit betroffenen und beteiligten Akteuren wurde dieser Katalog an die Bedingungen in Bayern angepasst und dient als Grundlage zur Maßnahmenauswahl.

In Bayern wählen die Regierungen (Sachgebiete Wasserwirtschaft), die Wasserwirtschaftsämter und die Kreisverwaltungsbehörden jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich Maßnahmen aus (regionale Ebene). Städte und Gemeinden, die von mindestens einem Risikogewässer betroffen sind, können sich zudem freiwillig an der Maßnahmenauswahl beteiligen (lokale Ebene). Rund 80% der betroffenen Gemeinden haben diese Möglichkeit genutzt. Alle Akteure erhalten einen auf sie zugeschnittenen Maßnahmenkatalog. Dort können sie angeben, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden oder sich in der Umsetzung befinden und welche zukünftig geplant werden. Einige Maßnahmen sind bereits heute aufgrund bestehender Gesetze verbindlich vorgegeben. Viele Maßnahmen können freiwillig, je nach Situation, gewählt werden.

Kartenausschnitt zeigt das bayerische Donaugebiet auf Ebene der Planungseinheiten. Die Einfärbung der Planungseinheiten zeigt wie viele Maßnahmen in der jeweiligen Planungseinheit insgesamt gewählt wurden. Ergebnisse werden im Text erläuter.tBild vergrössern Anteile der regional geplanten Maßnahmen einer Planungseinheit (Anzahl der von den Städten und Gemeinden geplanten Maßnahmen im Verhältnis zu den maximal von ihnen wählbaren freiwilligen und relevanten gesetzlich verpflichtenden Maßnahmen)

Durch die zum Teil enormen Unterschiede der Betroffenheit, wählten die lokalen Akteure im Mittel weniger Maßnahmen als die regionalen Akteure. Grundsätzlich wurden in besonders stark gefährdeten Planungseinheiten auch besonders viele Maßnahmen gewählt. Beispiele hierfür sind die Planungseinheiten an Saalach/Salzach (INN_PE05) oder an der Donau unterhalb von Passau (DIG_PE01). In geringer gefährdeten Planungseinheiten wie z.B. am Lech und an der mittleren Isar (LEC_PE01 und ISR_PE02) ist auch die Anzahl der gewählten Maßnahmen geringer. Es gibt aber auch Abweichungen von dieser Grundtendenz. Durch die Heterogenität der Planungseinheiten (z.B. unterschiedlicher Anteil an Gewässern 1. Ordnung oder unterschiedliche Topographie) sind nicht alle Maßnahmen überall gleich gut umsetzbar. Zudem wurden in manchen Gebieten, die in der Vergangenheit bereits von größeren Hochwasserereignissen betroffen waren, schon früher Maßnahmen ergriffen, die nun ihre Wirkung zeigen.

Aspekte des Hochwasserrisikomanagements – in welchem Bereich wird wieviel getan?

Alle Maßnahmen sollen zu einer Verringerung des gesamten Risikos beitragen. Daher wirken sie sich oft auf mehrere Schutzgüter positiv aus. Darüber hinaus sind die bayerischen Maßnahmen einem EU-Aspekt des Risikomanagements zugeordnet: Vorsorge, Vermeidung, Schutz, Wiederherstellung/Regeneration und Überprüfung (Nachsorge) und Sonstiges.

Kreisdiagramm: 18% Vermeidung, davon 7 Prozentpunkte verpflichtend; 31% Schutz, davon 16 Prozentpunkte verpflichtend; 30% Vorsorge, davon 5 Prozentpunkte verpflichtend; 14% Nachsorge, freiwillig; 7% Sonstige, verpflichtend.Bild vergrössern Verteilung der von den lokalen Akteuren (Städte und Gemeinden) geplanten freiwilligen und verpflichtenden Maßnahmen auf die Aspekte des Hochwasserrisikomanagements

Schutz- und Vorsorgemaßnahmen wurden auf lokaler Ebene am meisten ausgewählt (jeweils ca. 30%). Betrachtet man nur die freiwillig gewählten Maßnahmen, liegen die Vorsorgemaßnahmen (25%) deutlich vorne. Die Anteile der freiwilligen Schutz-, Vermeidungs- und Nachsorgemaßnahmen folgen mit Abstand (15%, 14% und 11%).


Kreisdiagramm: 35% Vermeidung, davon 16 Prozentpunkte verpflichtend; 19% Schutz, davon 9 Prozentpunkte verpflichtend, 25% Vorsorge, davon 1 Prozentpunkt verpflichtend, 20% Nachsorge, freiwillig; 1% Sonstige, freiwillig.Bild vergrössern Verteilung der von den regionalen Akteuren (Regierungen, Wasserwirtschaftsämter und Kreisverwaltungsbehörden) geplanten freiwilligen und verpflichtenden regionalen Maßnahmen auf die Aspekte des Hochwasserrisikomanagements

Auf regionaler Ebene haben die Vermeidungsmaßnahmen mit über einem Drittel der Maßnahmen den größten Anteil aller Aspekte. Grund dafür ist der hohe Anteil verpflichtender Vermeidungsmaßnahmen (16%). Bei den freiwillig gewählten Maßnahmen wurden Maßnahmen zur Vorsorge (24%) und zur Nachsorge (20%) etwas häufiger gewählt.

Zusätzlich zu den Maßnahmen dieser 4 Aspekte gibt es „sonstige Maßnahmen“ und „strategisch-konzeptionelle Maßnahmen“. Alle strategisch-konzeptionellen Maßnahmen werden von staatlicher Seite geplant und in den nächsten Jahren umgesetzt.

Detaillierte Informationen und Beispiele zu den 4 Hauptaspekten finden Sie nachfolgend in unserem Internetangebot. Die Beschreibung zur genauen Vorgehensweise der Maßnahmenauswahl finden Sie hier: