Einzugsgebiet bayerische Donau

Die Donau ist mit rund 2.850km Länge der zweitlängste Fluss Europas und verbindet auf ihrem Lauf zehn Länder. Als der einzige größere Fluss in Europa, der von Westen nach Osten fließt, war und ist die Donau einer der wichtigsten Handelswege Europas.

Bayerisches Donaugebiet

  • Länge Donau: 368km
  • Entwässerungsgebiet: ca. 48.200km2
  • Mittleres Gefälle: 0,49‰.
  • Einwohner: 8,5 Mio.
  • Wichtigste südliche Nebenflüsse: Iller, Lech, Isar und Inn
  • Wichtigste nördliche Nebenflüsse: Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen
  • Hochwassercharakteristik (Faustregel):
    Sommerhochwasser an südlichen Zuflüssen
    Winterhochwasser an nördlichen Zuflüssen

Gewässersystem

Die Quellflüsse der Donau, die Breg und die Brigach, entspringen in Baden-Württemberg im südlichen Schwarzwald. Nach ihrer Vereinigung bei Donaueschingen durchbricht der Fluss in einem engen, gewundenen Tal die Schwäbische Alb zwischen Geisingen und Sigmaringen. In diesem Gebiet befindet sich auch die Donauversickerung, bei der ein Großteil des Wassers aus der Donau durch ein unterirdisches Höhlensystem dem Rhein zufließt. Der verbleibende Teil speist ab Möhringen das weitere Flussbett der Donau.

Die Donau durchfließt Bayern von Westen nach Osten und bildet die natürliche Grenze zwischen Süd- und Nordbayern. Östlich von Passau überquert sie die Landesgrenze nach Österreich, durchfließt weitere sieben Länder Mittel- und Südosteuropas, bevor sie in Rumänien im Donaudelta ins Schwarze Meer mündet.

Von Süden kommend münden die wasserreichen Nebenflüsse Iller, Lech, Isar und Inn in die Donau. Sie entspringen in den Alpen und durchfließen dann das Alpenvorland. Die wichtigsten nördlichen Nebenflüsse sind Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen, die in den Mittelgebirgen der Schwäbischen und Fränkischen Alb und des Bayerischen Waldes entspringen. Das Einzugsgebiet der nördlichen Nebenflüsse beträgt nur etwa ein Drittel des Einzugsgebiets der südlichen Donauzuflüsse.


Naturräume

Im bayerischen Donaugebiet werden insgesamt 65 Naturräume unterschieden. Die zehn größten und bedeutendsten der im bayerischen Donaueinzugsgebiet liegenden Naturraum-Haupteinheiten sind südlich der Donau die ganz im Süden liegenden nördlichen Kalkalpen (D68/Naturraum-Einheiten 010-016) und die Schwäbisch-Oberbayerischen Voralpen (D67/Naturraum-Einheiten 020-027) sowie nördlich davon das Voralpine Moor- und Hügelland (D66/Naturraum-Einheiten 031-039). Daran schließen sich nordwestlich die Donau-Iller-Lech-Platten (D64/Naturraum-Einheiten 041-048) sowie nordöstlich das Unterbayerische Hügelland und die Isar-Inn-Schotterplatten (D65/Naturraum-Einheiten 050-064) an. Nördlich der Donau liegt die Fränkische Alb (D61/Naturraum-Einheiten 080-082) und das Oberpfälzisch-Obermainische Hügelland (D62/Naturraum-Einheiten 070-071), im Westen die Schwäbische Alb (D60 / Naturraum-Einheiten 096-098) und das Schwäbische Keuper-Lias-Land (D58/Naturraum-Einheiten 102-103) und im Osten der Oberpfälzer und Bayerischer Wald (D63/Naturraum-Einheiten 400-409).



Weitere Informationen zu der naturräumlichen Gliederung Bayerns sowie eine Übersichtskarte der Naturraum-Haupteinheiten finden Sie in nachfolgendem Link.


Geologie

Die Geologie des bayerischen Donaugebiets wird in die Großeinheiten Alpen, Molassebecken, Schichtstufenland sowie das Grundgebirge des Westteils der Böhmischen Masse eingeteilt.

Die südliche Begrenzung bilden die Alpen, die aus den großtektonischen Baueinheiten Nördliche Kalkalpen, Flysch, Helvetikum und Faltenmolasse bestehen. Ihre Gesteine entstanden zwischen dem Mesozoikum und dem Tertiär und wurden durch plattentektonische Bewegungen vor allem während Kreide und Tertiär übereinander geschoben, verfaltet und gehoben.

Den Bereich zwischen den Alpen und der Donau nimmt das Molassebecken ein, das in der Tertiärzeit den Abtragungsschutt der wachsenden Alpen aufnahm. Den südlichen und westlichen Teil des Alpenvorlands prägen Moränen der eiszeitlichen Gletscher und daran anschließende Schotterterrassen. Von der Donau bei Regensburg bis ins Main-Einzugsgebiet erstreckt sich das Schichtstufenland als Teil der Süddeutschen Großscholle. Nach Nordwesten erschließen sich zunehmend ältere Abschnitte des Mesozoikums. Unterbrochen wird die Abfolge durch den weiten Kessel des Nördlinger Rieses, der Überrest eines Meteoriteneinschlages im Tertiär.

Im östlichen und nordöstlichen Teil des bayerischen Donaugebiets prägen metamorphe und magmatische Gesteine des Grundgebirges die Landschaft. Sie entstanden bei der variszischen Gebirgsbildung vor etwa 380 bis 320 Millionen Jahren, als die bereits vorhandenen Gesteine unter hohen Drücken und Temperaturen in Metamorphite umgewandelt wurden und Gesteinsschmelzen in die Erdkruste eingedrungen sind.


Schutzgebiete und Umwelt

An der Donau prägten ursprünglich Auwälder und ausgedehnte Moore die Tallandschaften. Aufgrund des früher ehemals stark mäandrierenden Flusslaufs gibt es heute entlang der Donau noch viele besonders schützenswerte Naturgebiete. In diesen sind seltene Auenbiotope und Auwälder mit artenreichen und mittlerweile auch gefährdeten Pflanzen- und Tiergemeinschaften zu finden.

Da die biologische Vielfalt als eine wesentliche Grundlage für das Leben und die Gesundheit des Menschen gilt, ist es nötig die Artenvielfalt von Fauna und Flora zu erhalten und zu schützen. Dafür gibt es in Deutschland ein System verschiedener Schutzkategorien, das durch das internationale Schutzgebietssystem Natura 2000 der EU ergänzt wird. Es besteht aus den Gebieten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) und der Vogelschutz-Richtlinie, die Arten und Lebensräume innerhalb der EU in einem länderübergreifenden Schutzgebietsnetz schützen und damit die biologische Vielfalt dauerhaft erhalten sollen. Im Rahmen der Hochwasserrisikomanagement-Planung sind vor allem die im Hochwasserfall betroffenen FFH- und Vogelschutzgebiete von Interesse.

Darüber hinaus befinden sich im bayerischen Donaugebiet bedeutende National- und Naturparks. Zu den Nationalparks zählen der Nationalpark "Bayerischer Wald" sowie der Nationalpark "Berchtesgaden". Zu den Naturparks zählen der Naturpark "Bayerischer Wald", der Naturpark "Altmühltal" sowie der Naturpark "Augsburg – Westliche Wälder".

Neben der schützenswerten Natur ist der Wasserreichtum ein besonderes Gut des Donaugebiets. Sowohl Trinkwasserschutzgebiete als auch Grundwasserkörper müssen vor einer negativen Beeinträchtigung durch Hochwasser geschützt werden. Gleiches gilt für die Heilquellenschutzgebiete, die vorwiegend im Alpenraum sowie im Fränkischen Jura zu finden sind.


Landnutzung

Das Einzugsgebiet der bayerischen Donau wird fast zur Hälfte landwirtschaftlich genutzt, in dünner besiedelten Gebieten beträgt der Anteil der Landwirtschaft über 54%. In den Ballungsräumen, insbesondere südlich der Donau, überwiegt der Anteil an bebauter Fläche. Im Bergland der Alpen, des Bayerischen Waldes und der Fränkischen Alb finden sich ausgedehnte Wälder. Größere Waldgebiete befinden sich auch zwischen Lech und Iller sowie südlich von München bis hin zu den oberbayerischen Seen. Insgesamt beträgt der Anteil an Wäldern und naturnahen Flächen ca. 35%. Der Anteil der bebauten Flächen beträgt ca. 8%, der Anteil an Wasserflächen beträgt knappe 2% und der Anteil an vegetationslosen Flächen beträgt nicht mal 1%.


Besiedlung

Im bayerischen Einzugsgebiet der Donau leben ca. 8,5 Mio. Einwohner. Dies entspricht etwa 67% aller Einwohner Bayerns. Die Besiedlungsdichte beträgt durchschnittlich 175 Einwohner pro km2.

4 der 6 bevölkerungsreichsten Städte Bayerns liegen im Einzugsbereich der Donau. Der Siedlungsschwerpunkt liegt auf dem Großraum München mit ca. 3 Mio. Einwohnern. In der Landeshauptstadt München (ca. 1,4 Mio. Einwohner) und ihrem Verdichtungsraum leben stellenweise mehr als 1.000 Einwohner pro km2. Die Region umfasst neben der Landeshauptstadt München die Städte und Gemeinden der Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech, München und Starnberg. Die anderen 3 der 6 bevölkerungsreichsten Städte Bayerns im Donauraum sind der Verdichtungsraum Augsburg mit ca. 1 Mio. Einwohnern sowie Regensburg (ca. 140.000 Einwohner) und Ingolstadt (ca. 130.000 Einwohner). Diese Verdichtungsräume weisen Einwohnerdichten zwischen 500 bis über 1.000 Einwohner pro km2 auf.

München verzeichnete von 2000 bis 2010 einen Bevölkerungszuwachs von 11,8%, während die Zunahme für die drei anderen Großstädte zwischen 3,8% (Augsburg) und 8,1% (Ingolstadt) lag.

Weitere größere Siedlungsschwerpunkte liegen in den Oberzentren Neu-Ulm, Memmingen, Kempten, Donauwörth, Amberg, Weiden in der Oberpfalz, Landshut, Straubing, Rosenheim und Passau mit jeweils zwischen 40.000 und 65.000 Einwohnern und Einwohnerdichten zwischen 200 bis 1.000 Einwohnern pro km2. In den restlichen Regionen des Donaugebiets liegt die Einwohnerdichte dagegen weit niedriger, bei 1 bis 500 Einwohner pro km2.

Die Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche verläuft deutlich dynamischer als die Einwohnerentwicklung. Während die Siedlungs- und Verkehrsfläche im Zeitraum 1980 bis 2012 um 45% zunahm, stieg die Einwohnerzahl nur um 14% an. Gründe hierfür sind die Ausweisung von Bauland in Gebieten mit Bevölkerungsrückgang, die Zunahme der Einpersonenhaushalte und der Bau von Gewerbe- und Verkehrsflächen.


Wirtschaftliche Aktivität

Das Donaugebiet umfasst mit dem Großraum München die wirtschaftsstärkste Region Bayerns. Es liegt bei den wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen, wie dem Anteil Erwerbstätiger oder dem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner, leicht über dem bayerischen und deutlich über dem deutschen Durchschnitt. Zwei Drittel der Wirtschaftsleistung wurden 2010 durch Dienstleistungen und ein Drittel durch das produzierende Gewerbe erbracht. Land- und Forstwirtschaft machten nur einen geringen Teil der gesamten Wirtschaftsleistung im Donaugebiet aus. Sie spielten aber in den ländlichen Gebieten als landschaftsprägende Wirtschaftszweige eine wichtige Rolle.

Im Bereich der industriellen Produktion hat sich im Donaugebiet Schwaben auf den Maschinenbau spezialisiert. Somit hat Schwaben, gemessen an den Beschäftigten, die größte Maschinenbaubranche in Bayern. Niederbayern wird sehr stark durch die vor allem in Dingolfing ansässige Automobilindustrie geprägt. Sie hat in Niederbayern mit einem Anteil von 27% an der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe nahezu das doppelte Gewicht wie in Bayern insgesamt. Der Regierungsbezirk Oberbayern ist im verarbeitenden Gewerbe die bedeutendste Region in Bayern und gehört damit zu den größten Standorten Europas. Der Raum München ist bezogen auf die Industriebeschäftigten der wichtigste Standort. In der Oberpfalz gibt es einige auf den Weltmärkten hervorragend platzierte, industrielle Großunternehmen. Die starke Stellung der Region bezieht sich vor allem auf die Elektrotechnik, Maschinenbau sowie die Automobilindustrie.

Kulturgüter

In den Auen bzw. an Gewässern finden sich zahlreiche wertvolle Bau- und Bodendenkmäler, da sich Städte und größere Siedlungen oftmals in Gewässernähe entwickelt haben.

Im bayerischen Einzugsgebiet der Donau liegen 470 Bauensembles, dazu zählen beispielsweise mehrere Altstädte und Kirchen, der Domberg von Freising, oder auch Schloss Blutenburg, die Maximilianstraße, Prinzregentenstraße und das Lehel in München und das Fuggerschloss in Gablingen. Zudem befinden sich in diesem Raum ca. 76.000 Baudenkmäler und über 35.000 Bodendenkmäler.

Die UNESCO hat vier Kulturstätten im Donaugebiet mit dem Titel Weltkulturerbe ausgezeichnet (UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten):

  • die Altstadt von Regensburg
  • die Wieskirche im Pfaffenwinkel
  • der obergermanisch-rätische Limes
  • die Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (Einzelstätten Pestenacker, Unfriedshausen und Roseninsel)