Was ist ein Risikogewässer?

Ein Gewässer gilt dann als Risikogewässer, wenn von ihm im Hochwasserfall besondere Risiken für die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe oder die wirtschaftliche Tätigkeit und erhebliche Sachwerte ausgehen. Diese Risiken ergeben sich einerseits durch bestimmte Nutzungen, wie z.B. dichte Wohnbebauung in Gewässernähe, durch die große Schäden entstehen können. Andererseits sind besonders schützenswerte Gebiete am Gewässer durch schädliche Stoffe gefährdet, die durch ein Hochwasser transportiert werden und zu Verunreinigungen führen können.

Im Hochwasser der Iller schwimmen 2 Wohnwagen.Bild vergrössern Risiko Hochwasser

Um die Risikogewässer zu ermitteln, wurde im ersten Schritt der Risikomanagement-Planung die sogenannte vorläufige Risikobewertung durchgeführt. Diese Bewertung wurde in Bayern an allen Gewässern durchgeführt, die ein Einzugsgebiet von mehr als 10km2 haben. Zusätzlich wurden auch Gewässer mit einem kleineren Einzugsgebiet als Risikogewässer ausgewiesen, wenn Experten der Wasserwirtschaftsämter dies für nötig hielten. Z.B. wenn bekannt ist, dass an diesen Gewässern bereits in der Vergangenheit schwere Hochwasserschäden entstanden sind.

Risikogewässer bayerischer Bodensee

Im Einzugsgebiet des bayerischen Bodensees wurden anhand dieser Kriterien lediglich der Bodensee selbst mit seiner Uferlinie von der Staatsgrenze zu Österreich bei Lindau bis zur Landesgrenze zu Baden-Württemberg bei Nonnenhorn, sowie die Uferlinie der Insel Lindau als Gewässer mit potenziell signifikantem Hochwasserrisiko identifiziert. Die Gesamtlänge der gefährdeten Uferabschnitte beläuft sich auf 22km. Alle anderen Gewässer des bayerischen Bodenseegebiets wurden nicht als Risikogewässer eingestuft.

Eine Beschreibung der genauen Methodik der vorläufigen Risikobewertung finden Sie in nachfolgendem Link.