Maßnahmenauswahl - Wie kann das Risiko reduziert werden?

Zur Verringerung bestehender Risiken müssen geeignete Maßnahmen gefunden und umgesetzt werden. Die Bund/Länder - Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat dazu einen deutschlandweiten Maßnahmenkatalog erarbeitet, der Empfehlungen zur Reduzierung des Risikos bereitstellt. In Zusammenarbeit mit betroffenen und beteiligten Akteuren wurde dieser Katalog an die Bedingungen in Bayern angepasst und dient als Grundlage zur Maßnahmenauswahl.

In Bayern haben die Regierungen (Sachgebiete Wasserwirtschaft), die Wasserwirtschaftsämter und die Kreisverwaltungsbehörden jeweils für ihren Zuständigkeitsbereich Maßnahmen ausgewählt (regionale Ebene). Städte und Gemeinden, die von mindestens einem Risikogewässer betroffen sind, können sich zudem freiwillig an der Maßnahmenauswahl beteiligen (lokale Ebene). Alle Akteure erhalten einen auf sie zugeschnittenen Maßnahmenkatalog. Dort geben sie an, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden oder sich in der Umsetzung befinden und welche zukünftig geplant werden. Einige Maßnahmen sind bereits heute aufgrund bestehender Gesetze verbindlich vorgegeben. Viele Maßnahmen können freiwillig, je nach Situation, gewählt werden.

Die Beschreibung zur genauen Vorgehensweise der Maßnahmenauswahl finden Sie im nachfolgenden Link.

Aspekte des Hochwasserrisikomanagements – in welchem Bereich wird wieviel getan?

Alle Maßnahmen sollen dazu beitragen das Risiko zu verringern, daher wirken sie sich meistens positiv auf mehrere Schutzgüter aus. Darüber hinaus sind die bayerischen Maßnahmen einem EU-Aspekt des Risikomanagements zugeordnet: Vorsorge, Vermeidung, Schutz, Wiederherstellung/Regeneration und Überprüfung (Nachsorge) und Sonstiges.

Kreisdiagramm: 22% Vermeidung, davon 7 Prozentpunkte verpflichtend; 24% Schutz, davon 7 Prozentpunkte verpflichtend; 33% Vorsorge, freiwillig; 14% Nachsorge, freiwillig; 7% Sonstige, verpflichtend.Bild vergrössern Verteilung der von den lokalen Akteuren (Städte und Gemeinden) geplanten freiwilligen und verpflichtenden Maßnahmen auf die Aspekte des Hochwasserrisikomanagements

Auf lokaler Ebene spielen die Vorsorgemaßnahmen mit einem Anteil von 33% eine große Rolle. Viele Vorsorgemaßnahmen wie z.B. die Information von Wirtschaftsunternehmen und Bürgern, verursachen nur geringe Kosten und erzielen dennoch eine große Wirkung. Die restlichen freiwillig ausgewählten Maßnahmen verteilen sich relativ gleichmäßig auf die Handlungsbereiche Vermeidung, Schutz und Nachsorge.


Kreisdiagramm: 42% Vermeidung, davon 21 Prozentpunkte verpflichtend; 5% Schutz, verpflichtend; 32% Vorsorge, davon 5 Prozentpunkt verpflichtend; 21% Nachsorge, freiwillig; 0% Sonstige.Bild vergrössern Verteilung der von den regionalen Akteuren (Regierungen, Wasserwirtschaftsämter und Kreisverwaltungsbehörden) geplanten freiwilligen und verpflichtenden regionalen Maßnahmen auf die Aspekte des Hochwasserrisikomanagements

Auf regionaler Ebene sind annähernd die Hälfte aller geplanten Maßnahmen dem Aspekt Vermeidung zugeordnet. Freiwillig wurden jedoch genauso viele Maßnahmen zur Nachsorge und noch mehr Vorsorgemaßnahmen gewählt. Schutzmaßnahmen beschränken sich am Bodenseeufer auf einen kleinen Anteil verpflichtender Maßnahmen.