Aktuelle Messwerte

Bei Betrachtung und der Bewertung der Messergebnisse muss zwischen den gemessenen Nitratwerten im Grundwasser und den gemessenen Nitratwerten im Rohwasser unterschieden werden. Als Rohwasser wird das Wasser bezeichnet, das mit einer Wassergewinnungsanlage aus dem Grundwasserleiter oder einer Quelle entnommen und unmittelbar zu Trinkwasser aufbereitet wird oder sogar ganz ohne Aufbereitung naturbelassen als Trinkwasser verteilt wird. Da diese Wasservorkommen oft in landwirtschaftlich weniger genutzten Gebieten liegen und durch Wasserschutzgebiete besonders geschützt sind, ist die Nitratbelastung im Rohwasser häufig geringer als im Grundwasser außerhalb der Schutzgebiete. So überschreiten nur rund 3 Prozent aller Trinkwassergewinnungsanlagen, aber rund 10 Prozent der Nitrat-Messstellen des Wasserrahmenrichtlinien (WRRL)-Messnetzes den zulässigen Schwellenwert für Nitrat von 50 mg/l. Das WRRL-Messnetz dient der repräsentativen, langfristigen Erfassung und Bewertung des chemischen Grundwasserzustandes in Bayern.

Die bayernweite Situation des Rohwassers sowie des Grundwassers wird regelmäßig in den Berichten des LfU: "Grundwasser für die öffentliche Wasserversorgung: Nitrat und Pflanzenschutzmittel" beschrieben.

Über den einzelnen Jahressäulen ist jeweils die Zahl der Messstellen genannt. Von 2001 bis 2006 wurden 263 bis 268 Messstellen untersucht, von 2007 bis 2018 475 bis 500 Messstellen. Die Zahl schwankt, weil die Messnetze kontinuierlich angepasst und 2007 deutlich erweitert wurde.
Die Säulen für jedes Jahr zeigen und nennen des prozentuale der Anteil der Messstellen an den fünf Nitratbelastungsklassen (Milligramm Nitrat pro Liter): unter 10 Milligramm: der Anteil der Messstellen schwankt zwischen 38,8 und 50,8 Prozent
10 bis 25 Milligramm: der Anteil der Messstellen schwankt zwischen 21,2 und 25,2 Prozent
über 25 bis 37,5 Milligramm: der Anteil der Messstellen schwankt zwischen 11,7 und 16.9 Prozent
über 37,5 bis 50 Milligramm: der Anteil der Messstellen schwankt zwischen 7,1 und 14,3 Prozent
über 50 Milligramm: der Anteil der Messstellen schwankt zwischen 3,4 und 10,2 Prozent
Bei den Schwankungen auf und ab ist in kein Trend eindeutiger Trend erkennbar, auch weil die Zahl der Messstellen schwankt.
Anteil der untersuchten Messstellen des Landesmessnetzes Grundwasserbeschaffenheit (2000 bis 2006) bzw. des WRRL-Überblicksmessnetzes (2007 bis 2018) an den Nitratbelastungsklassen für die Jahre 2000 bis 2018. Details zu den Daten und zu den Messnetzen finden Sie bei den Links.

Die Messnetze zur Erfassung der Grundwasserbeschaffenheit werden in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut.