Baulücken aktivieren, Flächen gewinnen

Ungenutzte Baugrundstücke im Ort – so genannte Baulücken bieten in vielen Kommunen das größte Potenzial für die Innenentwicklung.

Bewachsene Baulücke zwischen zwei Mehrfamilienhäusern an einer StraßeBild vergrössern Platz für Neues: Baulücke in einem Einfamilienhausgebiet

Der erste Schritt beim kommunalen Flächenmanagement ist daher, zu ermitteln, wie groß die Zahl an eventuell verfügbaren Baulücken tatsächlich ist. Hierfür müssen die Eigentümerinnen und Eigentümer gezielt angesprochen und über die Chancen der Innenentwicklung informiert werden. Oftmals zeigt sich ein Teil von ihnen bereit, diese Grundstücke zu verkaufen.

Wenn Städte und Gemeinden Baulücken effektiv nutzen, kann der Ortskern als lebendiges Wohnumfeld erhalten bleiben – davon profitieren sowohl Einheimische als auch Neubürgerinnen und Neubürger. Gleichzeitig sparen die Kommunen kostspielige Investitionen in neue Siedlungsgebiete und reduzieren so den Flächenverbrauch.

Forschung für nachhaltiges Flächenmanagement

Erfolgreich getestet wurde die gezielte Eigentümeransprache erstmalig in dem Forschungsprojekt "HAI – Neue Handlungshilfen für die aktive Innenentwicklung", an dem auch das Bayerische Landesamt für Umwelt beteiligt war. Das Projekt fand im Rahmen des Bundesforschungsprogramms REFINA statt. Von 2006 bis 2008 ermittelten die drei bayerischen Modellkommunen Gunzenhausen, Baiersdorf und Stegaurach sowie die baden-württembergische Kleinstadt Pfullingen systematisch Baulücken und leerstehende Gebäude im Ortsinneren. Dafür erfassten sie mit Fragebögen, ob die Eigentümerinnen und Eigentümern diese Flächen verkaufen möchten. Mehr als die Hälfte der Befragten meldete sich zurück, etwa ein Viertel zeigte sich verkaufsbereit. Die positive Resonanz fiel damit deutlich höher aus als angenommen.

Aus dem Modellprojekt ging die Broschüre "Kleine Lücken – große Wirkung" hervor, die gemeinsam von den Umweltministerien in Bayern und Baden-Württemberg herausgegeben wurde. Sie zeigt auf, wie die Eigentümeransprache in der Praxis funktioniert. Diese Methodik wurde auch im Modellprojekt "Flächenmanagement in interkommunaler Zusammenarbeit" des Bayerischen Landesamts für Umwelt angewandt und in die Flächenmanagement-Datenbank integriert.