PRESSEMITTEILUNG

Nr. 22 / Montag, 29. Mai 2017

Natur
Chinesische Teichmuschel bedroht einheimische Bestände

Landesamt für Umwelt bittet um Meldung von Vorkommen
Chinesische Teichmuschel
Chinesische Teichmuschel (Quelle: TUM/Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie)
+++ Die ursprünglich in Südostasien beheimatete Chinesische Teichmuschel kommt mittlerweile auch in Bayern vor. Die invasive Art gefährdet nicht nur die einheimischen Muschelbestände, sondern auch die bedrohte Fischart Bitterling. Vermutlich gelangte die Chinesische Teichmuschel durch infizierte asiatische Fischarten in unsere Gewässer. Um die derzeitige Ausbreitung und Bestandsentwicklung in Bayern zu erfassen, sollen Fundorte mit einer Fotodokumentation der Muschel an die Muschelkoordinationsstelle Bayern gemeldet werden. Für Laien ist die Unterscheidung zu geschützten heimischen Muschelarten schwierig. Aufgefundene Muscheln sollten deshalb nach der Fotodokumentation zunächst möglichst ungestört am Fundort verbleiben. +++

Der Bitterling, der auf der Roten Liste gefährdeter Arten in Bayern steht, benötigt zur Eiablage einheimische Großmuscheln als Brutplatz. Durch die Zunahme der Chinesischen Teichmuschel legt der Bitterling seine Eier vermehrt dort ab. Die Chinesische Teichmuschel stößt die Eier des Bitterlings jedoch wieder aus. Die Weiterentwicklung der Eier ist damit nicht mehr gesichert.

Nicht selten werden Chinesische Teichmuscheln als vermeintlich heimische Teichmuscheln verkauft. Das LfU empfiehlt daher, beim Muschelkauf für den eigenen Gartenteich auf die Herkunft der Muscheln zu achten. Im Zweifelsfall sollte auf den Kauf verzichtet werden.

Kontaktdaten der Muschelkoordinationsstelle
Technische Universität München
Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie
Tel. 08161 / 713478
muschel@tum.de
www.fisch.wzw.tum.de

Internetlinks
Flyer „Die Chinesische Teichmuschel als invasive Art“
Bestimmungsschlüssel der in Bayern vorkommenden Großmuscheln

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