PRESSEMITTEILUNG

Nr. 31 / Mittwoch, 12. Juli 2017

Natur
Aktualisierung der Biotopkartierung im Landkreis Tirschenreuth abgeschlossen

Rund 2.200 Biotope mit einer Fläche von ca. 2.900 Hektar im Land der 1.000 Teiche erfasst

Blühende Moosbeere an verlandeten Waldteich östlich Zanklhut
Blühende Moosbeere an verlandeten Waldteich östlich Zanklhut (Quelle: LfU)
+++ Experten des LfU haben gemeinsam mit dem Landratsamt Tirschenreuth und einem Fachbüro aus Hohenlinden in den Jahren 2013 bis 2016 die Naturschätze im Landkreis kartiert. Es war die zweite Biotopkartierung nach rund 30 Jahren. Das Ergebnis: Fast 2.200 Biotope mit rund 5.700 Einzelflächen und einer Gesamtfläche von rund 2.900 Hektar (2,7 Prozent der Landkreisfläche) wurden erfasst. Feuchtbiotope wie Moore, naturnahe Gewässer oder extensiv genutzte Nasswiesen bildeten einen Schwerpunkt der erfassten Biotope. Das Bayerische Umweltministerium stellte über 290.000 Euro für die Natur-Inventur zur Verfügung. +++

Feuchtbiotope treten insbesondere in der Naab-Wondreb-Senke zwischen den Gebirgszügen des Fichtelgebirges und dem Oberpfälzer Wald gehäuft auf. Dieser Naturraum mit seiner Vielzahl an Teichen und ausgeprägten Verlandungsbereichen aus Röhrichten, Großseggenrieder oder Schwimmblatt- und Unterwasservegetation trägt wesentlich zum Erhalt der Biodiversität im Landkreis bei. Neben den naturnahen Teichen kennzeichnen viele weitere Feuchtlebensräume den Landkreis: Regengespeiste Hochmoore, nährstoffarme, grundwassergeprägte Flachmoore und Streuwiesen, extensiv genutztes, artenreiches Feucht- und Nassgrünland oder auch naturnahe Quellen und Fließgewässer wie die Waldnaab, Wondreb und deren Zuflüsse ergänzen das Biotopspektrum im Landkreis.

Neben den wassergeprägten Biotopen hat der Landkreis weitere Besonderheiten der Pflanzenwelt zu bieten. Im Fichtelgebirge, das den größten Flächenanteil am Landkreis einnimmt, findet man beispielsweise artenreiche Bergwiesen oder saure Borstgrasrasen mit vielen seltenen, nur in höheren Lagen anzutreffenden Arten wie der Schwarzen Teufelskralle, dem Bärwurz oder der Arnika. Darüber hinaus ergänzen artenreiche Sand- und Kalkmagerrasen, Schutt- und Felsbiotope, Flachland-Mähwiesen oder naturnahe Heckenbestände die Vielfalt an Lebensräumen im Landkreis.

In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft stellen Biotope für unzählige gefährdete Tier- und Pflanzenarten wichtige Rückzugsräume dar. Mit der Biotopkartierung bekommen Behörden, Kommunen, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage zum Schutz der Arten- und Biotopvielfalt. So bildet die Biotopkartierung eine wesentliche Grundlage beispielsweise bei der Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz.

Daten der Biotopkartierung können im Internet abgerufen werden unter: https://www.lfu.bayern.de/natur/biotopkartierung_daten/index.htm.

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