PRESSEMITTEILUNG

Nr. 31 / Dienstag, 31. Mai 2016

Boden
Gley bei Kloster Roggenburg ist Boden des Jahres 2016

Bildungszentrum macht Grundwasserboden für Groß und Klein erlebbar

LfU-Präsident Kumutat überreicht  Pater Roman Löschinger vom Umweltbildungszentrum Kloster Roggenburg die Auszeichnung
LfU-Präsident Kumutat überreicht Pater Roman Löschinger vom Umweltbildungszentrum Kloster Roggenburg die Auszeichnung (Quelle: LfU)
+++ Bayerns Boden des Jahres 2016 ist der Gley beim schwäbischen Kloster Roggenburg. Dies gab der Präsident des Landesamtes für Umwelt (LfU) Claus Kumutat heute bei der offiziellen Übergabe der Auszeichnung an Pater Roman Löschinger, Direktor des Zentrums für Familie, Umwelt und Kultur beim Umweltbildungszentrum des Klosters, bekannt. Kumutat: "Gemeinsam mit Gemeinde und Wasserwirtschaftsamt wird am Bodenerlebnispfad Roggenburg in vielen Mitmachaktionen Groß und Klein die empfindliche Haut der Erde näher gebracht. Dieses Engagement der Prämonstratenser-Chorherren wollen wir würdigen." Für ihre Initiative zur Bodenbewusstseinsbildung wird das Kloster-Bildungszentrum als Bayerns offizieller Repräsentant für den Boden des Jahres 2016 ausgezeichnet. +++

Der Bodenerlebnispfad wird vom Bildungszentrum des Klosters, der Gemeinde Roggenburg und dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth betreut. Im Bildungszentrum finden viele Umweltprojekte und Veranstaltungen statt. Darunter auch Aktionen rund um das Thema Boden. Dem Grundwasserboden (Gley) widmet sich die zweite Station des Bodenerlebnispfades in der Nähe des Klosters. Auf rund einem Kilometer lädt dieser an insgesamt acht Stationen ein, die örtlich vorkommenden Böden zu erkunden.
Im Gley am Kloster reicht das Grundwasser die meiste Zeit des Jahres bis an die Bodenoberfläche. Nur durch Schwankungen des Wasserstandes gelangt zeitweise Sauerstoff in den Boden. Der beinahe ganzjährig nasse Gley ist im besonderen Maß Standort für seltene Pflanzen, die mit der Dauerfeuchte umgehen können. Im Wald sind zum Beispiel der Sumpf-Pippau und auf Feuchtwiesen die Trollblume oder verschiedene Seggen anzutreffen.
Humusreiche Gleye speichern viel Kohlenstoff und tragen so zum Klimaschutz bei. Zudem speichern Gleye große Mengen Wasser und geben es verzögert an die Gewässer ab. Damit leisten Grundwasserböden einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und wirken in Trockenperioden als kühlendes Landschaftselement. Gleye sollten daher traditionell als Grünland oder, wie in Roggenburg, als Waldstandorte genutzt und so bewahrt werden.
Der Boden des Jahres ist eine gemeinsame Aktion der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft und des Bundesverbandes Boden. Er wird seit 2005 jährlich ausgewählt. 2016 fiel die Wahl auf den Grundwasserboden (Gley).

Grundwasserboden (Gley) beim Kloster Roggenburg - Boden des Jahres 2016
Flyer "Grundwasserboden (Gley) beim Kloster Roggenburg"
Nähere Informationen zum Bodenerlebnispfad - PDF

Kurzportrait


Das Zentrum für Familie, Umwelt und Kultur beim Kloster Roggenburg ist seit 1999 anerkannte Umweltstation. Neben dem Kloster gehören der Bezirk Schwaben, der Landkreis Neu-Ulm und die Gemeinde Roggenburg zum Trägerverbund. Im Bildungszentrum ist auch das Walderlebniszentrum Roggenburg angesiedelt. Gemeinsam führen beide u.a. jährlich ca. 120 mehrtägige Schulklassenaufenthalte zu ökologischen Themen durch. Mit ca. 1.400 Veranstaltungen erreicht das Bildungszentrum jährlich etwa 60.000 Besucher. Die Arbeit des Bildungszentrums wurde 2013 mit der Bayerischen Umweltmedaille ausgezeichnet.

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