PRESSEMITTEILUNG

Nr. 24 / Mittwoch, 11. Mai 2016

Natur
Platz für Pracht-Nelke und Lungen-Enzian: Biotope im Landkreis Erding erfasst

Platz für Pracht-Nelke und Lungen-Enzian: Biotope im Landkreis Erding erfasst

Lungen-Enzian – eine Art der Kalkflachmoore
Lungen-Enzian – eine Art der Kalkflachmoore (Quelle: LfU)
+++ Naturnahe Hecken, Röhrichtbestände, extensiv genutzte Wiesen, nährstoffarme Magerrasen, Niedermoore oder Pfeifengraswiesen – die Lebensräume für Tiere und Pflanzen im Landkreis Erding sind vielgestaltig. Wie die Ergebnisse der jüngsten Biotopkartierung des Landesamtes für Umwelt (LfU) belegen, sind vor allem die Streuwiesen- und Niedermoorreste im Erdinger Moos von sehr hoher Bedeutung für viele gefährdete Arten. Von 2013 bis 2015 haben Experten des LfU in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Erding zum zweiten Mal die Naturschätze im Landkreis kartiert. Das Ergebnis: auf über 3,1 Prozent der Landkreisfläche wurden über 1.000 Biotope mit einer Gesamtfläche von rund 2.700 Hektar erfasst. Mit den Ergebnissen der Kartierung erhalten Naturschutzbehörden, Planungsbüros und Wissenschaftler eine wichtige Arbeitsgrundlage, zum Beispiel für die Erarbeitung von Landschafts- und Grünordnungsplänen oder im Vertragsnaturschutz. +++

In den nährstoffarmen, grundwassergeprägten Moorflächen, etwa im Viehlaßmoos südlich von Gaden, finden konkurrenzschwache Pflanzenarten wie der Kantige Lauch, die Pracht-Nelke oder der Lungen-Enzian letzte Rückzugsräume in einer von intensiver Nutzung geprägten Landschaft. Magerrasen auf den trockenen Schotterbänken entlang der Isar bieten weiteren gefährdeten Arten eine Heimat wie beispielsweise der Fliegen-Ragwurz oder dem Deutschen Backenklee, der dort sein beinahe einziges Vorkommen in Bayern hat. Auch außerhalb des Erdinger Mooses belegt die Biotopkartierung wertvolle Lebensräume im Landkreis, viele davon entlang der Bachtäler, wie z.B. von Strogn, Sempt, Schwillach oder Isen.

Die erste Inventur liegt bereits 25 Jahre zurück. Das Bayerische Umweltministerium stellte rund 125.000 Euro für die Natur-Inventur außerhalb der Wälder zur Verfügung. Die Geländearbeiten wurden von einem Fachbüro aus Landsberg am Lech durchgeführt.
Im Rahmen einer Nacherfassung beabsichtigt das LfU im Laufe dieses Jahres die Kartierung bislang nicht untersuchter Flächen in den Gemeinden Oberding, Eitting und Berglern. Das LfU bittet, auch diese Kartierarbeiten zu unterstützen und den Kartierern Zutritt zu den Grundstücken zu gewähren. Die Ergebnisse der Nacherfassung können voraussichtlich im Frühsommer nächsten Jahres veröffentlicht werden.

Weitere Informationen
Die Ergebnisse der Biotopkartierung können über das Fachinformationssystem Naturschutz im Internet (FIN-Web) eingesehen werden unter:
http://fisnat.bayern.de/finweb
oder kostenlos heruntergeladen werden unter:
http://www.lfu.bayern.de
Als Ansprechpartner vor Ort steht auch die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Erding zur Verfügung.

Downloads

PDF-Datei zur Pressemitteilung

Pressefoto(s) zur Pressemitteilung