PRESSEMITTEILUNG

Nr. 31 / Donnerstag, 10. September 2015

Natur
Alles andere als öde – seltene Heuschreckenart auf offenen Kiesflächen am LfU in Haunstetten entdeckt

Neue Heimat für Blauflügelige Ödlandschrecke auf LfU-Außenanlagen

Blauflügelige Ödlandschrecke auf LfU-Außenanlagen
Blauflügelige Ödlandschrecke auf LfU-Außenanlagen (Quelle: LfU)
+++ Erstmals im Jahr 2014 und erneut in diesem Jahr haben Fachleute des Landesamtes für Umwelt (LfU) in den Außenanlagen in Haunstetten die Blauflügelige Ödlandschrecke entdeckt. Die auf der Roten Liste stehende Heuschrecke war bislang in Augsburg nur im Bereich um den Hauptbahnhof nachgewiesen worden. Die Distanz zum LfU in Haunstetten erscheint für diese Tierart beträchtlich. "Wir freuen uns über den neuen Nachbarn. Seine Ansiedelung ist ein weiterer Beweis, dass es gelingen kann, Lebensräume für seltene Arten auch in der Stadt zu schaffen", betont LfU-Präsident Claus Kumutat. Die Außenanlagen am LfU sowie die angrenzenden Ausgleichsflächen für das Studentenwohnheim bilden die ehemals offenen Schotterflächen des Lechs nach und bieten Tieren und Pflanzen der Lechhaiden eine neue Heimat. Neben der Blauflügeligen Ödlandschrecke wurden bereits seltene Käfer- und Wanzenarten wie der Prächtige Schnellläufer (Laufkäfer) und seltene Schmetterlinge wie Silbergrüner und Himmelblauer Bläuling sowie die Schwarzblaue Sklavenameise von Mitgliedern des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben e.V. entdeckt. +++

Wandert man über das ehemalige Flugfeld am Bayerischen Landesamt für Umwelt kann man die blaugeflügelten Heuschrecken auffliegen sehen. Ein kurzes Schwirren und mit einer plötzlichen Hakenlandung sind sie wieder verschwunden. Gut getarnt mit ihren ansonsten graubraun marmorierten Körpern sind sie zwischen den lückigen Gesteinsflächen nahezu unsichtbar. Nur ein schwaches Zirpen – kurze, leise Töne – sind zu hören. Die sommerliche Wärme über dem offenen Kies begünstigt die seltene Art. Die Tiere halten sich fast ausschließlich auf dem nackten Boden, dem "Ödland" auf.

Die Freianlagen am LfU sind weitgehend öffentlich zugänglich. Ein im Internet beschriebener Rundgang mit Übersichtsplan hilft, das Gelände zu entdecken und typische Orte und Gestaltungselemente zu erkunden. Fotos der einzelnen Stationen machen die Außenanlagen auch virtuell erlebbar.
Nähere Informationen.

Weitere Informationen zur Blauflügeligen Ödlandschrecke:
Die Männchen haben eine Körperlänge von 15-20mm. Das größere, bis zu 28mm lange Weibchen legt die Eier tief in den Boden, wo sie überwintern. Die Larven schlüpfen im Frühjahr. In vier bis fünf aufeinanderfolgenden Larvenstadien passen sie ihre Färbung dem Untergrund an. Die erwachsenen Schrecken findet man von Juli bis Oktober. Sie sind Pflanzenfresser und nagen vor allem an Gräsern.

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