Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Rostgans (Tadorna ferruginea)

Rote Liste Bayern:
Rote Liste Deutschland:
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: ungünstig/unzureichend
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal der Rostgans erstreckt sich vom westlichen Nordafrika und östlichen Mittelmeerraum über das südliche Eurasien bis zum Amur. -- In Bayern brütet Tadorna [f.] ferruginea (Pallas 1764).

Die Rostgans ist ein lokal verbreiteter Brutvogel. Das Brutareal hat sich seit dem letzten Kartierzeitraum 1996-99 deutlich vergrößert. Derzeit liegt das Hauptverbreitungsgebiet im nördlichen Schwaben (Donautal, Mindeltal, Nördlinger Ries), weitere Bruten befinden sich im südlichen Mittelfranken, im Lkr. BGD und am Lechstausee Prem (Lkr. OAL).

Seit 1962 werden Rostgänse in Bayern mit zunehmender Regelmäßigkeit und Häufigkeit freifliegend beobachtet und sind wohl aus Vogelhaltungen entkommen, wenn auch die Beteiligung von Wildvögeln nicht ganz auszuschließen ist. Bruten in Freiheit wurde erstmals 1993 im Freihölser Weihergebiet in der mittleren Oberpfalz (Lkr. SAD und Lkr. AS) nachgewiesen.

Seither haben die Bestände in Bayern zugenommen. Die Ausbreitung in Schwaben steht möglicherweise in Zusammenhang mit Zunahmen im Bodenseegebiet und in der Schweiz.

Brutbestand BY: 20 Brutpaare.

Fundortkarte

Rostgans (Tadorna ferruginea)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
6230 Höchstadt a.d.Aisch
6331 Röttenbach
6533 Röthenbach a.d.Pegnitz
6538 Schmidgaden
6629 Ansbach Nord
6739 Bruck i.d.OPf.
6741 Cham West
6830 Gunzenhausen
6831 Spalt
6930 Heidenheim
6931 Weißenburg i.Bay.
7029 Oettingen i.Bay.
7030 Wolferstadt
7037 Kelheim
7129 Deiningen
7235 Vohburg a.d.Donau
7328 Wittislingen
7330 Mertingen
7332 Burgheim Süd
7334 Reichertshofen
7428 Dillingen a.d.Donau West
7429 Dillingen a.d.Donau Ost
7431 Thierhaupten
7527 Günzburg
7529 Zusmarshausen
7530 Gablingen
7626 Ulm-Südost (Neu-Ulm)
7627 Ichenhausen
7640 Egglkofen
7727 Buch
7827 Babenhausen
7830 Schwabmünchen
7831 Egling a.d.Paar
7934 Starnberg Nord
8043 Laufen
8129 Kaufbeuren
8130 Bidingen
8132 Weilheim i.OB
8142 Teisendorf
8143 Freilassing
8330 Roßhaupten
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Brutvogel an Brackwasserlagunen, salzigen Binnenseen und Süßwasserseen. Im Winterquartier auf großen Süßwasserseen sowie an Strömen und Flüssen mit Sandbänken. Die Bindung an Gewässer ist weniger deutlich als bei anderen Anatiden.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel. Vereinzelt eingebürgerter Brutvogel (Brutgast), auch Durchzügler und Wintergast.

Wanderungen: Streuungswanderungen und Nomadismus; Ankunft im Brutgebiet im APR, Wegzug AUG/SEP; in größeren Zahlen (lokal 10-20 Ind.) tritt die Art in Bayern v.a. von JUL bis SEP auf.

Mauserzeit: Schwingenmauser mit 4 Wochen Flugunfähigkeit zwischen JUL und SEP.

Brut: Höhlen- und Bodenbrüter; Eiablage Ende APR bis Anfang JUN, die Jungen sind mit 55 Tagen flügge. -- Brutzeit: MAI bis JUL.

Tagesperiodik: Hauptsächlich tagaktiv, Futtersuche auch nachts.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Die Jagd in den Überwinterungsgebieten stellt neben dem Verlust von Wasserflächen in den Brutgebieten wohl die stärkste Bedrohung dar.

Ergänzende Informationen

Wahl, J., S. Garthe, T. Heinicke, W. Knief, B. Petersen, C. Sudfeldt & P. Südbeck 2007: Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 44: 83-105.

Wahl, J. & T. Heinicke 2013: Aktualisierung der Schwellenwerte zur Anwendung des internationalen 1%-Kriteriums für wandernde Wasservogelarten in Deutschland. Ber. Vogelschutz 49/50: 85-97.

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