Bayerisches Landesamt für
Umwelt

Alpensegler (Apus melba)

Rote Liste Bayern: Vom Aussterben bedroht
Rote Liste Deutschland: Extrem seltene Arten und Arten mit geografischen Restriktion
Erhaltungszustand Kontinental: In Bezug auf Status Brutvorkommen: günstig
Erhaltungszustand Alpin:

Verbreitung und Bestandssituation

Das Areal des Alpenseglers erstreckt sich von Nordafrika und SW-Europa östlich bis Innerasien sowie über N-Arabien bis Indien und Sri Lanka. Ferner kommt die Art in Ost- und Südafrika vor. Die nördlichsten Brutplätze werden im südlichen Mitteleuropa erreicht. -- In Bayern brütet Apus m. melba (Linnaeus 1758).

Das einzige regelmäßige Brutvorkommen befindet sich in Lindau am Bodensee. Als neue Brutvogelart für Bayern tritt der Alpensegler dort seit 2005 auf.

Die Ansiedlung des Alpenseglers im Südwesten von Bayern steht in Zusammenhang mit einem starken Bestandsanstieg der Art (weitgehend auf Gebäudebruten beschränkt) in der Schweiz in den 1980er und 1990er Jahren. Infolgedessen kam es zu Brutvorstößen in nördliche Richtung und zu Neuansiedlungen in Baden-Württemberg, im benachbarten Elsass (F) sowie in Bregenz in Vorarlberg (A). Lindau wurde etwa zeitgleich mit Bregenz besiedelt. Bis 2010 hatte der Alpensegler in Lindau ausschließlich an einem Schulgebäude gebrütet, das 2010/11 generalsaniert und zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Die neu geschaffenen Ersatznistplätze an diesem Gebäude wurden vom Alpensegler bisher nicht angenommen. Stattdessen siedelte 2011 ein Brutpaar an den alten Leuchtturm von Lindau um. Weitergehende Artenschutzmaßnahmen müssen getroffen werden, um den Alpensegler als regelmäßigen Brutvogel in Bayern zu erhalten.

Brutbestand BY: 1-3 Paare.

Fundortkarte

Alpensegler (Apus melba)

Nachweise ab 1980



Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Fundorte als Tabelle anzeigen

Vorkommen in Bayern

Nachweise ab 1980

TK-Blatt-Nummer TK-Blatt-Name
7736 Ismaning
8424 Lindau (Bodensee)
Letzter Daten-Import erfolgte am 3.8.2017.

Lebensraum und Lebensweise

Für den hoch angepassten Flugjäger ist der Luftraum das Nahrungshabitat. Alpensegler jagen über den verschiedensten Landschaften, fliegen schneller als Mauersegler und haben einen größeren Aktionsradius.

Bruthabitate sind einerseits Felswände (meist <1500 m ü. NN) und andererseits höhere Gebäude mit freiem Anflug. Koloniebrüter, an Felsen in Kleinkolonien (selten >10 Paare), an geeigneten Gebäuden mehrere Paare möglich.

Phänologie

Sehr seltener Brutvogel, Langstreckenzieher.

Wanderungen: Ankunft im Brutgebiet Mitte MRZ / APR, Abzug direkt nach Ausflug der Jungen, Hauptzug der ad. im SEP.

Brut: Nest in flachen Vorsprüngen, Spalten oder Nischen mit direktem Anflug. Große Nisthilfen werden angenommen.

Eiablage Anfang MAI bis Anfang JUN. -- Brutzeit: MAI bis AUG/SEP.

Tagesperiodik: Tagaktiv, nächtigt in oder nahe dem Nest.

Gefährdungen und Beeinträchtigungen

Verlust von Schlaf- und Brutplätzen an Gebäuden durch bauliche Maßnahmen (Sanierungen von Altbauten), auch mutwilliges Vertreiben. Störungen durch Kletterbetrieb in Naturwänden bei Felsbrütern.

Mögliche Vermeidungs-, Minimierungs- und CEF-Maßnahmen

Erhaltung von Einflug- und Brutmöglichkeiten. Der Verlust von Nistplätzen kann durch künstliche Nisthilfen ausgeglichen werden, auch Neuansiedlungen von Kolonien sind dadurch denkbar.

Themen

Service

Wir

Presse