Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Ökologische Moortypen

Schematische Darstellung der Moorentwicklung: Vom offenen Gewässer über eine Niedermoorentwicklung zum Hochmoor Bild vergrössern Schematische Darstellung der Moorentwicklung: Vom offenen Gewässer über eine Niedermoorentwicklung zum Hochmoor; Grafik: PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH

Die Unterscheidung der Moortypen erfolgt nach ihrer Wasser- und Mineralstoffabhängigkeit; demnach sprechen wir von Niedermooren, wenn diese mit dem oberflächennahen Grundwasser in Kontakt stehen und in naturnahem Zustand meist artenreich und wüchsig erscheinen. Bei Mooren, deren Entwicklung weitgehend von Niederschlagwasser abhängt und die neben einem wesentlich geringeren Stoffumsatz zudem artenarm sind, sprechen wir von Hochmooren oder Regenmooren. Von Zwischen- oder Übergangsmooren spricht man, wo sowohl Regen- als auch Mineralwasser das Moor beeinflussen. Der Begriff Anmoor ist bodenkundlicher Natur und gilt für Standorte, an denen der Humusgehalt zwischen 15% bis 30% beträgt. Bei Nieder- und Hochmooren liegt er teilweise deutlich darüber. Eine weitergehende Differenzierung erfolgt aufgrund geomorphologisch- hydrologischer Lage und Einbettung der Moore in die Landschaft.

Moore besitzen ein oberirdisches und meist auch unterirdisches Einzugsgebiet, das sie beeinflusst, von dem sie aber auch gesteuert werden. Jedes Moor stellt diesbezüglich eine eigene Ausprägung dar. Diese hydrologisch-entstehungsgeschichtlichen Verhältnisse des jeweiligen Moores sind neben der Flächenverfügbarkeit entscheidendes Kriterium für eine erfolgversprechende Auswahl und Umsetzung der vielfach so dringlichen Renaturierungsmaßnahmen.

Wachsendes halboffenes Hochmoor Bild vergrössern Wachsendes halboffenes Hochmoor mit randlichem Spirkenbestand; Foto: U.M. Sorg
Auf den Niedermoorflächen liegen frisch gemähte Schwaden Bild vergrössern Herbstmahd von Streuwiesen auf Niedermoor, Puvermoos Landkreis Garmisch-Partenkirchen; Foto: G. Hansbauer

Bei der Gliederung der Moore in Haupt- und Subtypen werden zum einen die hydrogenetischen, zum anderen die morphologischen Verhältnisse der einzelnen Moore zugrunde gelegt. Zusätzlich werden in dieses hydrogenetisch-morphologische Grundgerüst vegetationsökologische Moortypen als Subtypen eingebaut.

Um klare Aussagen zu jedem einzelnen Moor treffen zu können, wird im Rahmen der Systematisierung jeder Moortyp hinsichtlich Vorkommen, Aufbau, Bedeutung sowie Renaturierungspotential und Beeinträchtigungen analysiert. Eine kurze Charakterisierung des jeweiligen Lebensraumkomplexes, der Vegetation sowie typischer Pflanzen- und Tierarten schließt sich an. Umfassende Informationen dazu enthält die Ausarbeitung von DINGLER B. und RINGLER A. 2005 in Heft 180 der LfU-Schriftenreihe (Publikationen).

Moorkarte Bild vergrössern Als Arbeitsgrundlage für das Moorentwicklungskonzept Bayern erstellte die TU München 2004 diese Moorkarte mit Stand 1914: Die Hochmoore liegen überwiegend am Alpenrand und im Bayerischen Wald, die Niedermoore im Alpenvorland bis zur Donau