Gerade im suburbanen, großstadtnahen Raum ist der enorme Nutzungsdruck auf die Fläche eine große Herausforderung für die Kommunen. Möglichkeiten und Synergien für ein vorausschauendes Flächenmanagement können über die Teilfortschreibung oder die Neuaufstellung des Landschaftsplans aufgezeigt werden. In der Regel handelt es sich hierbei um eine „Besondere Leistung“, die über die Grundleistungen des Landschaftsplans hinausgeht.
Das Beispiel der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn zeigt einige Erfolgsfaktoren, die für andere Kommunen wegweisend sein können:
- Landschaftsplan vorziehen: Wird der Landschaftsplan als eigenständiger Fachplan vor dem Flächennutzungsplan (FNP) erarbeitet, vermeidet man, dass durch das FNP-Verfahren mögliche Begehrlichkeiten bei Besitzern und potenziellen Nutzern an angrenzenden Flächen geweckt werden. Der Landschaftsplan kann somit als Grundlage für ein vorausschauendes Flächenmanagement dienen und bei Bedarf in die Neuaufstellung oder die Änderung des FNP integriert werden.
- Orientierungsphase ist entscheidend: Zu Beginn der Planung sollte sich die Kommune ausreichend Zeit, Raum und professionelle Unterstützung nehmen, um den Planungsprozess zielgerichtet und effektiv vorbereiten zu können. Ob eine Fortschreibung oder Neuaufstellung erforderlich ist, welche Herausforderung einen geeigneten Einstieg zum Landschaftsplan bietet und wie der Beteiligungsprozess gestaltet werden kann, sind hier die zentralen Fragen.
- Datengrundlagen nutzen: Für die Erfassung der Indikatoren im vorliegenden Fall, aber auch bei der Analyse der einzelnen Schutzgüter des Landschaftsplanungsprozesses liegen bayernweit zahlreiche Datengrundlagen digital vor. Dazu zählen auch die landesweiten Schutzgutkarten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU), die wertvolle Informationen für lokale Analysen bereitstellen. Durch eine effiziente Nutzung der vorhandenen Daten können Zeit und Kosten reduziert werden.
- Sichtbarkeit für Leistungen des Naturhaushalts: Mit dem Konzept der Ökosystemleistungen wird ein klarer Bezug zwischen dem Nutzen für den Menschen und den einzelnen Leistungen der Natur hergestellt. Die Bewertungen von Ökosystemleistungen können in der Abwägung zwischen Flächennutzungsalternativen den sonst häufig dominierenden rein ökonomischen Argumenten gegenübergestellt werden. Es kann so aufgezeigt werden, dass aus einer gesellschaftlichen Perspektive der Erhalt und die Förderung von Ökosystemleistungen langfristig die möglicherweise auch ökonomisch bessere Alternative ist.
Weiterführende Informationen
- Nutzungskonflikte lösen: Ökosystemleistungen in der kommunalen Planung
- Der Weg der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn
- Nutzungskonflikte lösen: Ökosystemleistungen in der kommunalen Planung - Ein innovativer Baustein zum Landschaftsplan am Beispiel der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn (Oberbayern)
