Fischotter, Foto Astrid Brillen, piclease Naturbildagentur

Förderprogramme des Naturschutzes: Landschaftspflege, Vertragsnaturschutz

Die bayerischen Naturschutzbehörden wenden jährlich erhebliche Finanzmittel für Förderprogramme des Naturschutzes auf. Zentrale Bestandteile sind dabei das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP), das Vertragsnaturschutzprogramm im Wald (VNP Wald) und die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie (LNPR).

Vertragsnaturschutzprogramm (VNP)

Über das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) im Offenland wird die pflegliche Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern und Teichen in ökologisch wertvollen Gebieten gefördert. Land- und Teichwirte verpflichten sich, fünf Jahre lang die Flächen nach den Vorgaben des Naturschutzes zu bewirtschaften. Dabei können Grundleistungen wie die späte Mahd einer Wiese oder die extensive Beweidung flexibel mit Zusatzleistungen kombiniert werden. Beispielsweise werden auf einer Fläche bei der späten Mahd einer Wiese die Zusatzleistungen "Verzicht auf Düngung" und "Verwendung eines Motormähers" entsprechend honoriert. Dieses Baukastensystem schafft die Möglichkeit, spezifisch auf unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten sowie die Erfordernisse der Betriebe einzugehen.

Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm wird von den Landwirten sehr gut angenommen. Im Jahr 2017 wurden fast 85.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen einbezogen. Dafür zahlt der Freistaat Bayern mit Unterstützung der Europäischen Union jährlich mehr als 41 Millionen Euro an rund 18.000 Betriebe. Der Schwerpunkt der Maßnahmen wird auf ökologisch wertvollem Grünland abgeschlossen.

Vertragsnaturschutzprogramm im Wald (VNP Wald)

Mit dem Vertragsnaturschutzprogramm im Wald (VNP Wald) sollen ökologisch besonders wertvolle Lebensräume wie Mittel- und Niederwälder, Alt- und Biotopbäume sowie Totholz gesichert werden. Kommunale oder private Waldbesitzer vereinbaren fünfjährige Waldumweltprogramme. Auch einmalige Maßnahmen, wie z. B. die Entnahme von Bäumen, können honoriert werden.

Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm Wald wird von den Waldbesitzern sehr gut angenommen: Im Jahr 2017 konnten über 4,4 Mio. Euro ausbezahlt werden. Maßnahmenschwerpunkte sind die Erhaltung von Biotopbäumen und die Aufrechterhaltung der traditionellen Bewirtschaftung in den Mittelwäldern Frankens.

Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie (LNPR)

Über die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinie (LNPR) werden investive Maßnahmen von Vereinen und Verbänden gefördert, die oftmals einer Nutzung über den Vertragsnaturschutz vorausgehen. So werden z.B. Trockenrasen entbuscht, bevor diese über den Vertragsnaturschutz beweidet werden. Auch gezielte Artenschutzmaßnahmen, wie z.B. die Neuanlage von Streuobstwiesen unterstützt diese Richtlinie.

Traktor mit Heuwender Bild vergrößern Streuwiesen benötigen regelmäßige Pflege, damit ihr Artenreichtum erhalten bleibt; Foto: Wilfried Löderbusch

Nach der LNPR werden pro Jahr ca. 2.500 Maßnahmen gefördert. Durchschnittlich wurden in den Jahren 2007 bis 2013 über die LNPR jährlich bis zu 13 Millionen Euro, einschließlich EU-Mittel, bewilligt und ausgezahlt.

Um einen möglichst effizienten Einsatz der Finanzmittel zu gewährleisten und um die Förderprogramme gegebenenfalls weiter zu verbessern werden Ausführung und Erfolg der geförderten Maßnahmen stichprobenartig kontrolliert.

Enzian Bild vergrößern Lungen-Enzian - eine typische Streuwiesenpflanze;
Foto: Dr. Andreas Zehm