Fischotter; Foto: Astrid Brillen - piclease
2018
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV)

Biodiversitätsprojekt „Floristische Kartierung von Verbandsflächen des Landesbundes für Vogelschutz“

Gutachten im Auftrag des bayerischen Landesamtes für Umwelt, 33 S., Hilpoldstein

Artengruppe:
Gefäßpflanzen
Stichwörter:
Raritäten Flora, Floristische Kartierung, Prioritätensetzung, Landschaftspflege
Landkreis(e):
Bayern
Auftraggeber:
LfU
Landkreise: Bayern

Zusammenfassung:

In den Jahren 2017 und 2018 wurden in Bayern in 48 Landkreisen und 2 Städten die Flächen des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) untersucht, ob darin Rote Liste 1- und Rote Liste 2-Pflanzenarten vorkommen. Parallel wurden vorhandene Datengrundlagen ausgewertet, so die Punktdaten aus der Artenschutzkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt sowie die Artangaben aus der Biotopkartierung Bayerns mit den LBV-Grundstücken verschnitten. Bei Hinweisen auf Vorkommen wurde die Fläche aufgesucht und die Fundangaben überprüft. Die Populationsgrößen bestätigter oder neuer Nachweise wurden nach einer dreistufigen Skala geschätzt. Insgesamt sind Flächen mit Vorkommen von 122 projektrelevanten Pflanzenarten kartiert worden. Es wurden Nachweise von 16 Rote Liste 1-Arten und 106 Rote Liste 2-Arten geprüft. In 49 Fällen konnten die Angaben aktuell nicht bestätigt werden, für 12 Arten ist gar ein dauerhafter Verlust anzunehmen, da sie über einen längeren Zeitraum nicht mehr bestätigt wurden oder sich der Lebensraum sehr stark verändert hat. Von den 2.799 Flurstücken des LBV sind 234 mit projektrelevanten Arten besetzt, was einem Anteil von 8,4 % entspricht. Einen nennenswerten Einfluss auf die Kartierergebnisse hatte das extreme Wetter im Jahr 2018. Es ist davon auszugehen, dass vor allem bei Arten der Äcker und einigen Orchideensippen das Fehlen von aktuellen Nachweisen auf die regional wochenlange Trockenheit zurückzuführen ist. Das Projekt hat zu einem erheblichen Erkenntnisgewinn zur Ausstattung und dem Pflegezustand der LBV-Flächen beigetragen. Insgesamt wurde aber deutlich, dass der Grunderwerb wesentlich dazu beitragen kann hochbedrohte Arten zu erhalten.
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