Fischotter; Foto: Astrid Brillen - piclease

Gebietseigenes Saatgut

Produktion und Inverkehrbringen von gebietseigenem Saatgut (sog. Erhaltungsmischungen, bestehend aus Gräsern und Kräutern) wird über die Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV) geregelt.

Dabei wurden im Gegensatz zu gebietseigenen Gehölzen 22 Ursprungsgebiete festgelegt, innerhalb derer eine Saatgutmischung ausgebracht werden darf.

Deutschlandkarte mit den markierten Bereichen Karte der 22 Ursprungsgebiete und 8 Produktionsräume für Erhaltungsmischungen – Anhang der Erhaltungsmischungsverordnung (ErMiV)

Eine Mischung darf nur dann innerhalb ihres Ursprungsgebietes ausgebracht werden, wenn sichergestellt ist, dass sie Arten oder Unterarten enthält, die typisch für die Art des Lebensraumes am Entnahmeort und welche von Bedeutung für die Bewahrung der natürlichen Umwelt im Rahmen der Erhaltung genetischer Ressourcen sind.

Welche Arten in den jeweiligen Ursprungsgebieten für Ansaaten in Frage kommen können über den Artenfilter der Leibniz Universität Hannover abgefragt werden.

Nach §2 ErMiV ist ein Quellgebiet zur Gewinnung des Saatgutes ein Gebiet,

  • das nach Artikel 4 Absatz 4 der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. L 206 vom 22.7.1992, S. 7) ausgewiesen ist oder
  • das zum Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen beiträgt und nach Merkmalen ausgewiesen worden ist, die mit denen der Artikel 4 Absatz 4 in Verbindung mit Artikel 1 Buchstabe k und l der Richtlinie 92/43/EWG vergleichbar sind und das auf eine den Artikeln 6 und 11 der Richtlinie 92/43/EWG entsprechende Weise verwaltet, geschützt und überwacht wird; hierzu zählen auch gesetzlich geschützte Biotope im Sinne des § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes

Vor einer Ausbringung von Saatgutmischungen sollte zudem geprüft werden, ob ggfs. auf der Fläche die Möglichkeit einer Selbstbegrünung erfolgsversprechend sein kann, bzw. ob eine Begrünung mit naturraumtreuen Saatgut (Mähgutübertrag, Druschgutübertrag, Boden- oder Sodenübertrag,…) möglich ist. Weiterführende Informationen hierzu können auch über die "Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL)" bezogen werden.

Saatgut von Erhaltungsmischungen oder von deren Komponenten darf bis zum 1. März 2020 auch in den unmittelbar an das Ursprungsgebiet der jeweiligen Erhaltungsmischung angrenzenden Ursprungsgebieten in den Verkehr gebracht werden, sofern für einzelne Komponenten einer aus diesen angrenzenden Ursprungsgebieten stammenden Erhaltungsmischung Saatgut nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht und Saatgut anderer Arten aus den betroffenen angrenzenden Ursprungsgebieten nicht als Ersatz in Frage kommt.