Newsletter 03/26 vom 16.03.2026

März 2026

Ein Bult mit vielen weißen Wollschöpfen wächst in moorig-nassem Gelände.

Die Art des Monats: Das Scheidige Wollgras

Die charakteristischen "Wollschöpfe" der Wollgräser sind keine Blüten, sondern bereits Samenstände. Die weißen Wollfäden dienen als Flugapparat zur Verbreitung der Samen. Mit dem Scheidigen Wollgras wird im März eine Art dieser fürs Moor wichtigen Pflanzengattung vorgestellt. (Foto: U.M. Sorg)
Website: Art des Monats


Ein naturnaher Garten mit Steinen, Stauden und Gehölzen.

Neues aus dem BayAZ: Antworten auf viele Fragen zum naturnahen Garten (FAQ)

Das Projekt gArtenvielfalt des Bayerischen Artenschutzzentrums hat eine FAQ-Seite online gestellt: Darin finden sich Fragen und Antworten rund um das Thema naturnahe Gärten und Vorschläge, wie die Artenvielfalt mit heimischen Pflanzen, abwechslungsreichen Strukturen und einfachen Pflegemaßnahmen geschützt und gefördert werden kann. (Foto: David Seifert, www.naturgartenexperten.de)
Website: FAQ: Garten


Eine junge helle Kreuzotter versteckt sich im Schilf.

Neues aus dem BayAZ: Mehr Lebensraum für die Kreuzotter

In Bayern ist die Kreuzotter außerhalb der Alpen vom Aussterben bedroht: Einst wurde das Tier verfolgt, jetzt fehlt oft der passende Lebensraum. Das Landesamt für Umwelt (LfU) versucht die verbliebenen Populationen über ein Artenhilfsprogramm (AHP) zu schützen. Bei einem Ortstermin nahe Augsburg wurde diskutiert, wie der Schutz der Schlange vor Ort gelingen kann. (Foto: Carolin Rolle, Naturpark Augsburg - Westliche Wälder)


 Eine Feuerlibelle sitzt auf einem Grashalm vor einer im Hintergrund verschwommen glitzernden Wasserfläche.

Würzburger Forschende arbeiten mit den Daten von Karla.Natur

Wie verändert sich die Biodiversität unter Bayerns Insekten – und warum? Forschende der Uni Würzburg nutzen in einer Kooperation die Datenbank „Karla.Natur“ des LfU, um Zukunftstrends zu modellieren. Die digitalen Daten der Karla.Natur-Artendatenbank gehen zurück bis ins Jahr 1980 und teils darüber hinaus. (Foto Feuerlibelle: Stephanie Millonig)


Eine Biberburg liegt inmitten einer von Gräsern gesäumten Wasserfläche.

In den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava wird untersucht, was der Biber leistet

Biber werden als Ökosystemingenieure bezeichnet, da sie mit ihren Dämmen und durch das Auflichten des Waldes Lebensräume verändern. Beim grenzüberschreitenden Projekt „BioBeaver“ in den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava sollen nun die dortigen Biber-Populationen und deren Einfluss auf die Biodiversität und Hydrologie erforscht werden. (Foto einer Biberburg: Stephanie Millonig)
PM: Forscher untersuchen Einfluss des Bibers auf Biodiversität und Hydrologie


Eine Frau und ein Mann stellen in einem Garten Bodenfallen für Insekten auf.

Saisonstart in den "Summenden Dörfern": Forscherteam baut Messgeräte auf

Im Projekt „Summende Dörfer“ der Universität Würzburg und des Biodiversitätszentrums Rhön startet die Forschung nach dem Winter: Genutzt werden verschiedene Erfassungsgeräte: Farbschalen zur Bestimmung von Bestäubern, sogenannte Eklektor-Fallen zur Erfassung schlüpfender bodenlebender Insekten sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsmessgeräte. Die Messgeräte werden bis Ende Oktober in den Dörfern aufgestellt. Aus den Daten wird unter anderem ermittelt, wie sich die Insektengemeinschaft im Laufe der Zeit verändert hat und ob sich Maßnahmen zur Förderung von Insekten ausgezahlt haben. Welchen Lebensraum Dörfer für Insekten darstellen, wurde auch jüngst in einer Studie der Universität dargestellt. (Foto: Universität Würzburg/ Dr. Fabienne Maihoff)


Weitere Kurzmeldungen:

  • LWF: Das neue Projekt DendoBiom der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hat zum Ziel, bestehende wissenschaftliche Ansätze für die forstliche Praxis nutzbar zu machen und quantitative Aussagen zur Waldvielfalt zu ermöglichen. In diesem Rahmen werden die von der LWF entwickelten, frei verfügbaren Softwarepakete ForestElementsR und FeNEU weiterentwickelt. PM
  • BfN: Mit dem Förderprojekt "Vielfalt erhalten, Klima schützen“ (WiVi-Klima), das von Botanischen Gärten in Deutschland durchgeführt wird, soll laut Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die Wildpflanzenvielfalt als Grundlage von natürlichen Lebensräumen in Zeiten des Klimawandels gesichert werden. Beteiligt sind derzeit die Botanischen Gärten in Berlin, Mainz, Osnabrück, Potsdam und Regensburg. Gefördert wird das Vorhaben im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesumweltministeriums (BMUKN). PM
  • MfN: Forschende unter anderem des Museums für Naturkunde Berlin (MfN) beobachteten weibliche Wasserfledermäuse in neu besiedelten Gebirgsregionen des italienischen Apennins. Sie wechseln sich bei der Jagd ab. Die Studie zeigt, dass diese zeitliche Aufteilung den Fledermäusen hilft, Konkurrenz zu vermeiden und möglicherweise entscheidend für ihr Überleben am kalten Rand einer klimabedingten Verbreitungserweiterung ist. PM

Publikation

 Das Cover der Publikation zeigt das Foto einer Hand, auf der sich ein Bläuling niedergelassen hat vor dem Hintergrund eines Hochgebirgszugs.

Abschlussbericht: Wie wirken sich chemische Stressoren auf Insekten in den Alpen aus?  

Die Häufigkeit und Artenvielfalt von Insekten nehmen weltweit ab. Als Hauptursache gilt dabei der Verlust von geeigneten Lebensräumen, jedoch sind auch entlegene Gebiete mit geringem menschlichem Einfluss, wie die Alpen, betroffen. Dort stellen ferntransportierte und schwer abbaubare Schadstoffe und Schwermetalle eine mögliche Bedrohung für Insekten dar. Diese stehen im Verdacht sich im Körper anzureichern und im Organismus toxisch zu wirken. Im Rahmen des INTERREG-A-Projekts „protectAlps“ (AB-173) konnten chemische Stressoren im Körper von alpinen Insekten erstmalig nachgewiesen und mögliche Auswirkungen auf die Fitness aufgezeigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie lag auf der Messung von Stickstoffeinträgen, die zur Veränderung der Vegetation und somit des Nahrungsangebots für Insekten führen.


Weitere Publikationen

  • BfN: Die aktuelle Schwerpunktausgabe der Zeitschrift „Natur und Landschaft“ informiert über den Stand und Erweiterungen des bundesweiten Biodiversitätsmonitorings. Die Beiträge behandeln Erfolge und Herausforderungen bei der Umsetzung und konzeptionellen Weiterentwicklung. PM
  • Kommbio: Der Verein "Kommunen für biologische Vielfalt" (Kommbio) hat im Rahmen des Projekts N.A.T.U.R. (Nachhaltiger Artenschutz durch Theorie & Umsetzung im besiedelten Raum) eine "Arbeitshilfe für die Verwertung von kommunalem Mähgut" veröffentlicht.

Termine
UN-Dekade: Projektwettbewerb fokussiert auf bestäubende Insekten

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zeichnen im Rahmen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen herausragende Projekte in Deutschland aus. Gesucht werden Projekte, die natürliche Lebensräume wiederherstellen, pflegen oder erhalten – und dabei andere Menschen zum Mitmachen motivieren. In der aktuellen Bewerbungsrunde werden Projekte gesucht, die sich gezielt für den Schutz und die Förderung von Bestäuberpopulationen einsetzen. Bewerbungsschluss ist der 10. April 2026.
Projektwettbewerb


Weitere Termine

  • BayAZ: Für die Aktion Vogelfreundlicher Garten sucht das BayAZ gemeinsam mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) noch neue Gartenjury-Mitglieder in zahlreichen Landkreisen. Für Interessierte gibt es einen Infoabend am 18. März ab 19 Uhr.
  • ANL: Die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) bietet am 12. Mai eine Online-Fachtagung zum Thema "Das Ökokonto in Bayern: Grundlagen und Praxishinweise" an. Anmeldung
  • AG Flora von Bayern: Am 25. April findet der 12. Tag der Bayernflora am Botanischen Garten der Universität Würzburg in Würzburg statt. Er wird von der Arbeitsgemeinschaft Flora von Bayern ausgerichtet. Anmeldung und Programm
  • UFZ: Bei der Leipziger Buchmesse lädt das Helmholtz Zentrum für Umweltforschung am 19. März ab 17 Uhr zur Buchvorstellung und Podiumsdiskussion "Rettet die Vielfalt". Vorgestellt werden "Wir dachten, wir könnten fliegen" und "Rettet die Vielfalt - Manifest für eine biodiverse Gesellschaft". Es ist ein Livestream der Veranstaltung vorgesehen.
  • BN: Der Bund Naturschutz Bayern startet wieder seine Hummel-Challenge, sie läuft vom 20. März bis 9. April. In dem Citizen-Science-Projekt können Interessierte Hummeln fotografieren und über die App ObsIdentify hochladen.

Weitere Medien

ANL: Die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) präsentiert auf ihrem Youtube-Kanal Videobeiträge zum Jubiläum 50 Jahre ANL. In einer ersten Videobotschaft hatte sich die ANL-Direktorin Dr. Barbara Stammel geäußert. In der zweiten Videobotschaft hebt Prof. Dr. Christoph Moning, Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT), die Rolle der ANL bei der Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis hervor. PM

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