Newsletter 05/26 vom 18.05.2026

Mai 2026

Eine Hand in blauen Gummihandschuhen hält einen karpfenartigen Fisch.

Art des Monats: Der Frauennerfling

Der Frauennerfling ist ein karpfenartiger Fisch, der seinen Namen seiner Fortpflanzungsbiologie verdankt: Er laicht im Mai und dieser Monat gilt als Marien- oder Frauenmonat. Der Frauennerfling lebt vorwiegend in der Donau und deren Zuflüssen. Das LfU fördert gefährdete Bestände mit Wiederansiedlungsmaßnahmen. (Foto: Dominik Bernolle)
Website: Art des Monats


Ein Mitarbeiter des Bayerischen Artenschutzzentrums montiert ein Behältnis an eine zeltartige Insektenfalle.

Neues aus dem BayAZ: Wir erfassen Insekten

Wie viele Arten sind unterwegs, wie verändern sich Biomasse und Individuenzahlen in der Landschaft? Im Rahmen des bundesweiten Insektenmonitorings koordiniert das Bayerische Artenschutzzentrum (BayAZ) Untersuchungen von Stichprobenflächen auf einer Flächenkulisse von insgesamt 188 repräsentativen Beobachtungsflächen im Freistaat und vergibt entsprechende Erfassungsaufträge. Neben Kartierungen durch Gutachter und Gutachterinnen werden auch DNA-Analysen eingesetzt, um die Artenvielfalt zu erfassen. Die Kartiersaison startete mit dem Aufstellen der ersten Insektenfallen durch Mitarbeitende des BayAZ im April und ersten Tagfalterkartierungen im Mai. Ab Mitte Juli folgen die Erfassungen der Heuschrecken. (Foto Malaisefalle: Dr. Katrin Besenius)


Mehlbeerenbaum mit roten Früchten.

Neues aus dem BayAZ: Flyer "Mehlbeeren in Bayern - Raritäten mit viel Potenzial"

In Bayern kommen über 40 verschiedene Arten der Gattung Sorbus vor. Neben den häufigen Arten wie Vogelbeere, Elsbeere, Speierling und Gemeine Mehlbeere, gibt es seltene Arten wie die Ries- Mehlbeere, die Meierott-Mehlbeere oder die Mergenthaler-Mehlbeere. In einem Artenhilfsprogramm (AHP) werden Schutzmaßnahmen für die vorhandenen Vorkommen erarbeitet und umgesetzt. Eine neue Webseite und ein Flyer informieren über das Artenhilfsprogramm, Besonderheiten, Gefährdung und Schutz der Mehlbeeren. (Hybrid innerhalb der Artengruppe Echte Mehlbeere bei Amstling in Oberfranken; Foto: Martin Feulner)


Luftbild eines Flusses mit unregelmäßiger Uferkante.

Fische und Wirbellose profitieren an der Altmühl von Renaturierungsmaßnahmen

Die Altmühl wurde 2020 im Landkreis Eichstätt zwischen Rieshofen und Pfalzpaint renaturiert. Wie nachfolgende Untersuchungen des Landesamtes für Umwelt (LfU) und des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Ingolstadt zeigen, profitieren sowohl Fische als auch wirbellose Kleintiere nachhaltig von den Maßnahmen. (Luftbildaufnahme des renaturierten Atlmühl-Abschnitts; Foto: WWA Ingolstadt)
Pressemitteilung: Renaturierung an der Altmühl zeigt deutliche Erfolge - Fisch- und Wirbellosenbestände erholen sich


Ein Schwamm wächst aus einem Baumstamm.

Freistaat fördert Projekt zum Pilzartenschutz in Bayern

Um Pilze in Bayerns Natur noch besser zu schützen, fördert der Bayerische Naturschutzfonds ein innovatives landesweites Projekt vier Jahre lang mit insgesamt rund 764.000 Euro. Träger des Projekts "Pilzartenschutz in Bayern mit Schwerpunkt Offenlandlebensräume und Feuchtgebiete" ist federführend der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG) in Kooperation mit der Universität Bayreuth. Über die Projektsteuergruppe werden das LfU und die örtlichen Naturschutzbehörden mit einbezogen. (Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)


Ein junger Igel versteckt sich untergrünen Blättern

Umweltminister ruft Gartenbesitzer auf, Mähroboter in der Nacht stehen zu lassen

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber appelliert in einer Pressemitteilung an Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, ihre Mähroboter nur tagsüber laufen zu lassen. Angeregt wird auch ein bundesweiter Runder Tisch zu diesem Thema, um beispielsweise Hersteller zu einer Selbstverpflichtung für den Schutz von Igeln und anderen kleinen Wildtieren zu bewegen – etwa durch technische Lösungen. Informationen zum Lebensraum und zur Gefährdung des Igels gibt es auf der Website des Bayerischen Artenschutzzentrums (BayAZ). Gemeinsam mit der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) stellt das BayAZ den Infoflyer "Igel im Garten" bereit.  Auch in der Broschüre "Blühpakt Bayern – Gemeinsam für mehr Artenvielfalt" wird auf Gefährdungen von Kleintieren durch Mähroboter hingewiesen. Mehr Daten zum Vorkommen von Igel und Maulwurf will die Aktion „Deutschland sucht Igel und Maulwurf“ erheben, die Bürgerinnen und Bürger zu Meldungen aufruft. Es ist ein Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung, der NABU naturgucker, des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung, der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e. V., des NABU Bundesverbands und des LBV. Außerdem ruft der Bund Naturschutz Bayern zur Igel-Challenge über die App ObsIdentify auf. (Foto: Stephanie Millonig)


Jubiläum bei "Natur im Fokus": Fotowettbewerb startet zum 20. Mal

Der Fotowettbewerb "Natur im Fokus" geht in eine neue Runde. Zum 20. Mal sind Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren dazu eingeladen, sich auf fotografische Entdeckungsreise durch Bayerns Natur zu begeben und ihre besten Bilder einzusenden. Unter dem Motto "Schau doch mal hin!" sind erneut spannende Bildkompositionen, eindrucksvolle Motive und vor allem Kreativität gefragt. In den Wettbewerbskategorien "Liebenswerte Natur" und "Bedrohte Natur" können Nachwuchstalente ihre Fotos bis 30. September einreichen und im Jubiläumsjahr des Wettbewerbs attraktive Preise gewinnen.
Anmeldung: Teilnahme am Wettbewerb


Ein Mann schiebt einen Rollstuhlfahrer durch eine Höhle, in der an einer Felswand ein Tierskelett ausgestellt ist.

Sommersaison startet bei Bayern Tour Natur

Die 26. BayernTourNatur (BTN) startet mit einem vielfältigen Programm in die Sommersaison: Mehr als 4.000 Veranstaltungstermine stehen in ganz Bayern bis Ende Oktober zur Auswahl. Die Auftaktveranstaltung mit Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber fand in Pottenstein in der Fränkischen Schweiz statt. Die Umweltbildungsinitiative BTN vereint das Bemühen hunderter Vereine, Verbände, Bildungseinrichtungen, Gemeinden, Behörden, Natur-, Geo- und Nationalparks sowie einzelner Fachleute, den Menschen die heimische Natur auf unterhaltsame, informative, spielerische und manchmal auch künstlerische oder sportliche Weise näherzubringen. Die meisten Unternehmungen richten sich an das breite Publikum, im Fokus stehen aber auch abenteuerliche Touren für junge Leute oder spezielle Angebote für Menschen mit Handicap. (Umweltminister Glauber begleitet einen Rollstuhlfahrer bei der Führung in der barrierefreien Teufelshöhle, Foto: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)


Ein männlicher Hirschkäfer mit typischen geweihartigem Oberkiefer krabbelt eine gefurchte Baumrinde hoch.

Mitmachaktion: Die LWF sammelt Daten zum Hirschkäfer

Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist einer der größten heimischen Käfer und ein wichtiger Indikator für naturnahe Wälder und Altholzbestände. Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ruft im Rahmen eines Citizen-Science-Projekts dazu auf, über ein Online-Formular zu melden, wenn ein Hirschkäfer beobachtet wurde. Der Hirschkäfer ist eine Charakterart lichter, wärmebegünstigter Laubwälder mit einem hohen Anteil an Alt- und Totholz. Seine Anwesenheit zeigt, dass diese selten gewordenen Strukturen noch vorhanden sind. Nachweise sind Grundlage für die Bewertung ihres Erhaltungszustands und für entsprechende Schutzmaßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene. Die Daten unterstützen Planung und Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen.


Weitere Kurzmeldungen:


Publikationen

Ein Krebs versteckt sich unter einem Stein, Zangen und Oberkörper sind erkennbar.

Neue Infoblätter zu Flusskrebsen in Bayern

Welche einheimischen Flusskrebsarten gibt es in Bayern, warum sind sie so stark bedroht und wie unterscheiden sie sich? Welche invasiven Arten gibt es, warum bereiten diese in bayerischen Gewässern Probleme und wie kann man sie identifizieren? Was bedeutet eine Krebssperre für den Artenschutz einheimischer Flusskrebse und auf was ist beim Bau zu achten? Darüber informieren drei neue Infoblätter.


Cover der Wasserbroschüre mit einer Libelle auf einem Halm über einer Wasserfläche.

Neue Blühpakt-Publikation Wasser – Ressource und Lebensraum für Insekten & Co.

Der Blühpakt Bayern bringt in einer Broschüre die Themen „Wasser“ und „Insekten“ zusammen: In Zeiten des Klimawandels sollte das Thema Wasser nicht nur städtebaulich beachtet, sondern auch beim Insektenschutz stärker mitgedacht werden. Die neue Publikation erläutert, wie Regenwasser sinnvoll genutzt werden kann, und sensibilisiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem kostbaren Nass. Außerdem zeigt sie Möglichkeiten auf, wie in Privatgärten oder auf öffentlichen und gewerblichen Flächen neue Wasserlebensräume für Insekten und Amphibien geschaffen werden können. Zahlreiche Insekten, Frösche und Lurche verbringen ihr Leben ganz oder zumindest Teile davon im Wasser. Andere Tiere benötigen es, um sich zu erfrischen, oder wie Honigbienen und weitere staatenbildende Insekten, um ihre Nester an heißen Tagen zu kühlen.
Webshop: Blühpakt Bayern: Wasser - Ressource und Lebensraum für Insekten und Co.


Gebäudesanierung: Quartiere für Vögel und Fledermäuse erhalten und schaffen

Energieeffizientes Bauen bzw. Sanierungen sowie das Thema „Stadtnatur“ sind Kernaufgaben der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Die Thematik ist eng verknüpft mit dem Erhalt und der Schaffung von Quartieren gebäudebewohnender Tierarten. Im „Leitfaden Gebäudebewohner“ wurde der Kenntnisstand zur Funktionalität von Quartierangeboten für Fledermaus- und Vogelarten aufbereitet. Zugrunde liegen umfangreiche Erfahrungen aus Abriss- und Sanierungsvorhaben. Herausgeber ist das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. In Nordrhein-Westfalen startet derzeit das Projekt "Flausbau" (Artenhilfs- und CEF- Maßnahmen für Fledermäuse im Rahmen energetischer Gebäudesanierungen) mit einer Umfrage und Standortsuche.


Weitere Publikationen:


Termine:

Glockenblumen, Margariten und Lein blühen auf einer Gartenwiese.

Flora Incognita-Projekt GartenDiv: Aktionstage 22. Mai bis 21. Juni

Die tatsächliche Biodiversität in deutschen Gärten ist bisher kaum erfasst. Mit dem Projekt GartenDiv von Flora Incognita soll erstmals die Pflanzenvielfalt in Deutschlands Gärten im Rahmen eines bundesweiten Bürgerwissenschaftsprojekts erfasst und kartiert werden. Ziel ist es, nicht nur zu untersuchen, welche Pflanzenarten in den Gärten zu finden sind, sondern auch das Potenzial von Gärten für den Schutz z.B. bedrohter Insektenarten aufzuzeigen. Im nun zweiten Projektjahr gibt es erstmals einen besonderen Aktionszeitraum: Die GartenDiv-Tage finden vom 22. Mai bis zum 21. Juni statt – beginnend mit dem Internationalen Tag der biologischen Vielfalt und endend mit dem Sommeranfang. In diesem Zeitraum können besondere Abzeichen gesammelt werden. An dem Projekt sind das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), das Julius Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen und der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands (BKD) beteiligt. (Foto: Mario Kessler)


„How to“ Naturerlebnisräume in der Großstadt?

Die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) lädt mit weiteren Kooperationspartnern am 18. und 19. Juni zu einem zweitägigen Kongress "'How to' Naturerlebenisräume in der Großstadt?" nach München ein. Das Vortragsprogramm wird durch praxisorientierte Workshops vertieft. Themen sind unter anderem Pflege und langfristiger Unterhalt, Barrierefreiheit, Partizipation und Sicherheit, Naturbegegnung in der frühen Kindheit sowie das Draußenlernen. Exkursionen am zweiten Tag führen zu beispielhaften naturnahen Projekten im urbanen Raum.
Anmeldung: „How to“ Naturerlebnisräume in der Großstadt?


Moortagung im September und Wettbewerb "Moore sehen" mit Einsendeschluss Juni

Vom 10. bis 12. September wird gemeinsam mit dem Peatland Science Centre (PSC) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Moor- und Torfkunde (DGMT) stattfinden. Zu diesem Anlass organisiert die DGMT einen Fotowettbewerb mit dem Thema "Moore sehen". Jeder Fotografierende kann sich mit bis zu drei Bildern beteiligen. Die Fotos müssen bis 30. Juni in digitaler Form eingesandt werden. 
Informationen zur Tagung und zum Wettbewerb: DGMT-Jahrestagung 2026 in Freising


Weitere Termine:

  • BMUKN: Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum ersten Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans (NWP) ist gestartet. Bürgerinnen und Bürger können auf einer Website des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) den Entwurf bis zum 25. Juni 2026 online kommentieren: Online-Beteiligung am Nationalen Wiederherstellungsplan (NWP)
  • UN-Dekade: Der nächste UN-Dekade-Online-Dialog beschäftigt sich am 19. Mai von 16.30 bis 18 Uhr mit der  „Wiederherstellung von Bestäuberpopulationen – Bedeutung und Stand der Aktivitäten“. Referent ist Prof. Dr. Thomas Fartmann, Leiter der Abteilung Biodiversität & Landschaftsökologie an der Universität Osnabrück. Zur Anmeldung: Online-Dialog „Wiederherstellung von Bestäuberpopulationen – Bedeutung und Stand der Aktivitäten"

Weitere Medien:

  • BR: Das Bayerische Fernsehen porträtiert in der Reihe "Versteckte Paradiese" das Schieferland in Oberfranken. Thema ist unter anderem der Schwarzstorch. Im Auftrag des LfU mit der LWF und dem LBV wird dessen Bestand im Frankenwald, dem größten Brutgebiet Deutschlands, untersucht. Youtube-Video: Versteckte Paradiese: Im Schieferland
  • ANL: Die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) präsentiert auf ihrem Youtube-Kanal Videobeiträge zum Jubiläum 50 Jahre ANL. In der aktuellen Videobotschaft spricht German Weber, der Vorsitzende der Stiftung „KulturLandschaft“ Günztal: 50 Jahre ANL – Gemeinsam für Naturschutz – German Weber Biologielehrer und Stiftungsvorstand
  • Kommbio: Mit der App "NATURgewinnt - Best Practice vor Ort per Klick" können vorbildliche Stadtnatur-Flächen oder herausragende Maßnahmen digital besucht und weiterführende Informationen abgerufen werden. Die App wurde im Projekt N.A.T.U.R. (Nachhaltiger Artenschutz durch Theorie und Umsetzung im besiedelten Raum) wird vom Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" durchgeführt und wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert. App: Natur gewinnt - Best Practice vor Ort per Klick

Sie wollen sich für den nächsten Rundbrief anmelden?

In unserem Rundbrief werden die Themen kurz beschrieben und auf die jeweilige Internetseite mit ausführlicher Information verlinkt.