Agrarumweltmaßnahmen und Insekten

Der Rückgang der Artenvielfalt und insbesondere der Insekten wird momentan intensiv diskutiert. Vieles deutet darauf hin, dass der Grad der Nutzungsintensität in der Landwirtschaft die Insektenfauna stark beeinflusst.

In Bayern wird bereits seit mehreren Jahrzehnten im Rahmen von Agrarumweltprogrammen die naturschonende Bewirtschaftung und der damit verbundene Erhalt von seltenen Arten und Lebensräumen honoriert. Inwieweit und in welchem Umfang gezielt die Insektenfauna durch derartige Maßnahmen beeinflusst wird, ist bisher nicht für alle Fördermodule ausreichend bekannt.

Deshalb führt das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) in Kooperation mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) seit 2019 das Projekt "Evaluierung der Wirkung von Agrarumweltmaßnahmen auf Insekten" durch, mit dem Ziel bestehende Förderprogramme im Hinblick auf die Insektenfauna zu optimieren.

Hierbei bearbeitet die LfL ausgewählte Agrarumweltmaßnahmen vorwiegend des Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) und das LfU untersucht naturschutzspezifische Maßnahmen des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP).

Eine schwarz-gelb gestreifte Schwebfliege sitzt auf einer weiß-gelben Blüte. Schwebfliegen zählen zur Gruppe der bestäubenden Insekten, die damit eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft erfüllen; Foto: pixabay - Capri23auto

Im Allgemeinen honoriert das VNP die naturschonende Bewirtschaftung von Wiesen, Weiden, Äckern und Teichen in ökologisch wertvollen Gebieten. Hierbei können Maßnahmen zum Teil flexibel kombiniert werden, um den situationsbedingten Zielen der Erhaltung und Verbesserung von Lebensräumen und der Erhaltung bestimmter Tier- und Pflanzenarten gerecht zu werden. Dabei werden auch Extensivierungsmaßnahmen auf Acker- und Grünland angeboten, welche die Vielfalt der Insekten fördern sollen. So werden zum Beispiel der Verzicht auf Düngemittel und auf Pestizide oder der Erhalt eines Altgrasstreifens auf einer Wiese als naturschonende Maßnahmen honoriert. Konkrete Erhebungen, ob derartige Extensivierungsmaßnahmen auf Acker- und Grünlandflächen einen positiven Einfluss auf den Erhalt der Insekten haben, sind Inhalt dieses Projekts.

Eine Waage, ein Binokular und Gefäße zur Sortierung der Insekten in unterschiedliche Gruppen und Arten stehen auf einem Tisch. Die Insektenproben werden im Labor aufbereitet und es werden Biomasse, Häufigkeiten und Artenzahlen bestimmt
Bayernkarte mit hervorgehobener Darstellung der Landkreise Rhön-Grabfeld, Bayreuth und Kulmbach. Die Untersuchungen der VNP-Maßnahmen erfolgen in verschiedenen Regionen Nordbayerns (zum Beispiel Rhön-Grabfeld, Bayreuth, Kulmbach)

Im Detail wird die Untersuchung als "Mit-Ohne-Vergleich" durchgeführt. Dabei wird die Insektenfauna von VNP-Flächen der Insektenfauna von Flächen ohne VNP-Vereinbarung gegenübergestellt. Einen Schwerpunkt bei der Erfassung bilden Fluginsekten (Schwebfliegen, Bienen, Wespen), welche als Bestäuber eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft haben. Zusätzlich werden Laufkäfer und Spinnentiere erfasst, die aufgrund ihrer räuberischen Ernährungsweise für den integrierten Pflanzenschutz von Bedeutung sind. Die Untersuchungen konzentrieren sich auf Regionen in Nordbayern (zum Beispiel Rhön-Grabfeld, Bayreuth). Zur Erfassung der Insekten werden überwiegend Malaisefallen und Bodenfallen eingesetzt. Die Planung und Durchführung der Untersuchungen erfolgen durch das LfU, ebenso die Auswertung der Ergebnisse und die Entwicklung von Optimierungsvorschlägen des VNPs im Hinblick auf die Insektenfauna.

Das Projekt hat eine Laufzeit von 2019 bis 2022 und wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert.

Förderlogo bestehend aus großem bayerischem Staatswappen und der europäischen Fahne. Gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)