Fischotter; Foto: Astrid Brillen - piclease

Newsletter 18/08 vom 18.06.2018, PDF-Download

Vorkommen invasiver Neophyten in Bayern (EU-Verordnung 1143/2014)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Verabschiedung der Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung ("Unionsliste") ist 2016 die EU-Verordnung über invasive gebeitsfremde Arten (Richtlinie 1143/2014) in Kraft getreten. Unter den derzeit gelisteten insgesamt 49 Arten finden sich 23 Pflanzenarten, von denen nach derzeitigem Wissensstand die folgenden 10 Taxa sicher wildwachsend in Bayern vorkommen:

  • Gewöhnliche Seidenpflanze (Asclepias syriaca)
  • Karolina-Haarnixe (Cabomba caroliniana)
  • Großer Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides)
  • Wechselblatt-Wasserpest (Lagarosiphon major)
  • Gelbe Scheincalla (Lysichiton americanus)
  • Brasilianisches Tausendblatt (Myriophyllum aquaticum)
  • Verschiedenblättriges Tausendblatt (Myriophyllum heterophyllum)

Davon sind häufig zu finden:  

  • Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii)
  • Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
  • Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Unklar ist noch, ob es aktuell oder in naher Vergangenheit wildwachsende Vorkommen der folgenden drei Arten in Bayern gab oder gibt:

  • Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes; überwinternde Vorkommen?)
  • Persischer Bärenklau (Heracleum persicum)
  • Sosnowskyi Bärenklau (Heracleum sosnowskyi)

Das LfU bemüht sich derzeit einen Überblick über die Bestandssituation der verschiedenen invasiven Neophyten zu bekommen und möchte Sie um Unterstützung bitten. Sofern Ihnen Vorkommen der oben genannten Arten - abgesehen von den häufigen Wasserpest, Springkraut und Bärenklau - in Bayern bekannt sind, wären wir sehr dankbar, wenn Sie uns Ihre Fundmeldungen per E-Mail schicken könnten.  Wichtig wäre eine sichere Bestimmung, eine genaue Lagebeschreibung (bitte unbedingt auch eine Koordinate; z.B. Gauß-Krüger oder aus Google-Maps herauskopiert), das Funddatum und gegebenenfalls grob eine Bestandsgröße.

Momentan gehen wir davon aus, dass die folgenden Arten nicht in Bayern vorkommen: Alligatorkraut (Alternanthera philoxeroides), Kreuzstrauch (Baccharis halimifolia), Chilenischer Riesenrhabarber (Gunnera tinctoria), Großblütiges Heusenkraut (Ludwigia grandiflora), Flutendes Heusenkraut (Ludwigia peploides), Japanisches Stelzengras (Microstegium vimineum), Karottenkraut (Parthenium hysterophorus), Afrikanisches Lampenputzergras (Pennisetum setaceum), Durchwachsener Knöterich (Persicaria perfoliata), Kudzu (Pueraria lobata). Falls Ihnen von diesen Pflanzen Vorkommen bekannt sind, sind wir umso mehr an Hinweisen auf Vorkommen interessiert! Nicht von Relevanz sind Vorkommen in Gärten oder Parks (das Lampenputzergras findet sich beispielsweise gepflanzt in vielen Gärten), die noch nicht in die freie Landschaft ausgewandert sind.

Hinweise zu den Arten bitten wir Sie an die in der Signatur unten genannte E-Mail-Adresse zu schicken. 

 

Vielen Dank für Ihre Hilfe! Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Zehm

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Dr. Andreas Zehm
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)
Referat 51 - Fachgrundlagen Naturschutz
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg
Fon: ++49 (0)821/9071-5111
Fax: ++49 (0)821/9071-5621
andreas.zehm@lfu.bayern.de
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