Methan

Nach Kohlendioxid ist Methan (CH4) das zweitwichtigste Treibhausgas. Sein Anteil an den gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland betrug 2014 laut Umweltbundesamt 6,2 Prozent. Zwar verbleibt Methan mit bis zu 15 Jahren wesentlich kürzer in der Atmosphäre als zum Beispiel Kohlendioxid. Doch da es 25-mal so wirksam ist, trägt es entscheidend zu dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt bei. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls hat sich Deutschland verpflichtet, die Methanemissionen zu senken – mit Erfolg: Seit 1990 sind die Methanemissionen um 53 Prozent zurückgegangen.

Tierhaltung: Emissionsquelle Nummer eins

Kühe im StallBild vergrössern In der Tierhaltung entsteht der Großteil der Methangasemissionen in Bayern; Foto: © countrypixel - Fotolia.com

Methan ist ein hochentzündliches, farb- und geruchloses Gas. Es entsteht, wenn organisches Material unter Luftabschluss abgebaut wird. Das geschieht zum Beispiel in den Mägen von Wiederkäuern wie dem Rind: Während der Verdauung wird das entstandene Gas freigesetzt. Auch in Mist und Gülle, die als Düngemittel eingesetzt werden, steckt Methan. Bei der Lagerung und beim Ausbringen des Düngers auf die Felder gelangt es in die Atmosphäre.

Hauptquelle für die Methanemissionen in Deutschland ist daher die Landwirtschaft: 2013 lag ihr Anteil am Methanausstoß bei rund 58 Prozent. In Bayern, mit seiner traditionell starken Rinderhaltung, war der Anteil mit rund 85 Prozent noch einmal deutlich höher (Quelle: Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder, 2016).

Global gesehen verursacht der Nassanbau von Reis einen Großteil der Methanemissionen. Auf den gefluteten Feldern entstehen große Mengen des Treibhausgases.

Eine weitere Quelle für Methanemissionen in Deutschland ist die Gewinnung und Verteilung von Brennstoffen: Methan wird zum Beispiel beim Abbau von Kohle oder beim Transport von Erdgas frei. Der Anteil der Energiegewinnung und -verteilung am gesamten Methanausstoß lag 2013 bei 16 Prozent auf Bundesebene und sieben Prozent im Freistaat (Quelle: Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder, 2016).

Weniger Emissionen in der Abfallwirtschaft

Kompaktorfahrzeug auf einer MülldeponieBild vergrössern Mit gutem Beispiel voran: In der Abfallwirtschaft konnten die Emissionen an Methan deutlich reduziert werden; Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

Methanemissionen entstehen auch auf Mülldeponien und in Kläranlagen. Der deutschen Abfall- und Abwasserwirtschaft ist es jedoch gelungen, die Methanemissionen seit 1990 um über 70 Prozent zu reduzieren. Lagen die Emissionen 1990 in diesem Bereich noch bei etwa 1,4 Millionen Tonnen, waren es 2013 nur noch 0,4 Millionen Tonnen.

Im selben Zeitraum konnte auch in Bayern der Anteil der Abfallwirtschaft an den Methanemissionen von etwa 23 auf fünf Prozent verringert werden (Quelle: Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder, 2016).

Diese positive Entwicklung haben vor allem verbesserte Abläufe und neue gesetzliche Regelungen in der Abfallwirtschaft bewirkt. Seit Wertstoffe recycelt, organische Abfälle kompostiert und immer mehr Müll zur Energieerzeugung genutzt wird, ist die Müllmenge auf Deponien – und damit die Methanbildung – deutlich zurückgegangen.