Lachgas

Als Lachgas wird umgangssprachlich das farblose und süßlich riechende Treibhausgas Distickstoffmonoxid (N2O) bezeichnet. Der Name rührt vermutlich von der berauschenden Wirkung des Gases her. Nach Kohlendioxid und Methan macht Lachgas den drittgrößten Anteil an den gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland aus. Im Jahr 2014 lag dieser nach Angaben des Umweltbundesamtes bei 4,3 Prozent. Lachgas trägt erheblich zum vom Menschen verursachten Treibhauseffekt bei: Das Gas verbleibt im Schnitt 114 Jahre in der Atmosphäre und ist fast 300-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid.

Zu viel des Guten: Stickstoffbelastung durch Düngung

Traktor mit Güllefass und Schleppschlauchtechnik beim Düngen eines FeldesBild vergrössern Negativer Nebeneffekt: Durch das Düngen gelangen große Mengen Lachgas in die Umwelt; Foto: © Countrypixel - Fotolia.com

Wie im Falle von Methan gilt auch für Lachgas: Die mit Abstand meisten Emissionen stammen aus der landwirtschaftlichen Produktion. Laut Umweltbundesamt trug dieser Bereich 2014 mit 79 Prozent zu den deutschen Lachgasemissionen bei. Jüngste Zahlen für Bayern geben den Anteil mit rund 87 Prozent an (Quelle: Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder, 2016).

Vor allem der Einsatz von Düngemitteln setzt Lachgase frei: Denn sowohl Gülle und Mist (sogenannter Wirtschaftsdünger oder organischer Dünger) als auch mineralischer, also industriell hergestellter, Dünger enthalten Stickstoff. Werden diese stickstoffhaltigen Verbindungen abgebaut, entsteht unter anderem Lachgas. Auch Ernterückstände und Gärreste aus Biogasanlagen verursachen Lachgasemissionen. Besonders hoch ist der Ausstoß von Lachgas auf Moorflächen, die landwirtschaftlich genutzt werden.

Weitere Lachgasemissionen in Deutschland entstehen darüber hinaus in der chemischen Industrie, etwa bei der Kunststoffproduktion sowie bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe.

Noch Luft nach oben bei der Emissionsbekämpfung

Die deutschen Lachgasemissionen sind zwar heute deutlich geringer als im Jahr 1990. Doch seit 2010 ist wieder ein Anstieg der Emissionen zu beobachten.

In der industriellen Herstellung konnten die Emissionen durch verbesserte Technologien deutlich verringert werden. Der Lachgasausstoß in Teilen der Landwirtschaft ist dagegen nach wie vor sehr hoch. Er ist nur in den Jahren nach der Wiedervereinigung gesunken. Grund dafür war vor allem der Rückgang der Tierbestände in den neuen Bundesländern. 1990 wurden in der deutschen Landwirtschaft rund 111.000 Tonnen ausgestoßen, 2014 waren es noch immer rund 103.000 Tonnen (Quelle: Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen).

Um die Freisetzung von Lachgas im landwirtschaftlichen Bereich zu reduzieren, kommen verschiedene Maßnahmen infrage. Beispiele dafür sind die stickstoffreduzierte Fütterung von Nutztieren, technische Verbesserungen bei der Lagerung von Gülle und eine optimal an Bedarf und Standort angepasste Düngung in der Pflanzenproduktion (Quelle: Umweltbundesamt, "Stickstoff – zu viel des Guten?", 2011).