Kohlendioxid

Anteile verschiedener Treibhausgase an den Gesamtemissionen in Kohlendioxid-Äquivalenten in Deutschland im Jahr 2014: Kohlendioxid (87,9%), Methan (6,2%), Distickstoffoxid (4,3%), HFKW (1,2%), FKW (0,03%), Schwefelhexafluorid (0,4%), Stickstofftrifluorid (0,002%).Bild vergrössern Kohlendioxid trägt am stärksten zur Belastung der Atmosphäre durch Treibhausgase bei – in Deutschland und weltweit. Grafik: Umweltbundesamt

Kohlenstoffdioxid – kurz Kohlendioxid oder CO2 – trägt mit Abstand am meisten zu dem vom Menschen verursachten Treibhauseffekt bei. Denn im Vergleich zu anderen Treibhausgasen gelangt CO2 in deutlich größeren Mengen in die Atmosphäre: In Deutschland machte Kohlendioxid 2014 rund 88 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen aus.

Deshalb konzentrieren sich die politischen Anstrengungen zum Klimaschutz vor allem darauf, den Ausstoß von Kohlendioxid einzudämmen.

Natürlicher Kreislauf aus der Balance

Kohlendioxid ist an sich nicht schädlich für Klima und Umwelt. Im Gegenteil: In einem natürlichen Kreislauf entziehen Pflanzen das farb- und geruchlose Gas der Luft, um daraus Energie zu gewinnen. Dabei entsteht Sauerstoff, den Menschen und Tiere zum Überleben brauchen. Außerdem trägt Kohlendioxid in seiner Funktion als natürliches Treibhausgas dazu bei, dass auf der Erde ein lebensfreundliches Klima herrscht.

Doch mit dem Beginn des industriellen Zeitalters griff der Mensch massiv in diese natürlichen Abläufe ein: Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas ließ sich Energie in ungeahnten Dimensionen gewinnen. Ein Prozess, der allerdings auch große Mengen Kohlendioxid freisetzt. Es reichert sich in der Atmosphäre an, wo es im Schnitt 120 Jahre verbleibt. Seit der Industrialisierung ist daher die weltweite CO2-Konzentration in der Atmosphäre um mehr als 40 Prozent gestiegen: von vormals etwa 280 ppm auf knapp über 400 ppm im Jahr 2015 (Quelle: Umweltbundesamt, 2016). In den 10.000 Jahren davor war dieser Wert dagegen ungefähr konstant.

Wichtigste Emissionsquellen: Strom, Wärme und Verkehr

Die größte Quelle für CO2-Emissionen in Deutschland ist die Bereitstellung und Nutzung von Energie: Strom und Wärme werden nach wie vor überwiegend aus fossilen Brennstoffen gewonnen.

Strommasten mit Hochspannungsleitungen vor einem KraftwerkBild vergrössern Noch hängt unsere Energieerzeugung stark von fossilen Brennstoffen ab; Foto: © Björn Wylezich - Fotolia.com

Die zweite wichtige Quelle ist der Verkehr: Wer nicht zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, verursacht CO2-Emissionen. Auch der Transport von Waren belastet das Klima.

In privaten Haushalten tragen vor allem die Heizung und Warmwasserbereitung zum CO2-Ausstoß bei. Darüber hinaus entsteht Kohlendioxid in der industriellen Produktion, etwa bei der Zementherstellung.

In Deutschland konnten die CO2-Emissionen nach Angaben des Umweltbundesamtes zwischen 1990 und 2014 um über 24 Prozent auf 793 Millionen Tonnen gesenkt werden. Wie sich die Emissionen entwickeln, hängt jedoch auch von Faktoren wie Wetter und Marktlage ab: So stieg 2015 diese Zahl wieder leicht an, unter anderem aufgrund des kühleren Winters und niedriger Kraftstoffpreise.

CO2-Emissionen in Bayern

2013 betrug die Summe der energiebedingten CO2-Emissionen in Bayern rund 78,6 Millionen Tonnen. Im Bezugsjahr 1990 waren es 84,5 Millionen Tonnen.

Der Pro-Kopf-Ausstoß an Kohlendioxid im Bereich Energie lag in Bayern 2013 mit 6,3 Tonnen unterhalb des Wertes für ganz Deutschland (rund zehn Tonnen). Doch dieses Niveau ist noch immer zu hoch, um die vom Weltklimarat geforderte Begrenzung der Klimaerwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu erreichen. Bis 2050 hat sich der Freistaat das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen auf weniger als zwei Tonnen pro Kopf zu senken.