Klimafreundliches Handeln: gut für Mensch und Umwelt

Salamipizza aus dem Supermarkt oder selbst geschnippelter Gemüseeintopf? Urlaub auf den Bahamas oder im Bayerischen Wald? Den alten Kühlschrank jetzt ersetzen oder doch erst nächstes Jahr? Viele unserer Entscheidungen haben einen direkten Einfluss auf das Klima. Dieser kann größer oder kleiner ausfallen – je nachdem, wie viele Treibhausgasemissionen unser Handeln verursacht.

Den Ausstoß an klimaschädlichen Emissionen zu verringern, heißt nicht, weniger gut zu leben. Im Gegenteil: Klimaschutz im Alltag wirkt sich positiv auf das eigene Wohlbefinden und die Haushaltskasse aus. Wer öfters das Rad dem Auto vorzieht, spart Geld für Sprit und Fitnessstudio. Ab und zu auf Fleisch und Wurst zu verzichten, hilft der Umwelt und der Gesundheit. Sich beim Kauf einer Waschmaschine für ein teureres, aber effizienteres Modell zu entscheiden, spart Stromkosten ein.

Pro-Kopf-Emissionen: Die Summe macht den Unterschied

Tortendiagramm: Verteilung der Treibhausgasemissionen pro Kopf in Deutschland im Jahr 2014 auf verschiedene Konsumbereiche: Heizung (17%), Strom (7%), Mobilität (23%), Ernährung (13%), Sonstiger Konsum (30%) und Öffentliche Emissionen (10%).Bild vergrössern Treibhausgasemissionen pro Kopf in Deutschland nach Konsumbereichen (Grafik: Umweltbundesamt)

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen lag 2013 in Bayern bei rund 7,4 Tonnen CO2-Äquivalenten (Quelle: Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder, 2016).

Laut Umweltbundesamt verursachen wir durch unseren Konsum im Schnitt besonders viele schädliche Emissionen in den Bereichen Heizung und Strom (24 Prozent), Mobilität (23 Prozent) und Ernährung (13 Prozent).

Wie viele Emissionen jede und jeder Einzelne tatsächlich in welchem Bereich verursacht, kann allerdings stark von den Durchschnittswerten abweichen. Das heißt: Wir können unseren individuellen Pro-Kopf-Ausstoß zu einem großen Teil beeinflussen. Es bedeutet auch: Unser kleiner Beitrag kann in der Summe einen entscheidenden Unterschied machen.

Selbst aktiv werden

Die persönliche Klimabilanz zu kennen, hilft, beim Klimaschutz an der richtigen Stelle anzusetzen. Eine Orientierung bieten dabei CO2-Rechner, mit denen man den eigenen Ausstoß an Treibhausgasen – und vor allem des bedeutendsten Treibhausgases Kohlendioxid – einschätzen kann.

Natürlich begrenzen Faktoren wie Zeit, Geld oder Ansprüche von Beruf und Familie unseren Handlungsspielraum beim Klimaschutz. Doch oft ist dieser größer, als wir meinen: Liegt etwa die Arbeitsstelle 40 Kilometer entfernt, ist das Rad keine Alternative zum Auto – eine Fahrgemeinschaft möglicherweise schon.

Im Internet gibt es viele praktische Tipps und Anregungen, wie sich die persönliche Klimabilanz verbessern lässt. Auch Apps können weiterhelfen: bei der Suche nach aktuellen Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr oder beim Kauf effizienter Haushaltsgeräte. Eine Auswahl nützlicher Links ist unter "Weiterführende Informationen" zu finden.

Gemeinsam in eine klimaneutrale Zukunft

Ein Elektroauto wird über einen Stecker aufgeladen, der von einem Mann im Anzug gehalten wird.Bild vergrössern Bis 2020 will der Bund eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bringen; Foto: ©iStock.com/Mihajlo Maricic

Aufgabe der Politik ist es, die nötigen Voraussetzungen für klimafreundliches Handeln zu schaffen. Dazu gehört zum Beispiel der Ausbau von Radwegen und öffentlichem Nahverkehr. Gesetzliche Regelungen verpflichten Unternehmen, Mindeststandards beim Klimaschutz einzuhalten. Darüber hinaus können Betriebe von einem freiwilligen Nachhaltigkeitsmanagement profitieren.

Auch finanzielle Anreize durch die Politik sind wichtig: Bund, Länder und Kommunen unterstützen deshalb energieeffizientes Bauen und Sanieren mit günstigen Krediten oder Zuschüssen.

Viele klimapolitische Maßnahmen sind auf Ebene der Europäischen Union angesiedelt: Vom Energieeffizienzlabel auf Haushaltsgeräten bis zum Bio-Siegel für Lebensmittel sorgen sie EU-weit für mehr Transparenz beim Einkaufen.

Wenn alle gesellschaftlichen Akteure ihre Verantwortung heute und in Zukunft wahrnehmen, rückt das Ziel einer klimaneutralen Welt ein großes Stück näher.