Energienutzung: Faktor Nummer eins beim Klimaschutz

Über 80 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland sind energiebedingt. Sie entstehen, wenn Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt werden, um daraus Energie zu gewinnen. Energiebedingte Emissionen bestehen zu 98 Prozent aus Kohlendioxid (CO2). Rund die Hälfte von ihnen fällt bei der öffentlichen Strom- und Wärmeerzeugung an. Etwa 20 Prozent der Emissionen entstehen im Verkehr. Um den Ausstoß an Kohlendioxid langfristig zu senken, sind daher drei Schritte notwendig:

  1. Energie sparen
  2. Energieeffizienz steigern
  3. Erneuerbare Energien ausbauen
Abschaltbare Steckdosenleiste, auf der ein Stecker liegt. Dahinter sind Geldscheine zu sehen.Bild vergrössern Am klimafreundlichsten ist die Energie, die man gar nicht erst verbraucht; Foto: © Birgit Reitz-Hofmann – Fotolia

Diese drei Punkte sind auch die Säulen der Energiewende. Das Landesamt für Umwelt hat dafür den Begriff "Energie-3-Sprung" geprägt. Wichtig ist, den dritten Sprung nicht vor dem ersten zu machen: Auch erneuerbare Energien dürfen nicht verschwendet werden.

Klimaschutz durch Energiesparen

Energie einzusparen, die man nicht benötigt, und Technologien zu nutzen, die möglichst wenig Energie verbrauchen – das sind die günstigsten und umweltfreundlichsten Formen des Klimaschutzes.

Das Potenzial, um Energie einzusparen, ist groß: Eine Studie des BUND Naturschutz von 2011 kam zu dem Ergebnis, dass in Bayern 40 Prozent des damaligen Stromverbrauchs bis zum Jahr 2030 eingespart werden könnten. Noch größer ist das Einsparpotenzial beim Heizen: Über 80 Prozent des Verbrauchs an Heizwärme in Gebäuden ließen sich einsparen. Die dafür nötige Technik gibt es bereits. Mit dem "10.000-Häuser-Programm" fördert die Bayerische Staatsregierung seit 2015 Bürgerinnen und Bürger, die ihr Haus energetisch sanieren oder ihren Neubau energieeffizient gestalten.

Ob private Haushalte, Unternehmen, Kommunen oder der Staat selbst – sie alle können durch Energieeinsparungen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wie das konkret funktioniert, zeigt der 12-Punkte-Aktionsplan auf. Er wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem BUND Naturschutz in Bayern und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern erarbeitet.

Erneuerbare Energie für Bayern

Anders als die fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas stehen Energiequellen wie Sonne, Wind oder Wasser immer wieder neu zur Verfügung. Doch ihre Nutzung wirkt sich ebenfalls auf Natur und Umwelt aus. Deshalb gilt: Erneuerbare Energien dürfen den sparsamen und effizienten Umgang mit Energie nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Lachendes Mädchen läuft im Sommerkleid durch ein Getreidefeld und wirft dabei die Arme hoch. Im Hintergrund sind drei Windkraftanlagen zu sehen.Bild vergrössern Auch der Ausbau erneuerbarer Energien muss im Einklang mit Mensch, Natur und Umwelt erfolgen; Foto: © Shestakoff - Fotolia.com

In Bayern spielen die erneuerbaren Energien bereits heute eine wichtige Rolle bei der Stromversorgung. Im Jahr 2014 wurden bereits über 36 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. Das Bayerische Energieprogramm sieht vor, diesen Anteil bis 2025 auf etwa 70 Prozent zu erhöhen: Wichtigste Energiequellen sollen dabei Wasserkraft und Solarenergie bleiben, gefolgt von Bio- und Windenergie.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist auch wichtig, um die CO2-Emissionen im Freistaat weiter senken zu können.

Unterstützung bei der Energiewende

Die Bayerische Staatsregierung unterstützt den Umbau der bayerischen Energieversorgung durch Förderungen sowie umfangreiche Informations- und Beratungsangebote. Zu diesem Zweck wurden im Freistaat in den vergangenen Jahren verschiedene Institutionen eingerichtet.

Energie-Atlas Bayern

Das Internetportal der Bayerischen Staatsregierung bietet Informationen rund um die Energiewende. Es richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit, Unternehmen und Kommunen. Mithilfe von interaktiven Karten können Nutzerinnen und Nutzer regionale und lokale Daten zur Energieerzeugung abrufen.

Ökoenergie-Institut Bayern

Am Bayerischen Landesamt für Umwelt (lfU) ist das Ökoenergie-Institut Ansprechpartner für Technik- und Umweltfragen zu erneuerbaren Energien. Es betreibt den Energie-Atlas Bayern und bietet telefonische Beratung an. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und unterstützen Strategien und Modellprojekte für einen umweltfreundlichen Ausbau der erneuerbaren Energien.

Infozentrum UmweltWirtschaft (IZU)

Mit dem Infozentrum UmweltWirtschaft klärt das Bayerische Landesamt für Umwelt bayerische Betriebe über Umweltthemen auf. Zu den Schwerpunkten gehören auch die Themen Energie, Klima und Nachhaltigkeitsmanagement. Das Angebot richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen (KMU).