EU-Projekt Bodenatlas Bayern - Geochemische Hintergrundwerte der Gesteine Bayerns

Steinbruchwand mit verschiedenfarbigen Gesteinsschichten und Hammer als Maßstab Gesteinsprobenahme im Gelände

Die Kenntnis der geochemischen Gesteinseigenschaften ist wichtig für die Nutzbarkeit als Rohstoff, aber auch für die Verwertung von Gesteinsaushub. Zudem beeinflussen die Gesteine die geochemischen Eigenschaften der darin vorkommenden Grundwässer sowie der aus ihnen gebildeten Böden.

Im Rahmen des Anfang 2016 gestarteten EU-Projekts "Bodenatlas Bayern" sollen im Teilprojekt "Gesteinsgeochemie" die typischen Elementkonzentrationen von Gesteinseinheiten auf Grundlage der digitalen geologischen Karte im Maßstab 1:25.000 (dGK25) ermittelt und in einer Karte dargestellt werden.

Hierfür werden über 2.500 geologische Einheiten der dGK25 unter Berücksichtigung der Lithologie, Stratigraphie und Fazies zu geochemisch gleichartigen Geochemieeinheiten (GCE) zusammengefasst. Alle Geochemieeinheiten mit ausreichend hohen Probenzahlen werden statistisch ausgewertet und die typischen Wertebereiche der Parameter (Mittelwerte und Perzentile) ermittelt.

Für die geochemische Charakterisierung dienen die Gesteinsanalysen des Bayerischen Bodeninformationssystems, die im Projektrahmen bereichsweise durch neue Beprobungen an Geländeaufschlüssen und Bohrkernen ergänzt werden.

Im Ergebnis handelt es sich um eine Darstellung der zu erwartenden gesteinsspezifischen Wertebereiche für ausgewählte Elemente, nicht jedoch um eine Aussage zu den am jeweiligen Standort konkret vorliegenden Messwerten.

Bayernkarte mit räumlicher Verbreitung von Geochemieeinheiten Elementgehalte (CaO) zweier Geochemieeinheiten im Boxplot-Diagramm

Die Bereitstellung der Daten für die Anwender erfolgt als geochemisches Kartenwerk im UmweltAtlas Bayern. Die statistischen Kennwerte sollen als Übersicht in Form von Boxplots und Tabellen bereitgestellt werden. In einem Bericht werden Zielsetzung, Methodik und Ergebnisse ausführlich erläutert.

Das Projekt "Bodenatlas Bayern" im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz läuft insgesamt bis Ende 2020 und mit Kofinanzierung durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) IWB Bayern 2014-2020.