FAQ: Per- und Polyfluorierte Chemikalien

Was kann ich selber tun, um den PFC-Eintrag in die Umwelt zu vermindern?

Antwort:

Viele Produkte werden mit Hilfe von PFC hergestellt (z.B. Teflon) oder enthalten selber noch PFC (z.B. Textilien). Für den Verbraucher ist dies oft schwer nachvollziehbar. Viele Hersteller werben zwar mittlerweile mit einer PFOS/PFOA-freien Herstellung, sind aber nur auf andere fluorierte Verbindungen umgestiegen. Diese sind zwar i.d.R toxikologisch weniger problematisch aber trotzdem persistent, also in der Umwelt nicht abbaubar. Aktuell haben sich bereits einige Textilproduzenten vor allem im Bereich Outdoor-Bekleidung verpflichtet, möglichst keine PFC mehr bei der Produktion zu verwenden. Informationen finden sich meist auf den jeweiligen Herstellerseiten im Internet. Darüber hinaus kann jeder für sich prüfen, ob eine schmutz- und wasserabweisende Beschichtung für den jeweiligen Einsatzzweck (Bekleidung, Heimtextilien, Haushaltsgeräte) wirklich unerlässlich ist.

Wie stark ist unsere Umwelt in Bayern mit PFC belastet?

Antwort:

Auf Grund ihrer schmutz-, farb-, fett-, öl- und gleichzeitig wasserabweisenden Eigenschaften finden die perfluorierten Chemikalien Anwendungen in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten. Beispielsweise werden sie eingesetzt bei Textilien zur Imprägnierung und Beschichtung (z.B. Outdoor-Bekleidung), in Galvaniken (z.B. in Bädern zur Verchromung von Autoteilen). Durch diese breite Anwendung auch in Konsumprodukten findet sich flächendeckend eine gewisse – wenn auch sehr niedrige – Grundbelastung.

In Bayern gibt es im Umfeld von einigen Schadensfällen, primär verursacht durch fluorhaltige Löschschäume, verschiedene punktuelle Belastungen mit PFC. Das LfU arbeitet in Kooperation mit den Wasserwirtschaftsämtern und den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden konsequent an der Erfassung weiterer möglicher Schadensfälle.

Aktuell (Februar 2018) sind in Bayern 22 Schadensfälle bekannt und in Bearbeitung.

Kann ich in Gewässern baden, in denen PFC nachgewiesen wurde?

Antwort:

Für Trinkwasser gibt es z.B. für PFOS einen Richtwert von 0,1 µg/L. Dies ist der lebenslang gesundheitlich duldbare Wert für Trinkwasser, der von der Trinkwasserkommission am Umweltbundesamt festgelegt wurde. Dieser Wert berücksichtigt eine lebenslange Aufnahme von 2 Liter Trinkwasser pro Tag und eine Ausschöpfung des TDI von 10 % (TDI, tolerable daily intake). Weitere Werte wurden im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht.

Nimmt man als lebenslangen Durchschnitt 35 Badetage pro Jahr und eine verschluckte Wassermenge von 200 ml pro Badetag, so wird eine Ausschöpfung des gesundheitlich definierten Grenzwertes für eine PFC- Aufnahme erst bei Badewassergehalten erreicht, die ca. um ein vielfaches über dem Trinkwasserrichtwert liegen.

Kann ich Fisch aus Gewässern essen, in denen PFC nachgewiesen wurde?

Antwort:

Im August 2013 hat die EU-Kommission PFOS in die Liste der prioritären Stoffe aufgenommen. Als relevante Umweltqualitätsnorm (UQN) gilt seither EU-weit ein Wert von 9,1 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg), der in Fischen nicht überschritten werden darf. Diese UQN wurde zum Schutz der menschlichen Gesundheit beim Verzehr von Fisch abgeleitet.

Der korrespondierende Wert für die Wasserphase beträgt 0,65 Nanogramm pro Liter (ng/L), der in Gewässern im Jahresdurchschnitt nicht überschritten werden darf. Diese Werte gelten mittlerweile auch in Deutschland (OGewV 2016).

Für weitere PFC existieren aktuell keine Grenzwerte für Fische, weitere Informationen sind über die unten angegebenen Links des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zu erhalten.

Was tun die Feuerwehren um die Belastung durch PFC-haltige Löschschäume zu vermindern?

Antwort:

Viele kommunale und auch Werkfeuerwehren haben bereits vor der Verbotsfrist 2011 auf fluorfreie Löschschäume umgestellt. Der bewusste Umgang mit Löschschäumen und die Minimierung des Einsatzes auf den zwingend notwendigen Einsatzbereich sind auch Thema im Bereich der Ausbildung an den Feuerwehrschulen. Umweltverwaltung und Feuerwehrverbände kooperieren seit mehreren Jahren eng, um die Umweltrisiken so weit wie möglich zu minimieren. Ganz vermeiden lassen sich die Risiken aber noch nicht, da noch nicht für alle Einsatzzwecke weniger umweltbelastende Alternativen zur Verfügung stehen.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat gemeinsam mit dem Bayerischen Umweltministerium , dem Bayerischen Innenministerium , und den Feuerwehrverbänden den Leitfaden "Umweltschonender Einsatz von Feuerlöschschäumen" herausgegeben, der die wichtigsten Informationen rund um die Themen Umweltschutz und Löschschaum zusammenfasst.