Häufige Fragen zur aktuellen Situation in Gendorf

Warum wurde der Leitwert für PFOA durch die Trinkwasserkommission abgesenkt?

Antwort:

Die Trinkwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) beim Umweltbundesamt hat zur Problematik der PFC im Trinkwasser zunächst am 13.07.2006 in Form einer "vorläufigen Bewertung von Perfluorierten Tensiden (PFT) im Trinkwasser am Beispiel ihrer Leitsubstanzen Perfluoroctansäure (PFOA) und Perfluoroctansulfonsäure (PFOS)" Stellung genommen.

Seither sind sowohl zu PFOA und PFOS wie auch zu anderen PFC weitere Daten erarbeitet und veröffentlicht worden, die Anlass für eine Fortschreibung der damaligen vorläufigen Bewertung geben.

Daher hat die Trinkwasserkommission am Umweltbundesamt im Zuge einer Neubewertung unter Berücksichtigung der aktuellsten Untersuchungen zum 20.09.2016 den bisherigen gesundheitlichen Leitwert von 0,3 µg/l (Summe aus PFOA und PFOS) auf einen Leitwert von 0,1 µg/l (jeweils für die Einzelsubstanz PFOA und PFOS) abgesenkt. Dieser Leitwert gilt unter Berücksichtigung der lebenslangen Aufnahme von täglich zwei Liter Trinkwasser und auch für besonders empfindliche Personen wie Säuglinge und Schwangere.

Welche Folgen hat das für die Trinkwasserversorgung im Raum Gendorf?

Antwort:

Der vom Umweltbundesamt veröffentlichte Leitwert für PFOA und PFOS in Höhe von jeweils 0,1 µg/l ist für Trinkwasser grundsätzlich einzuhalten, auch wenn er nicht explizit unter die zu untersuchenden Parameter der Trinkwasserverordnung fällt (§ 6, Abs. 3 TrinkwV 2001). Entsprechende Maßnahmen ergreift der Wasserversorger in Absprache mit dem Gesundheitsamt. Als Maßnahmen kommen insbesondere die Versorgung aus einem alternativen Wasservorkommen, der Anschluss an eine andere Wasserversorgung oder die Entfernung mittels Trinkwasseraufbereitung in Frage.

Wie kann das Trinkwasser ggf. gereinigt werden?

Antwort:

Zur Reinigung wird vorzugsweise das Verfahren der Aktivkohlefiltration angewandt. Mit Hilfe dieses Verfahrens lassen sich insbesondere organische Stoffe durch Adsorption (Bindung) an der Aktivkohleoberfläche entfernen. Alternative Verfahren sind in der Regel weniger effektiv und unwirtschaftlicher. Membranverfahren wie Umkehrosmose oder Nanofiltration sind aufgrund der zu entsorgenden wässrigen Rückstände in der Regel nicht geeignet.

Wie sicher ist eine Trinkwasseraufbereitung für PFOA?

Antwort:

Bereits seit 2009 wird das Verfahren der Aktivkohlefiltration zur Trinkwasseraufbereitung mit dem Ziel der Entfernung von PFOA bei einem Wasserversorger im Landkreis Altötting angewandt. Mit diesem Verfahren lässt sich auch der aktualisierte Trinkwasserleitwert für PFOA in Höhe von 0,1 μg/l zuverlässig einhalten.

Was bedeutet eine Trinkwasseraufbereitung über Aktivkohle für mich als Verbraucher?

Antwort:

Durch Aktivkohlefiltration aufbereitetes Wasser behält weitestgehend seine natürlichen Eigenschaften, mineralische Bestandteile wie z.B. Calcium und Magnesium bleiben erhalten. Sensorische Beeinträchtigungen (Geruch/Geschmack) können ausgeschlossen werden.