Kreislaufwirtschaft und Sekundärrohstoffe

Die Verfügbarkeit von endlichen Rohstoffen wird in einigen Jahrzehnten bis Jahrhunderten für die Weltwirtschaft zu einem existenziellen Problem, wenn die Quellen nichterneuerbarer Rohstoffe versiegt sein werden und die zur Verfügung stehenden stofflichen Senken für Wertstoffe ausgeschöpft sind. Basierend auf dieser Erkenntnis wurde das Konzept der Kreislaufwirtschaft entwickelt, dass Produktionsverfahren in einem geschlossenen stofflichen Kreislauf betrachtet und somit zukunftsfähig macht.

Die erneute Verwendung und die hochwertige Verwertung von anfallenden Ausschussstoffen ist Teil einer nachhaltigen Strategie zur Schonung natürlicher Ressourcen. Die Schaffung geschlossener Kreisläufe und ein gezieltes Stoffstrommanagement sollen dabei eine möglichst intensive Nutzung von entnommenen natürlichen Ressourcen ermöglichen, um Ressourcen zu sparen und Abfälle zu vermeiden.

Rangfolge der fünfstufigen Abfallhierarchie (§ 6 Kreislaufwirtschaftsgesetz – KrWG)

  • Vermeidung
  • Vorbereitung zur Wiederverwendung
  • Recycling
  • sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  • Beseitigung

In der betrieblichen Praxis lassen sich vielfältige Maßnahmen zum effizienten Umgang mit Ressourcen im Bereich der Bewirtschaftung von Wertstoffen umsetzen. Dabei ist ein betriebliches Konzept von Vorteil: Neben der Kosteneinsparung in der Beschaffung und Entsorgung durch Vermeidung von Abfällen ergeben sich unter anderem Marktvorteile durch die Entwicklung eines ökologischen Firmenimages oder auch die Vorbereitung auf künftige Rechtsnormen.

Technische Maßnahmen der betrieblichen Abfallwirtschaft können beispielsweise die Substitution von Einsatzstoffen zur Vermeidung von Schadstoffen, eine Prozessoptimierung zur Vermeidung von Fehlchargen oder auch eine recyclinggerechte Konstruktion der Produkte sein. Eine Abfallvermeidung im Beschaffungswesen durch die gezielte Lieferantenauswahl, der Aufbau eines Rücknahmesystems gebrauchter Produkte und die Nutzung von Abfall- und Bauteilbörsen können entsprechende Maßnahmen in der Organisation sein. Auch eine gezielte Schulung und Qualifikation der Mitarbeiter unterstützt ebenso eine gelungene Abfallwirtschaft wie auch eine Mitarbeit in branchennahen Umweltschutz- und Entsorgungsorganisationen.


Drei kreisförmig angeordnete Pfeile, als Symbol für das Recycling

Eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft wird beispielsweise durch eine Rückgewinnung der in Abfällen enthaltenen Sekundärrohstoffe und ihre erneute Verwendung im Wirtschaftskreislauf gewährleistet. Neben der Wiederverwertung (Recycling) sind weitere Strategien eine Weiterverwendung gebrauchter Gegenstände (Reuse) oder die Aufarbeitung gebrauchter und defekter Geräte (Remanufacturing, Refurbishing).