Hintergrundwissen

Was ist Clean/cleaner Production?

Antwort:

Vorsorgender betrieblicher Umweltschutz (im Englischen cleaner production) berücksichtigt schon vor und während der Produktion Umweltmaßnahmen. Durch die Analyse von Material- und Energieströmen sollen innerbetriebliche Prozesse verbessert werden, um die gesamte Produktion umweltschonender zu gestalten durch weniger Ausschuss, Abfälle oder Emissionen.

Was ist der Cradle-to-Cradle-Ansatz?

Antwort:

Das Konzept des "Cradle-to-Cradle" (C2C) befasst sich mit der Ökoeffektivität wirtschaftlicher Prozesse. Die Idee ist die einer abfallfreien Wirtschaft, bei der Firmen keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwenden. Alle Stoffe sind in diesem Konzept dauerhafte Nährstoffe für natürliche oder geschlossene technische Kreisläufe. Recycling nach dem C2C-Prinzip bedeutet beispielsweise eine Wiederverwendung des Materials ohne Qualitätsverlust, weil nur reine Materialien verwendet wurden wie reine Kunststoffe oder Holz. Im Idealfall wäre das Recycling ein Upcycling, also eine qualitative Verbesserung, zumindest jedenfalls kein Downcycling.

Was ist das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess)?

Antwort:

Bereits im Februar 2012 hatte sich die deutsche Bundesregierung mit der Verabschiedung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms den Zielen einer nachhaltigen Entnahme und Nutzung natürlicher Ressourcen verschrieben, um Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen zu übernehmen und unsere natürliche Lebensgrundlage zu schützen. Das Programm basiert auf vier Leitideen. Die erste dieser Leitideen formuliert die Notwendigkeit, Ökologie und Ökonomie mit Innovation und sozialer Verantwortung zu verbinden. Die zweite Leitidee sieht eine globale Verantwortung als Grundlage einer nationalen Ressourcenpolitik vor. Eine zunehmende Unabhängigkeit der heimischen Wirtschafts- und Produktionsweisen von Primärrohstoffen sowie die Weiterentwicklung und der Ausbau der Kreislaufwirtschaft sind Grundlage der dritten Leitidee. Die vierte Leitidee des ProgRess beinhaltet eine nachhaltige, langfristige Ressourcennutzung und sicherung durch eine gesellschaftliche Orientierung auf qualitatives Wachstum. Alle vier Jahre berichtet die Bundesregierung über die Fortschritte des Programms. Derzeit läuft das Programm ProgRess II.

BUNDESMINISTERIUM FÜR UMWELT, NATURSCHUTZ, BAU UND REAKTORSICHERHEIT (BMUB) [Hrsg.] (2015): Deutsches Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess). Programm zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der natürlichen Ressourcen. 2. Auflage. – 116. S., Berlin.

Was ist Digitalisierung?

Antwort:

Die zunehmende Digitalisierung ist einer der großen Trends unserer Gesellschaft und auch in der Wirtschaft. Es geht um die elektronische Verarbeitung und Speicherung von Daten, aber auch die wachsende Vernetzung. Die Digitalisierung soll einerseits unsere Kommunikation erleichtern, andererseits auch Produktionsprozesse effizienter gestalten oder logistische Prozesse unterstützen. Bei der Digitalisierung in der Wirtschaft spielt die digitale, vernetzte Produktion eine zentrale Rolle in der Vision Industrie 4.0. Hier sollen in der intelligenten Fabrik der Zukunft Maschinen und Dinge, die miteinander vernetzt sind, selbstständig kommunizieren und Aufträge steuern.

Was ist Effizienz im Unterschied zu Effektivität?

Antwort:

Bei der Effizienz steht die Aufwandsoptimierung als Maßnahme zur Zielerreichung im Fokus, bei der Effektivität dagegen die gesteigerte Wirksamkeit einer Maßnahme.

Was sind End-of-life-Produkte?

Antwort:

Produkte am Ende des Lebenszyklus werden im Englischen end-of-life-products genannt. Das bedeutet einerseits, dass Produkte nicht mehr hergestellt werden und vom Hersteller nicht mehr lieferbar sind. Andererseits setzen am Ende des Produktlebenszyklus Maßnahmen zum Recycling und zur Wiederverwendung an, die ein großes Potential zur Weiternutzung des Produktes oder Produktkomponenten haben.

Was ist der End-of-pipe-Ansatz?

Antwort:

Im Gegensatz zum vorsorgenden betrieblichen Umweltschutz (siehe auch cleaner production) setzt der Umweltschutz beim End-of-pipe-Ansatz erst mit Maßnahmen im oder nach dem Produktionsprozess an. Beispiele hierfür sind die Behandlung von Emissionen, nachdem sie entstanden sind durch Filteranlagen o.ä. und nicht die Vermeidung dieser bereits im Produktionsschritt. End-of-pipe-Maßnahmen werden den Unternehmen von Behörden auferlegt.

Was ist Entkopplung?

Antwort:

Durch die Ressourceneffizienz wird eine Entkopplung, also eine Trennung bzw. Unabhängigkeit, des Wirtschaftswachstums vom Ressourcenverbrauch angestrebt. Dies bedeutet, das Wachstum einer Volkswirtschaft soll möglichst unabhängig vom Verbrauch natürlicher Ressourcen stattfinden.

Was ist Green Economy?

Antwort:

Eine grüne Wirtschaft (im Englischen Green Economy) verbindet Ökologie und Ökonomie in dem Sinne, dass die Wirtschaft international wettbewerbsfähig sein muss, aber auch umwelt- und sozialverträglich. Die Entwicklung nachhaltiger Produktions- und Konsumweisen stehen im Fokus für die Sicherung von Wohlstand und hoher Lebensqualität weltweit und für zukünftige Generationen.

Was ist Industrie 4.0?

Antwort:

Der Begriff Industrie 4.0 bezeichnet die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine, Fließband und Elektronik/IT. Sie ist geprägt von einer Produktion, die eng an modernste Informations- und Kommunikationstechnologien gekoppelt ist. Zentraler Aspekt ist dabei die zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. In der Fabrik der Zukunft wird mit Hilfe intelligenter, digital vernetzter Systeme eine weitgehend selbstorganisierte Produktion ermöglicht (im Englischen smart factory). Dadurch soll die Produktion noch effizienter und flexibler gestaltet werden.

Was sind Innovationsstufen?

Antwort:

Nach dem Konzept der Innovationsstufen kann Ressourceneffizienz in vier Stufen mit unterschiedlichem Potential zur Steigerung dieser stattfinden. Die erste Stufe sieht eine Produktverbesserung vor, die zweite die Innovation durch Redesign. Die dritte Innovationsstufe umfasst eine Konzeptinnovation und die letzte Stufe eine Systeminnovation. Alle Stufen haben unterschiedlich starke Eingriffsmöglichkeiten in der betrieblichen Praxis und erfordern dementsprechende Zeithorizonte und Aufwendungen.

Was ist Integrierte Produktpolitik?

Antwort:

Die Betrachtung eines Produkts und dessen Auswirkungen auf die Umwelt während des gesamten Lebensweges ist Gegenstand der Integrierten Produktpolitik (IPP). Im Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie wird beginnend beim Produktdesign und der Herstellung über die Verwendung bis zur Entsorgung eine systematische Strategie zur kontinuierlichen Verminderung von Umweltauswirkungen entwickelt, die von den Produkten über ihren gesamten Lebensweg ausgehen.

Was ist eine Kaskadennutzung?

Antwort:

Die Kaskaden- bzw. Mehrfachnutzung sieht eine mehrfache Nutzung von Rohstoffen vor. Eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Kaskadennutzung von Holz ist beispielsweise die stoffliche Nutzung als Möbelstück oder Baumaterial und die anschließende energetische Nutzung durch Verbrennung.

Was sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU)?

Antwort:

Gemäß der Definition der Europäischen Union gelten Unternehmen als kleine und mittlere Unternehmen (kurz KMU), wenn sie weniger als 250 Mitarbeiter sowie einen Jahresumsatz von höchstens € 50 Mio. oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens € 43 Mio. als festgelegte Grenzwerte vorweisen. Bei der Berechnung der Kennzahlen sind gegebenenfalls bestehende Unternehmensstrukturen zu berücksichtigen mit allen internen Verflechtungen. Bei anderen Definitionen werden Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern noch als KMUs definiert.

Was ist Konsistenz?

Antwort:

Im ökologischen Sinne und im Kontext der Nachhaltigkeit bedeutet Konsistenz die Vereinbarkeit von Natur und Technik (Ökoeffektivität; siehe auch Cradle-to-Cradle). Der dabei zugrundeliegende Gedanke definiert keine Abfälle, sondern nur Produkte. Alle anfallenden Abfälle werden vermieden, in dem sie als Ressourcen gesehen und weiterverwendet werden.

Was ist Kreislaufwirtschaft?

Antwort:

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft (im Englischen circular economy) betrachtet Produktionsverfahren in einem geschlossenen stofflichen Kreislauf mit dem Ziel, eine Vermeidung und Verwertung von Abfällen voranzutreiben sowie diese zukunftsfähiger zu machen. Die der Natur entnommenen Materialien sollen hierbei möglichst intensiv genutzt werden zur Einsparung von Ressourcen und Vermeidung von Abfällen.

Was ist Kritikalität von Rohstoffen?

Antwort:

Bei der Betrachtung der Kritikalität von Rohstoffen geht es darum, für eine Zielgruppe (z.B. bayerische Unternehmen) wirtschaftlich bedeutsame Rohstoffe zu identifizieren, die sich mittel- bis langfristig als kritisch hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit oder Verwendung erweisen könnten. Eine Kritikalitätsanalyse von Rohstoffen kann aber auch die ökonomische und ökologische Bedeutsamkeit eines Rohstoffs beinhalten, bei der sozio-kulturelle, politische, rechtliche und technische Aspekte miteinbezogen werden können.

Was ist Lean Production?

Antwort:

Lean Production verfolgt die Ziele einer optimierten Produktion durch die Steigerung der Produktivität sowie die Erhöhung der Qualität der Produkte und der Flexibilität des Produktionsapparates. Dadurch kommt es zu einem sparsameren und effizienteren Einsatz von Produktionsfaktoren wie Personal, Material, Werkstoffe, Planung und Organisation in allen Phasen des Produktlebenszyklus und im Unternehmen.

Was ist Materialeffizienz?

Antwort:

Materialeffizienz beschreibt den effizienten Einsatz von Material, Roh- und Hilfsstoffen zur Herstellung von Produkten und für Dienstleistungen. In der betrieblichen Praxis wird die Materialeffizienz als Quotient aus der Menge der hergestellten Güter (Produkt-Output) zur eingekauften Menge an Rohstoffen (Rohstoff-Input) berechnet. Je höher diese Maßzahl ist, desto geringer ist der Materialaufwand zur Produktion eines bestimmten Gutes.

Was ist Materialsubstitution?

Antwort:

Ein Ersatz von möglicherweise kritischen und endlichen Ressourcen durch Materialien einer gleichwertigen Funktionalität, deren Umweltauswirkungen und ökonomische Risiken aber geringer sind, wird als Materialsubstitution bezeichnet.

Was ist Nachhaltigkeit?

Antwort:

Nachhaltigkeit kommt ursprünglich aus der Fortwirtschaft und bedeutet, es soll nur so viel Holz eingeschlagen werden, wie auch nachwachsen kann. Im wirtschaftlichen Sinne soll also vom Ertrag und nicht von der Substanz her gewirtschaftet werden. Im Hinblick auf die Gesellschaft soll jede Generation ihre Herausforderungen selber lösen und nicht nachkommenden Generationen aufbürden.

Was ist eine Ökobilanz?

Antwort:

Die Abschätzung der Auswirkungen eines Produktes und seines Herstellungsprozesses auf die Umwelt wird mithilfe der Ökobilanz (im Englischen Life Cycle Assessment) erfasst. Bei dieser Methode werden die verschiedenen Lebensstadien eines Produktes (siehe Produktlebenszyklus) oder Verfahren auf ihre Umweltrelevanz hin untersucht mit dem Ziel, die Vor- und Nachteile abzuwägen.

Was ist Ökodesign?

Antwort:

Eine umweltgerechte Gestaltung von Produkten über ihren gesamten Lebensweg verfolgt das Ökodesign (im Englischen Ecodesign) mit dem Ziel, die Umwelteinwirkungen eines Produktes insgesamt zu mindern. Es erweitert die klassischen Produktanforderungen wie Sicherheit, Funktionalität, Preis/Leistungsverhältnis oder Ergonomie um den Anspruch auf Umweltfreundlichkeit.

Was ist Ökoeffizienz?

Antwort:

Auch bei der Ökoeffizienzanalyse werden Produkte und Prozesse, ähnlich der Ökobilanzierung, nicht nur nach ökonomischen, sondern auch nach ökologischen Kriterien beurteilt. Basierend auf den verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines Produktes oder Prozesses werden die Kriterien berücksichtigt bei der Entscheidung, welche Inhaltsstoffe oder Designs beispielsweise schlussendlich verwendet werden.

Was ist der ökologische Rucksack?

Antwort:

Der ökologische Rucksack eines Produktes ist der Materialinput einschließlich der Energie und abzüglich des Eigengewichtes in kg. Er wird, wie der ökologische Fußabdruck, sinnbildlich für unseren Ressourcenverbrauch verwendet. Jedes Produkt, jeder Rohstoff, jede Dienstleistung haben einen ökologischen Rucksack in Form von Ressourcen, die zur Herstellung zwar benötigt wurden, aber nicht zu einem Bestandteil des Endproduktes wurden. Hierbei fällt häufig der Begriff der "unsichtbaren Stoffströme" (im Englischen hidden flows), die vor allem bei Produkten aus dem Ausland häufig angewendet werden.

Was sind Primärrohstoffe?

Antwort:

Primärrohstoffe sind diejenigen natürlichen Ressourcen, die, bis auf die notwendigen Schritte zu ihrer Gewinnung, unbearbeitet sind. Bei der Papierherstellung zum Beispiel ist der Primärrohstoff das Frischholz, nicht der Baum.

Was ist der Produktlebenszyklus?

Antwort:

Systematische Betrachtung der Auswirkungen eines Produktes während des gesamten Lebensweges ("von der Wiege bis zur Bahre") oder bis zu einem bestimmte Zeitpunkt der Verarbeitung ("von der Wiege bis zum Fabriktor"). Mithilfe der Produktlebenszyklusanalyse kann jede Produktlebensphase beispielsweise für eine strategische Planung oder für die Planung operativer Maßnahmen betrachtet werden.

Was ist ein Rebound Effekt?

Antwort:

Durch den effizienten Einsatz von Ressourcen können Produkte oder Dienstleistungen verbrauchsärmer geschaffen werden. Damit einhergehende Kosteneinsparungen ermöglichen es unter Umständen, diese Produkte und Dienstleistungen günstiger für die Kunden bereitzustellen. Dadurch entstehen Rückwirkungen im Kaufverhalten und dem Gebrauch der Produkte, der Rebound Effekt. So kommt es zum Beispiel dazu, dass durch Effizienzsteigerung ein Produkt im Kauf und im Verbrauch kostengünstiger wird, welches dann häufiger oder intensiver genutzt wird. Rebound-Effekte schmälern so den ursprünglich angestrebten Rückgang des Ressourcenverbrauchs.

Was sind Ressourcen?

Antwort:

Grundsätzlich umfasst der Begriff Ressourcen die Mittel zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen. Dabei wird zwischen natürlichen und technisch-wirtschaftlichen Ressourcen unterschieden. Natürliche Ressourcen sind beispielsweise Wasser, Luft, erneuerbare und nicht erneuerbare Rohstoffe (z.B. Metalle und Mineralien), Böden, agrarische Rohstoffe, Energie in verschiedenen Formen oder auch Biodiversität. Personal, Betriebsmittel, Kapital oder auch Wissen sind dagegen technisch-wirtschaftliche Ressourcen.

Beim Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern liegt der Fokus auf abiotischen (nichterneuerbare) Rohstoffen wie Erzen, Industriemineralien und Baumineralien und biotischen (nachwachsende) Rohstoffen, soweit sie stofflich und nicht zur Energiegewinnung genutzt werden.

Was ist Ressourceneffizienz?

Antwort:

Ressourceneffizienz ist das Verhältnis eines bestimmten Nutzens oder Ergebnisses zu dem dafür benötigten Ressourceneinsatz. Im Wesentlichen geht es bei Ressourceneffizienz darum, mit weniger Ressourcen, die eingesetzt werden, zu einem gleichen oder besseren Ergebnis zu kommen.

Was ist Ressourcengeographie?

Antwort:

Die Ressourcengeographie beschäftigt sich querschnittsorientiert mit den räumlichen Dimensionen eines Ressourcenmanagements und der Optimierung von Stoffströmen. Klassische Fragestellungen dieser Teildisziplin der Geographie befassen sich mit der räumlichen Verteilung und den Auswirkungen der Rohstoffnutzung entlang von Wertschöpfungs- und Stoffstromketten, Ressourcenkonflikte, Ressourcenabhängigkeiten oder auch die Entwicklung nachhaltiger Ressourcenstrategien.

RELLER, A., MARSCHALL, L., MEIßNER, S., SCHMIDT, C. [Hrsg.] (2013): Ressourcenstrategien - Eine Einführung in den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. WBG, ISBN: 9783534259144.

Was sind Ressourcenkonflikte?

Antwort:

Die weltweit zunehmende Verknappung natürlicher Ressourcen sowie eine ungleiche Verteilung strategisch und wirtschaftlich wichtiger Rohstoffe stellt eine globale Herausforderung dar und bietet international sowie innerstaatlich ein Konfliktpotential. Ressourcenkonflikte entstehen vor allem dort, wo Begierden, Macht oder Sicherheit die führenden Interessen sind sowie die Missstände bei der Verteilung und dem Zugang zu Ressourcen. Treffend ist hier auch der Begriff der "Konfliktressourcen" wie Diamanten oder Metalle, deren Aneignung und Besitz Macht und politisches Gewicht verleiht.

RICHTER S. (2012): Ressourcenkonflikte. IN: Informationen zur politischen Bildung. Dossier Innerstaatliche Sicherheit. - http://www.bpb.de/internationales/weltweit/innerstaatliche-konflikte/76755/ressourcenkonflikte (Abruf am 29.11.2016)

Was ist Ressourcenproduktivität?

Antwort:

Die Ressourcenproduktivität beschreibt das Verhältnis von Produktionsergebnis zu Ressourceneinsatz und ist nicht zu verwechseln mit Rohstoffproduktivität. Betrachtet werden dabei einzelne Prozesse bis hin zu ganzen Unternehmen, Branchen oder Volkswirtschaften. In den Umweltwissenschaften bezieht sich die Ressourcenproduktivität auf den Einsatz natürlicher Ressourcen.

Was ist Ressourcenschutz?

Antwort:

Der Ressourcenschutz umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutz und Erhalt bis hin zur Wiederherstellung natürlicher Ressourcen. Um die natürlichen Ressourcen zu schonen und zu schützen ist ein nachhaltiges Ressourcenmanagement im Einklang mit Ökologie und Ökonomie sowie sozialer Gerechtigkeit.

Was ist Ressourcenstrategie?

Antwort:

Das Ziel einer effektiven Ressourcenstrategie ist die Erkennung zukünftiger Handlungsoptionen, die sich aus langfristigen Änderungen von nutzbaren Stoffen und Energieträgern ergeben, diese zu bewerten und gegebenenfalls effizient umzusetzen. Es geht zudem um die Entwicklung von intelligenten, ethisch fundierten und zukunftsfähigen Nutzungsweisen von Ressourcen zur Erhaltung und Schonung unserer Lebensgrundlage.

RELLER, A., MARSCHALL, L., MEIßNER, S., SCHMIDT, C. [Hrsg.] (2013): Ressourcenstrategien - Eine Einführung in den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. WBG, ISBN: 9783534259144.

Was ist der Unterschied zwischen Re-Use, Remanufacturing und Refurbishment?

Antwort:

Die Wiederverwendung eines Produktes für einen ähnlichen Gebrauch oder auch für einen anderen Gebrauch bezeichnet man im englischen als Re-use. Refabrikation (remanufacturing) dagegen ist die Instandsetzung eines Gegenstandes nach seinem Gebrauch in den Zustand eines Neugerätes. Eine qualitätsgesicherte Instandsetzung bzw. Sanierung eines gebrauchten Gegenstandes zu seiner Wiederverwendung ist das Refurbishment.

Was sind Rohstoffe?

Antwort:

Rohstoffe zählen zu den natürlichen Ressourcen. Dabei wird zwischen erneuerbaren Rohstoffen aus Produkten der Land- oder Forstwirtschaft und nicht erneuerbaren Rohstoffen wie Erdöl, Kohle, Erze und andere Mineralien unterschieden.

Der weltweit steigende Rohstoffbedarf, Preisdynamiken und eine Rohstoffverknappung, das Vorkommen essentieller Rohstoffe in nur wenigen Abbaugebieten sowie Lieferengpässe durch politisch instabile Exportregionen stellen eine bislang als weitgehend gesichert geglaubte Versorgungslage zunehmend in Frage. Sie erschweren ihre Planbarkeit und werden damit zu einem Risikofaktor auch für den Wirtschaftsstandort Bayern.

Was ist das Rohstoffvorkommen in Bayern?

Antwort:

Die heimischen Bodenschätze Bayerns konzentrieren sich im Wesentlichen auf mineralische Rohstoffe wie z.B. Sand, Kies, Natursteine, Kaolin oder Graphit. Hiervon profitiert z.B. die Baubranche. Insgesamt zählt Bayern zu den rohstoffarmen Gebieten was strategische Minerale und Energieträger betrifft, so dass eine Abhängigkeit von den Importen aus anderen Ländern, insbesondere für Metalle, ergibt.

Der Wirtschaftsstandort ist in hohem Maße von der Rohstoffverfügbarkeit auf dem globalen Markt abhängig. Das betrifft insbesondere die High-Tech-Unternehmen in der Automobilbranche, der Elektro- und Elektroniksparte, im Maschinenbau und in der Metall- und Chemischen Industrie. Für die bayerischen Unternehmen ist es notwendig und erforderlich, beim Gebrauch und der Verwertung von Rohstoffen umzudenken und zu handeln, um in der Zukunft produktiv und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was ist Rohstoffproduktivität?

Antwort:

Der Indikator "Rochstoffproduktivität" wurde von der Deutschen Bundesregierung für das Ressourceneffizienz Programm (ProgRess) eingeführt als quantitatives Maß, wie effizient abiotische Primärrohstoffe in Deutschland eingesetzt wurden, um das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu erwirtschaften. Dabei zählen als eingesetzte abiotische Rohstoffe sowohl inländisch entnommene Materialien als auch importierte. Als Ziel der Bundesregierung ist eine verdoppelte Rohstoffproduktivität in 2020 gegenüber 1994 vorgegeben.

Was ist die Rohstoffwende in Bayern?

Antwort:

Nach der Energiewende soll nach dem Willen der Bayerischen Staatsregierung die Rohstoffwende folgen. Die Ziele der Rohstoffwende sehen eine Verbesserung des Verhältnisses von Wirtschaftsleistung und Ressourceneinsatz vor sowie die Optimierung des Recyclings und ein Ersatz umweltschädlicher Rohstoffe. Zudem soll das Bewusstsein für einen ressourcenschonenden Umgang im Sinne der Nachhaltigkeit gestärkt und gefördert werden.

Für die Ressourceneffizienz in der bayerischen Wirtschaft setzt sich das Ressourceneffizienz-Zentrum ein als ein Projekt der Rohstoffwende Bayern.

Was sind Sekundärrohstoffe?

Antwort:

Die aus Abfällen und Produktionsrückständen wiedergewonnenen Rohstoffe bezeichnet man als Sekundärrohstoffe. Diese Rückgewinnung und die erneute Verwendung im Wirtschaftskreislauf sind Bausteine einer nachhaltigen Ressourcenwirtschaft.

Was sind Seltenerdmetalle?

Antwort:

Den Seltenen Erden, Metalle der Seltenen Erden, Seltenerdmetallen oder Seltenen Erdelemente (im Englischen Rare Earth Elements REE) werden 17 Elemente zugeordnet, von denen die wirtschaftlich wichtigsten in Chemie- und Erdölkatalysatoren, in Magneten sowie als Leuchtmittel eingesetzt werden. Diese Elemente kommen nur in kleinen Mengen, Beimischungen in anderen Mineralien oder in sehr vielen, weit verstreut lagernden Mineralien vor, was ihnen den Beinamen selten verliehen hat.

Was ist Sharing/Shared/Share Economy?

Antwort:

Bei der Sharing/Shared Economy geht es um das systematische Teilen und Ausleihen von Sachmitteln, Räumen und Flächen durch verschiedene Interessensgruppen oder Privatpersonen zum Gemeinschaftskonsum. Der Begriff Share Economy wird insbesondere für das Teilen von Informationen und Wissen verwendet. Im Sinne der Ressourceneffizienz ist die Idee der Share Economy auch für Unternehmen interessant zum Wissenstransfer oder im Hinblick auf eine gemeinsame, zeitlich begrenzte Nutzung von Ressourcen, die nicht dauerhaft benötigt werden. Das beliebte Konzept des Carsharings wird bisher zum Beispiel hauptsächlich für Privatpersonen angeboten, könnte aber auch für den Fuhrpark von Unternehmen interessant sein.

Was sind Stoffströme?

Antwort:

Grundsätzlich sind Stoffströme gerichtete Bewegungen von Stoffen und Stoffgemischen, wie z.B. der Nährstoffkreislauf in Ökosystemen. Letztere bezeichnet man als natürliche Stoffströme. Zudem gibt es vom Menschen angestoßene oder veränderte Stoffströme wie Abfall- und Rohstoffströme. Das dazu entwickelte Stoffstrom-Management befasst sich aktiv mit dem zu gestaltenden Umgang mit verschiedenen Stoffströmen. Dies findet unter Berücksichtigung von ökonomischen und sozialen Aspekten statt, so dass die Stroffströme auf ein umweltverträgliches Volumen reduziert werden.

Was ist Suffizienz?

Antwort:

In der Ökologie steht Suffizienz für einen möglichst geringen Rohstoff- und Energieverbrauch. Dabei wird von einer Änderung des Konsummusters ausgegangen im Gegensatz zu Energie- und Ressourceneffizienz, bei dem dieses Ziel mittels technischer Maßnahmen erreicht werden soll.

Was ist der Unterschied zwischen Umwelteinwirkung und Umweltauswirkung?

Antwort:

Umwelteinwirkungen sind durch menschliches Handeln hervorgerufene stoffliche und strukturelle Eingriffe, die den Menschen oder die Umwelt beeinflussen. Beispiele hierfür sind Immissionen aus Verbrennungsprozessen oder strukturelle Veränderungen von Böden durch Rohstoffgewinnung. Umweltauswirkungen umfassen die unmittelbar oder mittelbar hervorgerufene Wirkung auf Mensch und Umwelt, die aus einer Umwelteinwirkung resultiert.

Was ist der Unterschied zwischen Upcycling und Downcycling?

Antwort:

Upcycling und Downcycling gehören zu den Recyclingprozessen. Beim Upcycling erfahren entsorgte Materialien eine positive Aufwertung, indem ihnen eine neue Funktion zukommt. Ein Beispiel hierfür ist die Weiterverarbeitung alter Textilien zu hochwertigen Designerstücken. Deutlich häufiger kommt es jedoch zu einem Downcycling. Bei diesem Prozess bewirkt die Umwandlung eines Produktes ein qualitativ minderwertigeres Endprodukt. Ein Beispiel für Downcycling ist die Wiederverwendung von recyceltem Papier.

Was ist urban mining?

Antwort:

Urban mining ist ein englischer Begriff, der die Gesamtheit an langlebigen Gütern aus anthropogenen Lagerstätten betrachtet, um diese zu bewirtschaften. Manche Definitionen beschränken den Begriff auf den städtischen Raum. Das Ziel des urban mining ist die integrale Bewirtschaftung der anthropogenen Lager, um aus langlebigen Gütern und Ablagerungen Sekundärrohstoffe zu gewinnen. Diese anthropogenen Lager sind auf der einen Seite Infrastrukturen, Häuser oder Deponien und auf der anderen Seite Konsumgüter wie Autos oder Elektrogeräte.

Was ist eine Wertschöpfungskette?

Antwort:

Bei dem Konzept der Wertkette oder Wertschöpfungskette (im Englischen value chain) sind die Stufen der Produktion als eine Ansammlung von Tätigkeiten definiert, die linear als Kette dargestellt werden. Diese Tätigkeiten umfassen vom Entwurf des Produktes über die Herstellung, Vertrieb bis hin zur Auslieferung alle Schritte. Sie schaffen eine Wertigkeit, verbrauchen Ressourcen und sind in verschiedenen Prozessen miteinander verbunden.

Was sind Wertstoffe?

Antwort:

Der Begriff Wertstoff umfasst nicht nur Stoffe an sich, sondern auch Güter, Materialarten bzw. Materialgruppen (Weißblech, Kunststoffe etc.). Wertstoffe können nach ihrem Gebrauch erneut genutzt, in andere Produkte umgewandelt oder in Rohstoffe aufgespaltet werden. Beispiele für Wertstoffe aus dem Alltag, die in Wertstoffhöfen gesammelt werden, sind Altpapier, Glas, Dosen, Elektroaltgeräte oder Kleidung. Auch in der Produktion fallen Wertstoffe an, z.B. Metallreste, Altpapier, Elektroteile, die wiederverwendet werden können.