Aufgabenstellung

Für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung sind die Kenntnis des Wasserkreislaufs, die räumliche und zeitliche Verteilung des Wassers sowie die Auswirkung der zunehmenden anthropogenen Einflüsse von grundlegender und zentraler Bedeutung. Der Gewässerkundliche Dienst schafft hier mit seinen Messnetzen, Messprogrammen und Datenauswertungen die wesentlichen wasserwirtschaftlichen Grundinformationen für die staatliche Vorsorgepolitik und die Landesentwicklung.

Mit dem Begriff "Hydrologische Planungsgrundlagen" werden alle für Planung, Bau und Betrieb von Infrastrukturmaßnahmen benötigten zu ermittelnden hydrologischen Größen bezeichnet. Sie können grob in zwei Gruppen unterteilt werden:

Ablaufschema wie aus einem gemessenen Wert am Gewässer ein Bemessungwert wird. Bild vergrößern Vom Messwert zum Bemessungswert
  • Größen zur wasserwirtschaftlichen Beschreibung eines Standortes oder einer Region:
    Hierzu gehören beispielsweise die Wasserbilanzgrößen Niederschlag, Abfluss und Verdunstung.
  • Bemessungswerte im engeren Sinn:
    Hierzu gehören beispielsweise HQ100, der 100jährliche Hochwasserscheitelabfluss, für die Dimensionierung von Brückenquerschnitten, Durchlässen, Wehren und Gerinnequerschnitten (Gewässerausbau) oder Hochwasserganglinien und Abflussfüllen für die Planung von Talsperren und deren Entlastungsanlagen. Bemessungswerte aus dem Niedrigwasserbereich sind z.B. für die Beurteilung von Einleitungen aus Kläranlagen oder von Wasserentnahmen aus Gewässern erforderlich, um die Auswirkungen dieser Eingriffe im Verhältnis zu Dauer und Häufigkeit (Wiederkehrzeit) von Niedrigwasserperioden beurteilen zu können.