Struktur

Für die Wasserversorgung in Bayern sorgen 2.261 (in 2013, Quelle: UStat, erfasst sind öffentliche Wasserversorger ab einer Abgabe über 1.000 m3 pro Jahr) Wasserversorgungsunternehmen (WVU), auf dem Gebiet der BRD sind es insgesamt 5.948 (Statistisches Bundesamt 2013). Eigene Wassergewinnungsanlagen betreiben in Bayern 1.780 bayerische Wasserversorgungsunternehmen (WVU), die übrigen 481 WVU reichen ausschließlich bezogenes Wasser an ihre Kunden weiter.
Andererseits beliefert die Mehrzahl der Fernwasserversorgungsunternehmen (s.u.) in Bayern nur WVU, keine Endverbraucher. 945 WVU, das sind rd. 42% der WVU in Bayern, geben weniger als 100.000 m3 pro Jahr ab und verteilen gemeinsam lediglich rd. 4% der gesamten Wasserabgabe von ca. 1.037 Mio.m3. Im Vergleich mit anderen Bundesländern weist Bayern somit eine kleinräumige Versorgungsstruktur auf.

Balkendiagramm mit den Größenklassen der Wasserversorgungsunternehmen in Bayern nach Anzahl und Wasseraufkommen. Bild vergrößern Größenklassen Wasserversorgungsunternehmen in Bayern nach Wasseraufkommen

Der Anschlussgrad an öffentliche Wasserversorgungsanlagen liegt (2013) in Bayern bei 99,2%, mit regionalen Unterschieden die sich insbesondere aus der Siedlungsstruktur ergeben.

Balkendiagramm mit Prozentsatz der 2013 an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossenen Bevölkerung in den Regierungsbezirken Bayerns im Vergleich mit Deutschland. Oberbayern 99,6%, Niederbayern 95,6%, Oberpfalz 99,6%, Oberfranken 99,6%, Mittelfranken 99,5%, Unterfranken 99,8%, Schwaben 99,1%, Bayern gesamt 99,2%, Deutschland 99,3%. Bild vergrößern Prozentsatz der an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossenen Bevölkerung in den Regierungsbezirken Bayerns
Bayernkarte mit einer vereinfachten Darstellung der Fernwasserleitungen Bild vergrössern Bayernkarte mit einer vereinfachten Darstellung der Fernwasserleitungen

Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und hydrogeologischen Situationen gibt es im Land Bereiche, in denen der Wasserbedarf nicht aus den örtlichen Vorkommen gedeckt werden kann. Dort sichern 12 Großraum- und Fernwasserversorgungen - als Rückgrat des bayerischen Ausgleich- und Verbund Systems - den Bedarf. Dabei wird über die verknüpften Leitungsnetze von sechs im fränkischen und schwäbischen Raum tätigen Fernwasserversorgungsunternehmen Wasser aus Südbayern in den Wasser ärmeren nordbayerischen Raum geleitet. Die Leitungsnetze der weiteren Fernwasserversorger stehen miteinander nicht in Verbindung.

Weiterführende Informationen

Dokumente zum Download/Bestellen

Nach der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern (Art. 57, Abs. 2) zählt die Trinkwasserversorgung zu den Pflichtaufgaben der Gemeinden, und dies unabhängig von der jeweils vorliegenden Betriebsform (Regie-, Eigenbetrieb, Eigengesellschaft) oder auch einer evtl. erfolgten Privatisierung (Betreiber-, Beteiligungsmodell). Häufig schlossen sich Gemeinden für die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser zu Kommunalen Zweckverbänden zusammen.

Der Preis für einen Kubikmeter (m3) - das sind 1.000 Liter - Trinkwasser liegt in Deutschland durchschnittlich bei 1,96 Euro, in Bayern bei 1,67 Euro (BDEW, Stand Januar 2014, erfasst wurden hier die BDEW-Mitgliedsunternehmen). Gemessen an den jeweils fünf größten Städten der bayerischen Regierungsbezirke reicht die Bandbreite von 1,02 Euro bis 3,18 Euro je Kubikmeter (Erhebung LfStaD, Stand Januar 2013, Auswertung LfU). Für seine Wasserrechnung zahlt ein Modellhaushalt mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 80 m3 im Jahr 2013 im Bundesdurchschnitt 206,18 Euro, bei einer Bandbreite im Landesvergleich von rd. 160 bis 286 Euro (siehe Grafik). Bayern liegt dabei mit 161,19 Euro im unteren Bereich. Die hier angegeben Preise ermitteln sich aus dem verbrauchsabhängigen Wasserpreis (je m3) und der zusätzlich für den Verbraucher anfallenden Grund- bzw. Zählergebühr. Nur ein geringer Anteil der in einem Wasserversorgungsunternehmen entstehenden Kosten sind verbrauchabhängig (z.B. Pumpkosten, Betriebsmittelkosten für die Wasseraufbereitung, etc.), dagegen etwa mehr als drei Viertel Fixkosten.

Grafik: Erläuterung in nachfolgender Textdatei Bild vergrössern Kosten für die Trinkwasserversorgung privater Haushalte in Deutschland 2013

Bei größeren Investitionen in die Wasserversorgungsanlage sind insbesondere kleinere Wasserversorgungsunternehmen darauf angewiesen die hierfür anfallenden Kosten zumindest teilweise in Form von Herstellungs- oder Verbesserungsbeiträgen auf die Abnehmer umzulegen. Insgesamt gilt für kommunale Wasserversorgungsunternehmen das Prinzip der Kostendeckung, so sind einerseits die Einnahmen aus Wasserabgabe und evtl. Beiträgen an den Ausgaben auszurichten, andererseits ist die Erzielung eines "Gewinns" (im Gegensatz zu privaten Unternehmen) nicht vorgesehen.