Trinkwasserverbrauch

Im Jahr 2013 wurden in Bayern insgesamt etwa 852,4 Mio. m3 Wasser von bayerischen Wasserversorgungsunternehmen abgegeben. Davon gingen 727,5 Mio. m3 (Deutschland: 4.467,7 Mio. m3) Wasser an die Letztverbraucher (Haushalt und Kleingewerbe sowie gewerbliche und sonstige Abnehmer).

Balkengrafik mit Haushalt und Kleingewerbe/Gewerblich und sonstige für: Oberbayern: 137/32; Niederbayern: 122/36; Oberpfalz: 126/37; Oberfranken: 126/25; Mittelfranken: 127/25; Unterfranken: 120/23; Schwaben: 130/40; Bayern gesamt: 130/31 und Deutschland: 121/32. Bild vergrößern Spezifischer Wasserverbrauch (ohne Eigenverbrauch und Verluste). Quelle: Umweltstatistik Bayern 2013

Der spezifische Wasserverbrauch in Bayern (Haushalt und Kleingewerbe) liegt mit
130 l/(E*d) etwas über dem Bundesdurchschnitt (121 l/(E*d)). Dies kann u.a. auf die stellenweise große Anzahl an landwirtschaftlichen Betrieben sowie auf den Tourismus zurückzuführen sein.

Nachfolgend die bayernweite Kartendarstellung jeweils für Gemeinden und Landkreise in Bayern mit einwohnerspezifischen Verbrauch (Haushalt und Kleingewerbe, Gewerbliche und Sonstige, ohne Eigenverbrauch und Verluste).

Bayernkarte mit Darstellung des einwohnerspezifischen Verbrauchs (Landkreise). Der höchste Verbrauch ist in Südbayern. Bild vergrößern Einwohnerspezifischer Verbrauch (Landkreise)
Balkengrafiken für 2011 zu den Regierungsbezirken mit: Einwohner (in Tausend), Einpendler, Auspendler. Oberbayern: 4.431, 228, 104; Niederbayern: 1.193, 40, 73; Oberpfalz: 1.082, 51, 57; Oberfranken: 1.067, 59, 68; Mittelfranken: 1.315, 103,61; Unterfranken: 1.315, 58, 74; Schwaben: 1.789, 76, 112. Bild vergrößern Pendlerströme. Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Ein weiterer möglicher Grund für den überdurchschnittlichen Wasserverbrauch in Bayern sind Zweitwohnsitze und Pendlerströme. Das Pendlersaldo in Bayern ist positiv, d.h. es kommen mehr Menschen zum Arbeiten nach Bayern als bayerische Einwohner außerhalb des Bundeslandes beschäftigt sind. Diese Pendler erscheinen nicht in der Einwohnerzahl, verbrauchen aber dennoch Wasser. Auch innerhalb Bayerns sind Pendlerströme zu verzeichnen. Insbesondere Oberbayern und Mittelfranken weisen ein positives Pendlersaldo auf.

Der Wasserverbrauch ist tageszeitabhängig. Er schwankt umso stärker, je kleiner das Versorgungsgebiet, je größer der Anteil der Haushalte unter den Verbrauchern und je höher die Tagestemperaturen über 19 °C sind.

Nachfolgende Abbildung zeigt die Ganglinien des Wasserbedarfs von Orten unterschiedlicher Größe.

Balken- und Liniengrafik für die Jahre 1975 bis 2013 (Werte alle 4 bzw. 3 Jahre): Wasserabgabe in Mio m³. 1975: 811; 1979: 759; 1983: 804; 1987: 787; 1991: 833; 1995: 800; 1998: 781; 2001: 781; 2004: 773; 2007: 743; 2010: 725; 2013: 728. Die Bevölkerung stieg dabei von 10,2 auf 12,4 Mio Einwohner an. Bild vergrößern Entwicklung Wasserabgabe (Haushalt und Kleingewerbe, Gewerbliche und Sonstige). Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik

Seit Anfang der 90er Jahre geht der Wasserverbrauch zurück. Allerdings nicht mehr so stark wie früher.

Balkengrafik für Bayern und Deutschland für die Jahre 1979 bis 2013 mit Verbrauch Haushalt und Kleingewerbe, Gewerbliche und Sonstige sowie Eigenverbrauch und Verluste (l/E*d). Bild vergrößern Entwicklung Wasserverbrauch. Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik / Statistisches Bundesamt

Wassersparen

Kuchendiagramm mit Werten zum Verbrauch für: Körperpflege (Baden/Duschen) 36% (46l); Toilettenspülung 27% (35l); Wäschewaschen 12% (15l); Geschirrspülen 6% (8l); Auto, Garten, Räume 6% (8l); Essen/Trinken 4% (5l) Kleingewerbeanteil 9% (12l) Bild vergrößern Verbrauchsaufteilung. Quelle: Umweltstatistik Bayern 2013 / BDEW 2011

Wasser zu sparen ist sinnvoll und notwendig, wenn es darum geht, Wasserverschwendung zu vermeiden sowie Wasser bewusst (und gezielt) einzusetzen. Wasser zu sparen hat aber dort seine Grenzen, wo es auf Kosten der Hygiene oder gar Gesundheit, aber auch um ein Stück der Lebensqualität geht.

Persönlicher Umgang mit dem Wasser

Geschirr spülen

Geschirr mit der Hand zu waschen braucht oft mehr Wasser als mit der Maschine. Neue Geschirrspülmaschinen kommen mit weniger als 20 Litern aus.

Spar- und Verbrauchertipps:

  • Geschirrspülmaschine erst einschalten, wenn sie voll ist; Sie brauchen allerdings etwas mehr Geschirr,
  • Sparprogramme nutzen; bei wenig verschmutztem Geschirr auf Vorwäsche verzichten,
  • Grob verschmutztes und sperriges Geschirr mit der Hand waschen,
  • Spülmittel richtig dosieren und damit Gewässerschutz unterstützen,
  • Beim Kauf auf den Wasser- und Energieverbrauch und das Umweltzeichen "Blauer Engel" achten.

Wäsche waschen

Moderne Waschmaschinen haben gegenüber früher einen geringeren Wasserverbrauch.

Spar- und Verbrauchertipps:

  • Nur volle Waschmaschinen einschalten.
  • Sparprogramme nutzen und evtl. niedrigere Waschtemperatur wählen.
  • Waschmittel nach Wasserhärte dosieren; Ihr Wasserwerk -von der Gemeinde zu erfragen- nennt Ihnen den Härtebereich; oft gibt es Aufkleber für die Waschmaschine.
  • Beim Waschmaschinenkauf auf den Wasser- und Energieverbrauch und auf das Umweltzeichen "Blauer Engel" achten.

Reinigen, Putzen, Renovieren

Der Wasserverbrauch im Haushalt zum Reinigen, Putzen und Renovieren ist zwar relativ gering, aber die Auswirkung dieser Tätigkeit auf den Gewässerschutz kann groß und nachteilig sein. Denken Sie an den Wasserpfad:

Abwasser - Kanal- Kläranlage - Fluss - anteilig wieder ins Grundwasser - Trinkwasser.

Verbrauchertipps:

  • Chemische Putz- und Reinigungsmittel -wenn überhaupt- gezielt und sparsam einsetzen; viel hilft nicht immer viel, sondern schadet oft mehr
  • Auf übertriebene Hygiene verzichten; was Bakterien im Haushalt tötet, tötet auch die nützlichen Bakterien bei der Abwasserreinigung in der Kläranlage
  • Schrubber und (Klo-)Bürste anstatt Chemikalien; die Mühe lohnt sich, der Umwelt zuliebe
  • Bei Verstopfung der Toilette oder des Küchenablaufes zuerst Saugglocke bzw. mechanische Spirale mit Kurbel einsetzen anstatt ätzender chemischer Rohrreiniger
  • Vorsatzsiebe im Spülbecken und im Duschablauf beugen Verstopfungen vor
  • Duftsteine im WC und im Spülkasten belasten das Abwasser und sind überflüssig
  • Nicht in die Toilette oder in einen anderen Abwasserabfluss, sondern in den Hausmüll, in die Biotonne oder in den Sondermüll (siehe Verpackung oder fragen Sie den Abfallberater Ihrer Gemeinde) gehören Abfälle wie z.B. Asche, Chemikalien, Damenbinden und Slipeinlagen, Farben, Fotochemikalien, Fette, Katzenstreu und Vogelsand, Kondome, Küchenabfälle, Lacke, Lösungsmittel, Medikamente, Öle, Pflanzenschutzmittelreste , Pinselreiniger, Putzmittel, Rasierklingen, Speisereste, Tapetenkleister, Textilien, Wattestäbchen, Windeln, Zigarettenkippen. Diese Stoffe können zur Verstopfung der Abflussrohre führen und - was noch schlimmer ist - belasten oder vergiften gar das Abwasser.
  • Der Großteil alter Medikamente kann als nicht gefährlicher Abfall in der Restmülltonne entsorgt werden, sofern die Kommune den Abfall über Müllverbrennungsanlagen entsorgt. Ansonsten sind sie zur Problemabfallsammlung zu bringen. Gefährliche Medikamente sollen von der Bezugsapotheke, vom behandelnden Arzt oder Krankenhaus zurückgenommen werden. Falls dies abgelehnt wird können diese Medikamente, sofern sie aus dem Hausmüll stammen, über die kommunale Problemabfallsammlung entsorgt werden.
  • Altmedikamente

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