Trinkwasserverteilung

In Bayern sind zurzeit ca. 115.000 km Trinkwasserleitungen verlegt. Da aufgrund eines derzeitigen Anschlussgrades von rd. 99,2% nur noch eine begrenzte Erweiterung des Leitungsnetzes zu erwarten ist, stellt nun die Erhaltung und Sanierung der bestehenden Versorgungsleitungen eine zentrale Aufgabe der Wasserversorgungsunternehmen dar. In diesem Zusammenhang nehmen Zustandsbewertungen der Rohrnetze (Rohrnetz- und Schadensanalyse), Instandhaltungsstrategien und Sanierungsverfahren zukünftig eine hohe Priorität ein.

Die Investitionen für das Rohrnetz liegen im Bundesdurchschnitt bei 63% der Gesamtinvestitionen der öffentlichen Trinkwasserversorgung (Quelle: Wasserstatistik 2013 des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW)), d.h. die Versorgungsnetze nehmen den größten Anteil am Anlagevermögen der Wasserversorgung ein. Für die Erhaltung des Bestandes der vorhandenen Trinkwasserinfrastruktur ist deshalb auch in Bayern mit einem sehr hohen Investitionsvolumen zu rechnen.

Für die technische Substanzerhaltung des Rohrleitungsnetzes wird nach Untersuchungen des Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) eine Mindestnetzerneuerungsrate (Leitungserneuerung pro Jahr in %) in Höhe von rd. 1,0% - 1,5% als technisch und wirtschaftlich sinnvoll erachtet. Gemäß der Effizienz- und Qualitätsuntersuchung der kommunalen Wasserversorgung in Bayern (EffWB) liegt die Netzerneuerungsrate in Bayern derzeit deutlich unter 1,0%. Hier besteht Handlungsbedarf für die Kommunen.

Bei den Wasserverlusten weist Bayern mit rd. 9,6% (Quelle: Umweltstatistik Bayern 2013) im internationalen Vergleich einen niedrigen Wert auf (z.B. liegen die Wasserverluste in Frankreich, England und Italien über 20%), der bundesweite Durchschnitt liegt bei 9,2% (2013).