Brunnen

Brunnen zählen zu den Grundwasserfassungen. In Bayern werden ca. 4.300 Brunnen für die Gewinnung von Grundwasser zur Trinkwasserversorgung genutzt. Etwa 614,0 Mio. m3 Wasser, das sind 68,8% der insgesamt geförderten Menge, sind 2013 mit Brunnen gewonnen worden.
In der Regel sind die Brunnen bis in Tiefen von 30 bis 100 m gebohrt und ausgebaut. Einige wenige Ausnahmen reichen jedoch auch bis in Tiefen von über 300 m.

Typischer Aufbau eines Quartärbrunnens mit Schichtenverzeichnis. Bild vergrößern Typischer Aufbau eines Quartärbrunnens

Die Brunnen erschließen regelmäßig die oberen Grundwasserstockwerke. Das Tiefengrundwasser soll für nachfolgende Generationen vorgehalten werden. Daher ist nur in begründeten Ausnahmefällen eine vorübergehende Nutzung von Tiefengrundwasser akzeptabel.

Die in Bayern erschlossenen Grundwasserleiter befinden sich hauptsächlich in den Sanden und Kiesen des Quartär und Tertiär, aber auch im Buntsandstein, Muschelkalk, Sandsteinkeuper und Jura.
In Abhängigkeit von Bohrtiefe, Untergrund und Durchmesser werden Brunnen als:

  • Schlagbrunnen,
  • Spülbrunnen,
  • Schachtbrunnen oder
  • Bohrbrunnen

errichtet.

Brunnenbetrieb

Voraussetzungen für einen effizienten und effektiven Brunnenbetrieb ist ein nach den gültigen Regeln der Technik geplantes und erstelltes Brunnenbauwerk und eine angepasste Betriebsweise (DVGW W 123, DVGW W 610 und W 619).

Eine gleichmäßige Förderleistung mit gleich bleibender, möglichst geringer Absenkung des Grundwasserspiegels vermindert die Gefahr der Sandführung und zögert die Brunnenalterung hinaus.

Für einen wirtschaftlichen Betrieb sollten die Energiekosten durch eine möglichst optimale Anpassung der Pumpe auf den Brunnen und die Leitungen minimal gehalten werden.

Neigt ein Brunnen zur Verockerung, sollte der Grundwasserspiegel bei Betrieb nicht unter die Filterrohroberkante absinken.

Der Filtereintrittswiderstand soll kontinuierlich erfasst und durch regelmäßige Wartung und rechtzeitige Regenerierung des Brunnens gering gehalten werden.

Bohranzeige

Die Errichtung eines Brunnens ist nach § 49 Abs. 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Verbindung mit Art. 30 des Bayerischen Wassergesetzes (BayWG) anzeigepflichtig. Einzureichen ist die Bohranzeige bei der Kreisverwaltungsbehörde. Mit der Bohranzeige entsteht jedoch kein Rechtsanspruch für eine Wasserentnahme. Diese bedarf in der Regel einer wasserrechtlichen Erlaubnis oder Bewilligung. Für bestimmte Verwendungszwecke (Haushalt, Garten) ist die Grundwasserentnahme erlaubnisfrei wenn keine Schutzgüter gefährdet werden. Hierzu empfiehlt sich eine Nachfrage bei den Kreisverwaltungsbehörden. Desweiteren müssen privatrechtliche Belange abgeklärt werden.