Thermalwassernutzung

Wichtige Voraussetzungen für eine mögliche und wirtschaftliche Nutzung des Thermalwassers sind die Ergiebigkeit und die Temperatur im jeweils zu erschließenden Grundwasserleiter. Während die Ergiebigkeit mit zunehmender Tiefe eher abnimmt, nimmt die Temperatur mit einem geothermischen Gradienten von ca. 3°C/100 m stetig zu.

In Bayern eignet sich insbesondere das verkarstete Kalkgestein des Weißen Jura, der sog. Malmkarst im Bereich des süddeutschen Molassebeckens für eine Thermalwassernutzung. Die dort vorliegenden günstigen Verhältnisse ergeben sich dabei durch die tiefreichende, intensive Verkarstung und das vorhandene tektonische Störungssystem, wodurch selbst in großen Tiefen von 600 bis 6.000 m ausreichend große Thermalwasserergiebigkeiten vorgefunden werden können.

Das Molassebecken erstreckt sich etwa vom Bodensee über Baden-Württemberg bis über die Grenzen Bayerns hinaus bis nach Österreich. In dem niederbayerisch-oberösterreichischen Grenzbereich befinden sich z.B. die bekannten Thermalbäder Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach auf bayerischer und Thermalbäder wie Geinberg und Bad Schallerbach sowie die erste geothermische Verstromungsanlage Mitteleuropas in Altheim auf österreichischer Seite.

Auf Grund der intensiven Thermalwassernutzungen beiderseits der Grenze wurden von beiden Ländern Untersuchungen zum Schutz und zur weitgehenden Erhaltung der natürlichen wasserwirtschaftlichen und geothermischen Verhältnisse durchgeführt. Um eine nachhaltige gemeinsame Nutzung des Thermalwasservorkommens im niederbayerisch-oberösterreichischen Teil des Molassebeckens unter Berücksichtigung bestehender balneologischer und geothermischer Nutzungen sicherzustellen, wurden "Grundsatzpapiere zur Thermalwassernutzung im niederbayerisch-oberösterreichischen Molassebecken" erarbeitet und von der Ständigen Gewässerkommission verbindlich eingeführt. Dadurch ist auf beiden Seiten der Grenze ein entsprechend schonender Umgang mit dem begrenzten Thermalwasserdargebot sichergestellt.