Schwebstoff und Sediment

Allgemeines

Die Schwebstoffmessung in Bayern hat eine lange Tradition. Nach 1900 wurde mit der Errichtung von Talsperren und dem zunehmend einsetzenden Ausbau von Wasserkraftanlagen eine genauere Kenntnis der Schwebstofffrachten erforderlich. Die erste Messstelle wurde 1924 am Lech in Füssen im Zusammenhang mit dem geplanten Bau des Forggensee errichtet.

Mit der Schwebstoffmessung wird ein physikalischer Grundparameter des Fließgewässers ermittelt. Die Schwebstoffdaten dienen zur Beurteilung wasserwirtschaftlicher und wasserbaulicher Probleme und zur Überwachung des Feststoffhaushalts (z. B. zur Beurteilung der Erosion in Einzugsgebieten, der Verlandung von Seen und Flussmündungen, Versandung und Verschlammung von Stauräumen und Überschwemmungsgebieten, der Gewinnung von Flusswasser zu Trink- und Kühlwasserzwecken, sowie Spezialfragen).

Arbeitsgrundlagen:

  • DVWK - Regeln 125/1986 Schwebstoffmessungen
  • Merkblatt Nr. 2.4/2 Schwebstoffmessung; Bayerisches Landesamt für Umwelt
Bayernkarte mit roten Punkten an Fließgewässern, die die Lage der Messtellen kennzeichnen. Bild vergrößern Lage Schwebstoffmessstellen an bayerischen Flüssen (Stand: 2007)

Für die regelmäßige Schwebstoffbeobachtung wird ein Messnetz mit 40 Messstellen (28 im Donau- und 12 im Maingebiet) an 33 bayerischen Flüssen betrieben. Die Messstellen befinden sich im Regelfall an Abflusspegeln.

Messungen

Eine Methode für die unmittelbare Messung der Schwebstoffe über den gesamten Querschnitt eines Gewässers ist bislang noch nicht entwickelt.

Messmethoden:

  • Schwebstoff-Einpunktmessung
  • Schwebstoff-Vielpunktmessung

In Bayern hat man sich von Anfang an für eine möglichst einfache Messmethode mit vertretbarem technischen und wirtschaftlichen Aufwand entschieden. Die Schwebstoff-Einpunktmessung stellt in der Praxis eine erprobte Methode dar, die brauchbare Ergebnisse liefert.

Parallel zur punktuellen Schwebstoff-Einpunkt- und -Vielpunktmessung ist eine kontinuierliche Messung möglich.
Derzeit ist die Schwebstoffbestimmung mittels Probenahme und Ermittlung des Schwebstoffgehalts, in Gramm pro Liter Entnahmemenge, die zuverlässigste.

Messgenauigkeit

Beide Messmethoden stellen jeweils nur eine Momentaufnahme zu einer bestimmten Zeit dar. Die Genauigkeit und Aussagekraft ist deshalb vergleichbar.
Da die Probenentnahme für die Einpunktmessung einen deutlich geringeren Arbeits- und Zeitaufwand erfordert, wird diese bevorzugt.
Je intensiver entsprechend dem Abflussgeschehen nach dem festgelegten Entnahmeplan Proben entnommen werden, desto genauer können die Schwebstoffdaten ermittelt werden.