Regenbecken zur Mischwasserbehandlung

In Bayern werden heute rund 6.500 Regenbecken als Regenüberlaufbecken mit einem Gesamtnutzvolumen von ca. 3,2 Mio. m3 betrieben. Aufgabe von Regenüberlaufbecken ist es, bei Regenwetter durch Zwischenspeicherung das Kanalnetz und die Kläranlage hydraulisch zu entlasten und den Schmutzfrachteintrag in die Gewässer zu reduzieren.

Bei Regenwetter ist es aus Kapazitätsgründen der Mischwasserkanalisation (Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser in einem gemeinsamen Kanal) nicht möglich, sämtliches gesammeltes Abwasser der Kläranlage zuzuführen. Aus diesem Grund werden im Kanalnetz Regenüberlaufbecken (RÜB) zur Zwischenspeicherung und Reinigung des Mischwassers angeordnet.

Regenüberlaufbecken unterscheidet man in:

  • Fangbecken (FB)
  • Durchlaufbecken (DB)
  • Verbundbecken (VB)

Funktionsprinzip eines Regenüberlaufbeckens:

  • Bei Trockenwetter und bei kleineren Regen wird der gesamte Zufluss aus dem Einzugsgebiet direkt zur Kläranlage weitergeleitet. Erst wenn bei Regenereignissen die Zuflüsse über ein bestimmtes Maß hinausgehen werden die Regenüberlaufbecken gefüllt.
  • Fangbecken speichern bei Regenbeginn den stark verschmutzen Spülstoß und die kurzen Starkregen. Der nicht mehr aufnehmbare Zufluss wird vor dem Becken in ein Gewässer eingeleitet.
  • Durchlaufbecken werden auch nach der Füllung noch beschickt und durchströmt. Das Becken wirkt dann i.d.R. als Absetzbecken. Größere Zuflüsse (starke Verdünnung) werden zum Teil auch schon vor dem Becken in ein Gewässer eingeleitet.
  • Nach Regenende wird der gesamte Inhalt des Beckens der Kläranlage zur Reinigung zugeführt.

Regenentlastungsanlagen

Messeinrichtungen an Regenüberlaufbecken

Über Regenüberlaufbecken in Mischkanalisationen gelangen bei Regenereignissen zum Teil erhebliche Mengen Mischwasser in die Gewässer und können damit deren Güte entscheidend beeinflussen. Um ihre Wirksamkeit beurteilen zu können, werden wasserwirtschaftlich bedeutsame Regenüberlaufbecken mit Messeinrichtungen zur Erfassung des Entlastungs- und Betriebsverhaltens ausgestattet. Erst einwandfrei funktionierende Messgeräte stellen sicher, dass die gewonnenen Daten korrekt sind und zur Bewertung herangezogen werden können.

Das Ziel jeder Investition in Messeinrichtungen ist es, auf Dauer plausible Messdaten zu erhalten, die eine Überwachung der Regenbecken und damit auch eine Kontrolle der getätigten Investition erlauben. Gleichzeitig sollen sie wertvolle Grundlagen für spätere Planungen der Mischwasserbehandlungsanlagen liefern. Aber nur einwandfrei funktionierende Messgeräte stellen sicher, dass die gewonnenen Daten korrekt sind und zur Bewertung herangezogen werden können. Der vorliegende Praxisratgeber schafft mit seinen Hinweisen zu Planung, Bau und Betrieb der Messeinrichtungen die Voraussetzungen, dieses Ziel zu erreichen.

Praxisratgeber für Planung, Bau und Betrieb von Messeinrichtungen an Regenüberlaufbecken

Der vom ehemaligen Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft herausgegebene Praxisratgeber wendet sich u.a. an die Betreiber der Mischwasserbehandlungsanlagen, also an Städte, Gemeinden und Abwasserzweckverbände, mit Angaben zum Betrieb und Wartung der Messstelle sowie zur laufenden Datenerfassung und Auswertung. Die Planer wasserwirtschaftlicher Maßnahmen, aber auch die Bauwerks- und Elektroplaner erhalten Informationen über die erforderliche hydraulische Gestaltung der Messstellen, Anordnung der Messsonden und Anforderungen an die Verarbeitung der Messdaten. Für die Betreiber der Regenbecken und die privaten Sachverständigen in der Wasserwirtschaft enthält der Praxisratgeber Hinweise für die Abnahme und die Prüfung der Messeinrichtungen.