Anpassung an Hochwasser

Geschlossene Häuserfront der Regensburger Altstadt. Das Wasser der Donau steht direkt an den Hauswänden an, Tore sind mit mobilen Hochwasserschutzelementen verschlossen. Die dahinter liegende Innenstadt ist trocken. Bild vergrössern Dank Hochwasserschutzmaßnahmen blieb die Regensburger Innenstadt im Juni 2013 weitgehend trocken. Foto: Nürnberg Luftbild

Bisherige Auswertungen der vergangenen Zeitreihen und eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen zur zukünftigen Entwicklung geben Hinweise auf eine Verschärfung der Hochwassergefahr. Die nachstehenden langfristigen Maßnahmen eines nachhaltigen Hochwasserschutzes bekommen im Lichte des Klimawandels eine zusätzliche Bedeutung und sind in der Bayerischen Klimaanpassungsstrategie (BayKLAS) formuliert:

  • konsequente Fortführung des Hochwasserschutz-Aktionsprogramms 2020 unter Berücksichtigung des Klimawandels (z.B. Einführung eines Klimaänderungszuschlags bei der Bemessung von neuen Hochwasserschutzprojekten in 2004, Sicherung und Ausbau von HW-Rückhaltepotentialen)
  • Ermitteln und Ausweisen von Überschwemmungsgebieten (§ 31 b WHG) und konsequenter Vollzug der damit verbundenen Nutzungsvorgaben insbesondere für einen schadlosen Hochwasserabfluss (Hier bestehen Quervernetzungen zu den Handlungsfeldern Landwirtschaft, Wald und Forstwirtschaft, Raumordnung, Städtebau/Bauleitplanung, Bauen und Naturschutz)
  • Aufstellen von Hochwassergefahren-und -risikokarten und Hochwasserrisikomanagementplänen (Art. 6 und 7 EG-Hochwasserrichtlinie) sowie Risikokommunikation
  • Reduzierung der Restrisiken bei überströmungsgefährdeten Hochwasserschutzanlagen durch bedarfsweise überströmungssichere Bauabschnitte
  • Freihalten von Notüberlaufräumen als Notfall-Speicher jenseits des Regelhochwassermanagements

Was wurde bereits begonnen?

Klimaänderungszuschlag

Bei der Bemessung von Hochwasserschutzanlagen, wie Dämmen oder Rückhaltebecken, oder bei der Bestimmung von Überflutungsflächen wird stets ein bestimmter Hochwasserabfluss ("Planungshochwasser") zugrunde gelegt. Die Höhe dieses Planungshochwassers orientiert sich an den Eigenschaften des Planungsgebietes, des betrachteten Gewässers und den zu schützenden Gütern. Gängige Bemessungsgröße für den Hochwasserschutz ist das HQ100, ein Hochwasserabfluss, der statistisch einmal in 100 Jahren auftritt. Im Jahr 2004 wurde in Bayern ein Klimaänderungszuschlag bei der Planung von Hochwasserschutzanlagen eingeführt: Dieser Zuschlag beträgt pauschal 15% für das HQ100.

Querschnitt eines Dammes in seinem jetzigen Ausbau auf den HQ100. Zusätzlich eine Variante mit höherer Dammkrone und breiterer Grundfläche für den Fall größerer Wassermengen durch HQ100 plus Klimaänderungszuschlag Bild vergrössern Beispiel für Anwendung des Klimaänderungszuschlages

Exemplarisch zeigt die nebenstehende schematische Darstellung das Absperrbauwerk eines Hochwasserrückhaltebeckens, ausgelegt auf den gegenwärtigen HQ100. In rot ist die mögliche Erhöhung der Anlage ergänzt. Hierfür besteht die Annahme einer zukünftigen Hochwassermenge, die den derzeitigen HQ100 um den festgelegten Klimaänderungszuschlag übersteigt.

Projekt ESPACE

Das Logo von ESPACE: auf dunkelblauem Grund sind Wolken dargestellt. Darunter steht ESPACE. Darunter die Ausführliche Bezeichnung. Bild vergrössern Das "ESPACE"-Logo

Im Rahmen des EU-Projekts ESPACE wurde durch das LfU und das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen eine ausführliche Fallstudie zur Hochwassergefährdung im Gebiet der Fränkischen Saale erstellt. Darauf aufbauend wurden gemeinsam mit lokalen Akteuren Strategien zur Anpassung an zukünftige Hochwassergefährdung erarbeitet. Im Zuge dessen bereits umgesetzte Maßnahmen umfassen neben technischen Maßnahmen durch Erweiterung von Hochwasserrückhaltebecken oder Spundwände auch Renaturierungsmaßnahmen und somit die Freigabe von Überflutungsflächen. Ausführliche Informationen dazu finden sich auf der Website des Projektes.