Klimawandel und Wasserhaushalt

Wasserkreislauf und Wasserhaushalt werden durch den Klimawandel in vielfältiger Weise beeinflusst. Dies gilt global, aber auch regional. Die regionalen wasserwirtschaftlichen Auswirkungen sind Gegenstand des Untersuchungsprogramms KLIWA ("KLImaveränderung und Konsequenzen für die WAsserwirtschaft"). Dieses ist ein Kooperationsvorhaben von drei Bundesländern und dem Deutschen Wetterdienst, an dem die bayerische Wasserwirtschaftsverwaltung seit 1999 beteiligt ist. KLIWA widmet sich aus verschiedenen Blickwinkeln der Art dieser Beeinflussungen und betrachtet die Folgen für die derzeitige und zukünftige Wassernutzung in Süddeutschland.

Für Bayern sind die grundlegenden Erkenntnisse und Hintergründe zum Klima, seinen gegenwärtigen und zukünftigen Veränderungen und den Konsequenzen für den Wasserhaushalt auf den folgenden Seiten zusammengestellt. Darin enthaltene Verweise auf Ergebnisse des Vorhabens KLIWA oder anderer themenbezogener Projekte des LfU bieten dabei vertiefende Informationsmöglichkeiten. Nachstehende Aspekte werden näher beleuchtet:

Weiß-blaues Klima - Aktuelle Klimakennwerte und Karten

Diagramm (Zeitraum Januar bis Dezember) zu Mittlerer Tagestemperatur (von Januar -2°C ansteigend auf 15°C im August und wieder absinkend auf um 0°C im Dezember) und mittlere Niederschlagssummen: Januar 32mm, Februar 27mm, März/April 32mm, Mai 40mm, Juni 53mm, Juli 55mm, August 45mm, September35mm, Oktober 32mm, November 34mm, Dezember 35mm Klimadiagramm für Bayern 1971 - 2000

Klima und Wetter – diese Begriffe unterscheiden sich grundlegend: Das Wetter beschreibt einen kurzfristigen Zustand von Stunden bis Tagen und ist zudem zeitlich und räumlich stark differenziert.
Dagegen stellt das Klima die Gesamtheit der Wetterzustände in einem Gebiet sowie ihre tages- und jahreszeitlichen Abfolgen und Schwankungen über einen längeren Zeitraum dar. Charakterisiert wird das Klima durch Auswertung langjähriger meteorologischer Messwerte.

Ergebnisse und Informationen zum Klima in Bayern sind in diesem Unterkapitel dargestellt.

Gemessene Klimaveränderung - Nachweis des Klimawandels

Apfel im Schnee Wintereinbruch Oktober 2012

Einzelne Witterungsereignisse, wie ein heftiger Starkregen, ein Hochwasser, eine Trockenperiode oder ein zu warm empfundener Winter sind noch kein Beweis für den Klimawandel. Erst bei einer längerfristigen Häufung solcher Ereignisse kann von einer Änderung des Klimas ausgegangen werden. Der Unterschied zwischen natürlicher Variabilität und Klimawandel wird vom Menschen meist nicht unmittelbar wahrgenommen. Jedoch kann eine Veränderung des Klimas durch statistische Auswertung belegt werden. Die Untersuchungen im Vorhaben KLIWA zu den gemessenen meteorologischen Größen Lufttemperatur und Niederschlag decken einen Zeitraum von 1931 bis heute ab und liefern einen statistischen Nachweis für Klimaveränderungen in Bayern.

Klimamodellierung - Methodik

Modellkette aus Emissionsszenarien, Globalen Klimamodellen, Regionalen Klimamodellen (Ausschnitt - Deutschland) und Wasserhaushaltsmodellen Modellkette zur Erstellung regionaler Klimaprojektionen

Um eine Vorstellung von der zukünftigen Entwicklung des Klimas zu erhalten ist es notwendig, klimatische Prozesse mithilfe von Modellen abzubilden. Im Unterschied zum Wetterbericht wird hier nicht das Wetter an einem bestimmten Tag in der Zukunft betrachtet, sondern anhand von Annahmen der grundsätzliche Verlauf des Klimas über einen längeren Zeitraum näherungsweise berechnet. Hierzu werden durch die Berücksichtigung verschiedener Szenarien für den zukünftigen Ausstoß von Treibhausgasen und mittels unterschiedlicher Globaler und Regionaler Klimamodelle verschiedene Projektionen des Zukunftsklimas erstellt. So entsteht eine ganze Spannweite an denkbaren Zukunftsbildern.

Zukünftige Klimaentwicklung - Der Blick nach vorn

Bildcollage: Überschwemmtes Gebiet und darunter ausgetrockneter Boden, darübergelegt verschiedene Kurvenverläufe Quo Vadis Klima?

Die Zukunft ist stets unsicher, doch kann mit Hilfe von Klimaprojektionen eine Bandbreite möglicher Klimaentwicklungen aufgezeigt werden. Welches Klima wir zukünftig in Bayern zu erwarten haben, stellt dieses Kapitel anhand von Auswertungen regionaler Klimaprojektionen dar. Generell fallen die projizierten Änderungen gegen Ende des Jahrhunderts stärker aus als zur Mitte.

Auswirkungen auf den Wasserhaushalt - Das Wasser im Wandel

Ausgetrockneter Boden mit Trockenrissen Ausgetrockneter Ackerboden

Ändert sich das Klima, so wirkt sich dies in vielfältiger Weise auf den Wasserhaushalt und die Gewässerqualität aus. Der Mensch ist nicht nur von Starkregen und Hochwasser oder Trockenheit und niedrigen Wasserständen betroffen. Ebenso ist er bei seiner Wassernutzung, zum Beispiel bei der Trinkwasserversorgung, auf eine gute Wasserqualität und ausreichende Grundwassermenge angewiesen.

Auswertungen langjähriger Messungen an Pegeln und Messstellen zeigen die bisherigen Veränderungen in Bayern auf. Vor diesem Hintergrund ist die Abschätzung zukünftiger Entwicklungen besonders wichtig.

Anpassungsmöglichkeiten - Vom Wissen zum Handeln

Mit Sandsäcken gesicherte Haustür Hochwasserschutz vor der Haustür

Alles Wissen nutzt nichts, wenn es nicht umgesetzt wird. Aber nur eine verlässliche Wissensbasis ermöglicht auch verlässliche Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel. So können nachteilige Auswirkungen möglichst gering gehalten und nachhaltige Entwicklungen genutzt werden. Hierzu müssen betroffene Sektoren ermittelt und deren mögliche Gefährdungen oder Einbußen abgeschätzt werden. Mit den aktuellen Erkenntnissen können die bisherigen wasserwirtschaftlichen Handlungsgrundsätze überprüft werden. Daraus können in weitergehenden Untersuchungen Vulnerabilitäten und Handlungsempfehlungen zur Anpassung herausgearbeitet werden.

KLIWA & weitere Forschungsprojekte - Gemeinsam der Herausforderung begegnen

Das KLIWA-Logo: auf weißem Grund ist mit hellblau zwei kreisförmige Pfeile mit einer angedeuteten Welle zu sehen. Daneben steht KLIWA. Darunter die Ausführliche Bezeichnung. Darum herum angeordnet die Logos von ClimChAlp, Adaptalp, espace und Q-BIC3, (weitere Projekte) KLIWA-Logo

Eine sinnvolle und zielgerichtete Anpassung an die Folgen des Klimawandels setzt umfangreiches Wissen über Prozesse sowie vergangene und zukünftige Entwicklungen voraus. Daher ist die Klimafolgenforschung heute sehr wichtig.

Von einer Institution allein kann dies nicht geschultert werden. In verschiedenen Projekten hat das LfU mit den Verwaltungen verschiedener Bundesländer, mit Universitäten und dem DWD, sowie in Kooperation mit internationalen Partnern, das notwendige Wissen erarbeitet, bewertet, zusammengefasst und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Projektsteckbriefe und Verknüpfungen zu den Projekten finden sich hier.